Erste Hilfe am Strand

Der Sommerurlaub verspricht entspannte Stunden am Strand. Meer, Sonne und Erholung winken. Damit die schönste Zeit des Jahres auch so bleibt, gilt es, gegen Unliebsames gewappnet zu sein.

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Seeigel

Seeigel kommen in allen Weltmeeren vor und leben besonders gerne in felsigen Nischen und Höhlen. Steigen und greifen Badende, Schnorchler oder Taucher auf einen Stachel, kann das zu sehr schmerzhaften, punktförmigen Verletzungen führen. Oft bleibt der Stachel oder Teile davon in der Haut stecken. Die meisten Seeigelstacheln sind nicht giftig, doch einige giftige Seeigel können schwerwiegende Symptome wie Nervenlähmungen, Gefühllosigkeit oder Atembeschwerden auslösen und sogar lebensbedrohlich sein. In jedem Fall muss der Stachel rasch entfernt werden.

Erste Hilfe: Im Idealfall behandelt ein Arzt die Wunde, der auch kontrolliert, ob kleinere Reste in der Wunde verblieben sind. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann die Wunde in Essig oder in Pflanzenölen gebadet werden, diese Substanzen können den Stachel oft auflösen. Bei starken Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Fieber ist immer ein Arzt aufzusuchen. Tief eingedrungene Stachel müssen chirurgisch entfernt werden. Entzündungen und allergische Reaktionen gehören ebenfalls in die Hände eines Arztes.
Vorbeugung: Gehen Sie Seeigeln, so gut wie möglich, aus dem Weg. Badeschuhe für alle und Handschuhe für Taucher leisten gute Dienste!

Quallen

Viele Quallenarten sind ein wenig unappetitlich, aber grundsätzlich harmlos. Einige können jedoch Badenden mit ihren Tentakeln, die kaum sichtbar und oft meterlang sind, hochgradig schmerzhafte und teils auch gefährliche Stiche zufügen. Wichtig ist beim schmerzhaften Kontakt mit einer Qualle, zu sehen, um welches Tier es sich handelt, damit im Zweifelsfall Fachleute Bescheid wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Eine „Portugiesische Galeere“ kommt auch im westlichen Mittelmeer vor, eine „Würfelqualle“ oder „Seewespe“ eher im westlichen Pazifik. Die weniger gefährlichen Feuer- oder Leuchtquallen können aber ebenfalls für schmerzhafte Stiche sorgen.

Erste Hilfe: Beim Kontakt mit „Galeere“ und „Seewespe“ besteht Lebensgefahr – ein Arzt ist der wichtigste unmittelbare Kontakt. Handelt es sich um eine Feuer- oder Leuchtqualle, so sind die Reaktionen mit Ameisenbissen oder der Reaktion auf Brennnesseln zu vergleichen, wenn auch mitunter deutlich schmerzhafter. In jedem Fall muss das Wasser sofort verlassen werden. In manchen Fällen kann ein allergischer Schock ausgelöst werden, dann hilft der Arzt! Bei Nesselverletzungen gilt als Erstmaßnahme, Weinessig auf die betroffene Hautstelle zu gießen, eventuell auch Rasierschaum, Urin oder Natron. Anhaftende Tentakel müssen vorsichtig, ohne Nesselzellen zu zerdrücken, abgeschabt werden. Süßwasser und Alkohol können noch vorhandene Nesselzellen zum Platzen bringen und sind zu meiden. Bei starken Beschwerden führt kein Weg an einem Notarzt vorbei, im Normalfall ist ein Nesselquallenstich aber nicht gefährlich, wenn auch unangenehm. Kühlende, Juckreiz stillende Brand- und Wundsalben helfen gegen anhaltende Irritationen.

Vorbeugung: Quallen sind faszinierend anzuschauen – ein Sicherheitsabstand ist aber jedenfalls eine gute Idee. Werden tote Quallen an den Strand geschwemmt, kann ihr Nesselgift noch aktiv sein. Daher: Hände und Füße weg! Wenn bereits Quallenkontakt gemeldet wurde, dann am besten mit einem dünnen Neoprenanzug und Tauchmaske schwimmen.

