Warum es sich auszahlt, am Freitagnachmittag blau zu machen

Marketagent.com präsentiert eine umfassende 10-Länder-Studie zur Produktivität am Arbeitsplatz und kommt zu dem Ergebnis: Ab Freitagmittag deutet die Produktivitätskurve in vielen Betrieben stark nach unten. Die Zeit soll nun sinnstiftend genützt werden.

Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl holt die Idee des Social Fridays nach Österreich. Marketagent.com

Der am wenigstens produktive Wochentag – Gesamt-Stichprobe über alle 10 Länder. Und an welchem Wochentag sind Sie hinsichtlich Ihrer hauptsächlichen beruflichen Tätigkeit am wenigsten produktiv? (n=4.568)

Teilnahme an der Initiative „Social Friday“ – Gesamt-Stichprobe über alle 10 Länder. Würden Sie gerne an der Initiative „Social Friday“ teilnehmen, wenn Ihr Unternehmen sich an dieser Initiative beteiligt? (n=4.568) Quelle: Marketagent.com

Zehn Länder hat das Marktforschungsinstitut Marketagent.com in Sachen Produktivität unter die Lupe genommen und zugleich den Bogen in Richtung soziales Engagement gespannt. Denn die Onlineforscher zeigen, dass man in der Zeit, in der die Produktivität ohnehin den Tiefststand erreicht, auch etwas Sinnstiftendes erledigen kann. Dahinter steckt das Konzept des „Social Friday“, das vom schweizerisch-mazedonischen Unternehmer Fikret Zendeli ins Leben gerufen wurde. Mit seiner Initiative will er unproduktive Büro-Freitagnachmittage in soziales Engagement verwandeln, indem Betriebe die Mitarbeiter für den guten Zweck freistellen.

Mehr als nur spenden

Gleich selbst ausprobieren wollen es die Onlinemarktforscher: „Wir freuen uns, die Social-Friday-Bewegung als erstes Unternehmen nach Österreich zu holen. Im Rahmen der Initiative machen wir einen Freitagnachmittag im Quartal gemeinschaftlich blau, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das stärkt nicht nur das Teamgefüge, sondern stiftet wirklich Sinn“, fasst Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die Hintergründe zusammen.
Ziel von „Social Friday“, ist die Freistellung von Mitarbeitern, wenn sie sich für eine gute Sache einsetzen und gesellschaftlich relevante Initiativen unterstützen – sei es kochen für bedürftige Menschen, das aktive Zeit verbringen mit Bewohnern eines Seniorenheims oder malen und basteln mit Kindern des SOS-Kinderdorfes. Zendeli zu seinen Beweggründen: „Ich möchte damit einen Begegnungsanlass schaffen und soziale Organisationen direkt vor Ort unterstützen..“ Dass Zendeli damit ins Schwarze trifft, belegt die Studie von Marketagent.com.Dabei wird schnell klar, dass Freitage in allen befragten Ländern zu den am wenigsten produktiven Tagen zählen. In Österreich gibt sogar knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer zu, mit den Gedanken gegen Ende der Arbeitswoche nicht mehr ganz bei der Sache zu sein. Insbesondere nach 14:00 Uhr geht es mit dem Arbeitseifer bei 33 Prozent der Befragten steil bergab und mündet nicht selten darin, dass wir uns lieber sinnlosen Tätigkeiten widmen, die dem Unternehmenserfolg nur wenig dienlich sind. Die Meister in puncto unnötigem Zeitvertreib während der Arbeitszeit sind übrigens die Argentinier (48 Prozent), knapp dahinter folgen die Engländer und Amerikaner (46 Prozent). Vor allen Dingen aber scheint das Alter eine große Rolle zu spielen: Je jünger die Arbeitnehmer, desto eher unterliegen sie der Versuchung, sich mehr dem Surfen im Internet oder ihrem Handy zu widmen, anstatt ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzugehen. Im Alter von 18 bis 29 Jahren sind das immerhin 21 Prozent der Befragten.

Zufriedenheit macht produktiv

Direkt nach den letzten Stunden einer typischen Arbeitswoche gefragt, kommen interessante Ländervergleiche ans Tageslicht, denn: Spitzenreiter in Sachen Unproduktivität zu Arbeitswochen-Ende sind die Schweden (39 Prozent) und damit ausgerechnet jene Nation, der in so vielen anderen Lebensbereichen ein Vorzeigeruf vorauseilt. Ebenfalls selbstkritisch zeigen sich die Engländer (33 Prozent) und Franzosen (28 Prozent), wohingegen die Österreicher am überzeugtesten von sich und ihrem Schaffensdrang sind (22 Prozent). So überrascht es auch kaum, dass sich die heimischen Angestellten sehr weit vorne sehen, wenn es darum geht, die eigene Produktivität während der Arbeitszeit einzuschätzen. Gemeinsam mit der Schweiz und Deutschland sehen sie sich nicht nur an der Spitze in Punkto Produktivität, sondern auch was die Motivation während der Arbeitszeit betrifft. Neben der D-A-CH Region zeigen sich auch die USA hoch motiviert, die Engländer und Argentinier hingegen bilden das Schlusslicht. Alles in allem sind sowohl das Arbeitsklima als auch die Zufriedenheit mit dem Unternehmen wesentliche Treiber dafür, wie viel Ansporn wir an den Tag legen – insbesondere in den letzten Arbeitsstunden einer typischen Bürowoche.

Gut für das Image

Aspekte, die für die Sinnhaftigkeit ehrenamtlicher Arbeit sprechen, gibt es zur Genüge. Immerhin macht Helfen glücklich und zufrieden (47 Prozent) und man kann Personen, denen es weniger gut geht, unterstützen (45 Prozent). Weitere 44 Prozent sind der Ansicht, dass man viel erreichen kann, wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet und dies darüber hinaus das Gemeinschaftsgefühl stärkt (36 Prozent). Die Liste guter Gründe ließe sich noch lange fortführen, doch wie sieht es aus, wenn es darum geht, selbst anzupacken und Gutes zu stiften? Tatsächlich sind es nicht vorrangig anonyme Geldspenden, die als sinnvoll erachtet werden (67 Prozent). Vielmehr ist die Bereitschaft vorhanden, im Sinne von Sachspenden (84 Prozent) und ehrenamtlichen Tätigkeiten (81 Prozent) direkten Kontakt mit betroffenen Personen zu knüpfen.

Das Konzept des „Social Friday“ und die dahinterliegenden Beweggründe gefallen Befragten in den USA, Argentinien und Spanien. In der Schweiz, Österreich, Deutschland und Schweden zeigt man sich im Vergleich dazu zwar ein wenig zurückhaltender, doch alles in allem ist die Bereitschaft hoch, am Freitagnachmittag die Arbeit niederzulegen, um sich einer guten Sache zu widmen (82 Prozent). Dabei zeigen sich insbesondere Frauen und die jüngere Generation unter 40 von der Idee begeistert.

Es sind vor allem gesellschaftlich relevante Effekte, die die Social-Friday-Bewegung in sich birgt. Knapp vier von zehn sehen die eigene Teilnahme als Motivation für andere, sich zu engagieren und die soziale Sen­sibilität zu stärken. Die Empathie für hilfsbedürftige Menschen zu steigern und Verantwortungsbewusstsein in die Gesellschaft zu tragen (36 Prozent) sind wesentliche Aspekte, die aufzeigen, welche weitreichenden Effekte es haben kann, sich proaktiv für das Gemeinwohl zu engagieren. Zendelis Intention scheint damit auf fruchtbaren Boden zu fallen!