Gut geplant ist halb gewonnen!

Die Planholz-Zimmerei ist ein Holzbauer mit Leidenschaft zum Handwerk. Dabei spielen Sicherheits- und Gesundheitsschutz eine wichtige Rolle. In zwei Jahren wurden 300 Präventionsmaßnehmen umgesetzt. Eine davon sind spezielle Werkzeugwagen, die

in unterschiedlichen Arbeitsgebieten Verwendung finden.

Zimmermeister Franz Reiter-Kofler (Prokurist u. Betriebsleiter) bei einer Planbe­sprechung mit Ing. Andreas Hemets­berger (Geschäftsführer) © R. Gryc

Holzbau und Zimmerei zählen zu jenen Branchen, in denen sich – bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten – überdurchschnittlich viele Unfälle ereignen. Richtiges und sicheres Verhalten wird durch häufiges Wiederholen einer Situation geübt, wobei eine detaillierte und intensive Unterweisung hilft, in oft wechselnden Arbeitssituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jede berufliche Tätigkeit hat spezielle Anforderungen an eine menschengerechte Arbeitsgestaltung, wenn es um sichere Arbeitsbedingungen und den Schutz der Gesundheit geht. Ein ergonomischer Arbeitsplatz soll die berufliche Tätigkeit optimal unterstützen und die arbeitsbedingten Belastungen möglichst minimieren. Auch die Organisation der Arbeitsabläufe spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn Arbeitsplatz und Arbeitstätigkeit nach sicheren und gesunden Kriterien gestaltet werden, beugt dies Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Erkrankungen vor. Die Ergonomie spielt bei der Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsverhältnisse in vielen Bereichen eine zentrale Rolle.

Von der Idee zum Plan

Seit 2014 hat sich die Geschäftsführung der Firma Planholz zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Betrieb zu setzen und damit einen Beitrag zum Gesundheitsschutz zu leisten. Dabei wurden alle Prozesse neu überdacht. Im Rahmen eines Förderprojekts des HolzbauClusters des Landes Oberösterreich wurde Planholz ein Musterbetrieb im Bereich Klein- und Mittelbetriebe. Generell wurden alle Prozesse neu überdacht. Jeder Mitarbeiter wurde zum „Mitdenken“ angeregt, indem jeder in Form von Ideenkarten seine Anliegen aufschrieb. Auf einer Teamwand wurden die Ideen in einen Aktionsplan eingetragen. Jede Aktion wurde mit einem Zuständigen, einem Anfangs- und Abschlussdatum versehen. Das erklärte Ziel war, jede Idee auch tatsächlich umzusetzen. So ist es gelungen, in zwei Jahren 300 Maßnahmen in der Praxis anzuwenden. Unter vielen Aktionen wurden auch spezielle Wagen zur Arbeitsorganisation konzipiert, geplant und gebaut.

Arbeitsplatz: Sauber und sicher

Werkzeugwagen, bestehend aus einem Abbund-, Elementbau- und Streichwagen, wurden mehrmals umgebaut und immer wieder verbessert. Auf diese Weise wurden erhebliche Erleichterungen für die Mitarbeiter geschaffen. Verbrauchsmaterialien und Werkzeuge werden so sicher verwahrt und rückenschonend transportiert. Positiver Nebeneffekt ist ein stets ordentlicher Arbeitsbereich, der zusätzlich mit Fertigungsplänen, Stücklisten, Arbeitsrichtlinien und darüber hinaus mit allen erforderlichen Schutzmaßnahmen ausgestattet ist. Somit kann der Mitarbeiter direkt am Fertigungsort die Planvorgaben lesen und hat das erforderliche Material und Werkzeug griffbereit bei der Hand. Alle Arbeitsgeräte sind sicher verwahrt. Mit diesen Arbeitswagen ist auch gewährleistet, dass alle Gerätschaften immer auf demselben Platz zu finden sind. Dieser Umstand schützt auch die vielen bauseitigen Helfer, die im Betrieb mitarbeiten. Ein großer Mehrwert dieser außergewöhnlichen Maßnahme ist die hohe Akzeptanz unter den Arbeitnehmern, weil die Idee von den Mitarbeitern selbst eingebracht worden ist.

Kurze Wege

Seit Einführung der Werkzeugwagen sind körperliche Beschwerden der Mitarbeiter deutlich zurückgegangen. Die Arbeitswege haben sich verkürzt und Arbeiten an Bauteilen können nun in kürzerer Zeit mit geringeren körperlichen Anstrengungen durchgeführt werden. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist gestiegen. Helfer von anderen Firmen finden sich schneller zurecht und können mit den jeweiligen Schutzmaßnahmen am Wagen vertraut gemacht und unterwiesen werden. Diese innovative Idee des Werkzeugwagens wurde vergangenes Jahr bei der Goldenen Securitas, einem Preis, den die AUVA und Wirtschaftskammer Österreich alle zwei Jahre ausschreibt, ausgezeichnet.

Der ständige Verbesserungsprozess, der seit mehr als fünf Jahren im Gange ist, hat sich in vielerlei Hinsicht bezahlt gemacht. Die Basiswerte des Unternehmens, wie Ehrlichkeit und Bodenständigkeit, geben die nötige Stabilität, den Rahmen für ein gesundes Wachstum und sorgen für dauerhaft zufriedene Kunden, die über die Leistungen nur Positives vermitteln. Die gezielte Kommunikation dieser Werte stärkt die Position am Markt und gibt Sicherheit für die Zukunft dieses Unternehmens (as)

Fact Box

Unter dem Motto „Gut geplant ist halb gewonnen“ versteht sich die Planholz-Zimmerei GmbH als Holzbauer mit „Leidenschaft zu unserem Handwerk“. Es werden unter anderem Aufstockungen, Zubauten, Hallen, Holzfassaden und Dachstühle aus dem Werkstoff Holz entwickelt. Aufgrund der großen Erfahrung im Holzbaubereich, einer genauen Planung und des Einsatzes qualifizierter Mitarbeiter entstehen stilsichere, flexible und nutzungsgerechte Lösungen. Mit dem Werkstoff Holz und einem hohen, materialgerechten Qualitätsstandard in der Verarbeitung, werden dauerhafte Werte für Generationen geschaffen. Die Verwendung von natürlichen Baumaterialen ist ressourcenschonend und lässt gesunde und atmungsaktive Räume entstehen.

Regionalität eine große Rolle, daher wird das Holz aus dem direkten Umfeld bezogen. Es ist hinlänglich bekannt, dass kurze Transportwege und verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Holz der entscheidende Schritt zu nachhaltigem Bauen sind. Der wertschätzende Umgang wird in langjährigen Partnerschaften sowohl mit den eigenen Mitarbeitern, Lieferanten als auch den Kunden gepflegt.