Ertrinken

Kleinkinder ertrinken lautlos. Sie schreien nicht, bevor sie untergehen, sondern sie verschwinden einfach – das Drama passiert schnell. Wird der Ertrinkende rechtzeitig und bei vollem Bewusstsein aus dem Wasser gerettet, ist es wichtig, ihn in trockene Kleidung zu hüllen und gut zu beobachten. Wasser in der Lunge kann auch noch viel später zum Problem werden. Ein Arzt muss immer aufgesucht werden, um Folgeschäden, etwa an der Lunge, auszuschließen. Zur Rettung eines Ertrinkenden darf aber das eigene Leben nicht aufs Spiel gesetzt werden. Kann der Betroffene nur bewusstlos geborgen werden, ist eine intakte Rettungskette wichtig: Vitalfunktionen prüfen, Erste-Hilfe-Maßnahmen setzen, während eine weitere Person die Rettung verständigt.

Erste Hilfe: Der Notruf 112 ist europaweit gültig und in allen Handynetzen kostenlos! Zunächst wird durch Ansprechen und sanftes Schütteln überprüft, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist. Danach wird die Atmung kontrolliert: stabile Seitenlage bei normaler Atmung, Wiederbelebungsmaßnahmen bei fehlender Atmung – 30-mal Herzdruckmassage, zweimal beatmen – wenn möglich mit Unterstützung, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Vorbeugung: Selbst wenn Kinder schwimmen können, sollten sie nie aus den Augen gelassen werden. Bleiben Sie aufmerksam – Ertrinken geht rasend schnell. Nach vier bis fünf Minuten unter Wasser tritt aufgrund des Sauerstoffmangels der Herz-Kreislauf-Stillstand ein. Kopfsprünge in unbekannte Gewässer, Alkoholkonsum, schweres Essen, große Hitze, Kälteempfinden etc. sind häufige Ursachen für Ertrinken.

Sonnenstich

Ein hochroter Kopf, Schwindel und Kopfweh, dazu ein starkes Hitzegefühl: Ein Sonnenstich kann die schönsten Urlaubstage verderben und Betroffene zu einem Häufchen Elend machen.

Erste Hilfe: Wenn die ersten Anzeichen eine Überhitzung ankündigen, heißt es, sofort ab in den Schatten. Ist hohes Fieber im Spiel, sollte insbesondere bei Kleinkindern und älteren Personen der Arzt verständigt werden. Feuchte, kühle Tücher auf Stirn, Nacken, Schläfen und Handgelenke kühlen angenehm. Trinken ist gut, aber nicht eiskalt! Da der Körper durch das Schwitzen viele Mineralstoffe und Salz verloren hat, hilft eine Gemüse- oder Hühnersuppe. Am wichtigsten ist es nun, in kühler Umgebung ohne Sonneneinstrahlung auszuruhen.

Vorbeugung: Die Sonne ist lebensnotwendig, aber kann auch gefährlich werden. Sonnenbaden niemals übertreiben! Besonders gefährlich ist Sport in sengender Sonne. Sonnenschutz, entsprechende Kleidung, viel trinken und am besten den Schatten aufsuchen sind die wichtigsten Maßnahmen.

Schnitt- und Schürfwunden

Verantwortungslose Strandbesucher, die Glasscherben hinterlassen, sind leider kein Einzelfall. Beim Beachvolleyball oder Herumtollen ist es dann auch schnell passiert: Eine Schnittwunde schmerzt und macht Sand und Badespaß zum No-Go. Auch wer auf den Felsen ausrutscht, kann sich böse verletzen. Abschürfungen sind nicht tief, können aber Schmerzen verursachen und schlecht heilen.

Erste Hilfe: Blutet die Wunde, spült das kleine Fremdkörper hinaus; blutet sie jedoch stark, muss zunächst die Blutung mittels Druckverbands gestoppt werden. Gleichzeitig rufen Sie die Rettung (112). Sind Fremdkörper in der Wunde, muss ebenfalls ein Arzt konsultiert werden. Die Wunde muss gut verbunden und täglich kontrolliert werden. Sand und Wasser sind vorerst keine gute Idee.

Vorbeugung: Auf die Vernunft von anderen Strandbesuchern zu setzen, bringt wenig, zumal auch eine scharfe Muschel der Übeltäter sein kann. Einzig, mit offenen Augen unterwegs zu sein und eventuell Badeschuhe zu tragen, kann Schnittwunden verhindern. Schürfwunden sind schwer zu verhindern – leichtsinnige Kletteraktionen können jedenfalls dem schönsten Urlaub ein Ende setzen.