Flexibilität entscheidet den Kampf um Talente

„Nine-to-Five“ war gestern.

Die Ergebnisse einer internationalen Studie zeigen, dass es bezüglich der Definition wie ein „durchschnittlicher Arbeitstag“ auszusehen hat, eine Machtverschiebung hin zum Arbeit­nehmer gegeben hat.

© ilyast/istock

Rund 75 Prozent der 15.000 Befragten in einer Studie der International Workplace Group (IWG) aus
80 Ländern, darunter auch Österreich, Deutschland und die Schweiz, glauben, dass flexibles Arbeiten zur neuen Normalität geworden ist. In den letzten zehn Jahren haben 85 Prozent der Unternehmen eine flexible Arbeitsplatzpolitik eingeführt oder planen, eine einzuführen.

Doch nicht alle Unternehmen können das Konzept des flexiblen Arbeitens voll umsetzen.
60 Prozent der Befragten geben an, dass die dafür notwendige Veränderung der Unternehmenskultur das Haupthindernis für die Realisierung ist. Das ist besonders für Unternehmen mit langjährigem, unflexiblen Arbeitsansatz eine Herausforderung. 42 Prozent der Österreicher glauben, dass die Vorteile einer flexibleren Arbeitspolitik den Entscheidungsträgern in ihrem Unternehmen oft noch unklar sind und sind überzeugt: Wer kein flexibles Arbeiten anbieten kann, läuft Gefahr Spitzenkräfte zu verlieren.

Flexibel sein macht attraktiv

„Flexibles Arbeiten wird von vielen als die neue Norm für jene Unternehmen angesehen, die auf Produktivität und Agilität setzen und den ‚War for Talents‘ gewinnen wollen. Tatsächlich gaben rund 50 Prozent aller Befragten an, mindestens die Hälfte einer Arbeitswoche außerhalb des Hauptstandorts ihrer Firma zu arbeiten“, weiß Mark Dixon, Geschäftsführer von IWG. 71 Prozent der befragten Unternehmen meinen, dass sie dank flexiblem Arbeiten ihren Talentpool erweitern können. Fast 80 Prozent der Firmen führen flexible Arbeit als Argument an, um ihre Mitarbeiter länger halten zu können.

32 Prozent der Arbeitnehmer sagen sogar, dass sie flexibles Arbeiten einer prestigeträchtigeren Rolle im Unternehmen vorziehen würden. In Österreich gab fast die Hälfte aller Befragten an, dass sie einen Job mit flexiblerer Arbeitsplatzpolitik einer Stelle vorziehen würden, bei der sie garantiert nie Überstunden machen müssten (40 Prozent). 77 Prozent der Österreicher geben an, dass flexibles Arbeiten die Work-Life-Balance verbessern würde und ein integrativeres Arbeitsumfeld fördert, etwa mit Vorteilen für Eltern nach der Geburt ihres Kindes, ältere Arbeitnehmer und Menschen, die unter Stress oder psychischen Problemen leiden.

Kein Pendeln mehr?

Die Ergebnisse der IWG Studie zeigen weiter, dass 40 Prozent der Menschen weltweit das Pendeln als den schlimmsten Anteil an ihrem Arbeitsalltag sehen. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass Pendeln bis zum Jahr 2030 obsolet sein wird. Pendler sind zunehmend verärgert über ihren Weg zur Arbeit und jeder Fünfte (22 Prozent) Befragte glaubt, dass er aufgrund von Verkehrsverzögerungen regelmäßig zu spät zur Arbeit kommt. Fast die Hälfte der Arbeitnehmer arbeitet bereits während des täglichen Pendelns. Entsprechend sind 42 Prozent der Meinung, dass ihre offizielle Arbeitszeit auch die Reisezeit umfassen sollte.

83% der Arbeitnehmer weltweit würden einen Job ablehnen, der kein flexibles Arbeiten bietet

54% der Befragten sind der Meinung, dass die Wahl des Arbeitsortes für sie wichtiger ist als ein Arbeitsplatz in einem renommierten Unternehmen

85% der Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren eine flexible Arbeitsplatzpolitik eingeführt oder planen, eine solche einzuführen