Gute Luft im Kindergarten

Kinder und Jugendliche reagieren oft empfindlicher auf Luftschadstoffe als Erwachsene. Da ihr Organismus noch in Entwicklung ist, braucht es besonderen Schutz vor Umweltbelastungen und -gefahren.

Gute Luft macht munter, kreativ und sorgt für gute Laune! © Georgijevic/iStock

In einem zweijährigen Projekt wurde vom ÖTI – Institut für Ökologie, Technik und Innovation GmbH und der AUVA die Innenraumluftqualität in Kindergärten gemessen und ausgewertet. Dabei wurden der Gehalt an flüchtigen organischen Substanzen, der Formaldehydgehalt, der Kohlendioxidgehalt sowie die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit ermittelt. Ein wichtiger Indikator für die vom Menschen verursachte Belastung des Innenraums ist Kohlendioxid (CO2). Steigt zum Beispiel die Konzentrationen an CO2, so geht das nachweislich mit einer Verschlechterung des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit einher. Auch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sind für das Wohlgefühl der Kinder ein wichtiger Faktor. So existiert ein Bereich von Lufttemperatur und -feuchtigkeit, der – unabhängig vom Alter – von allen Menschen als „behaglich“ empfunden wird. Der Bereich, der als behaglich empfunden wird, liegt bei etwa 20 bis 24 °C und 40 – 65 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Die Mehrheit der in diesem Projekt beprobten Kindergärten weisen ein Klima auf, das hinsichtlich Temperatur und relativer Luftfeuchte als behaglich einzustufen ist.

Messwerte nicht auffällig

Die Bewertung der flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) erfolgte aufgrund des Bewertungsschemas, das vom Arbeitskreis Innenraumluft im BM für Nachhaltigkeit und Tourismus und der Österreichischen Akademie der Wissenschaft ausgearbeitet wurde. Die gemessene Konzentration lag in allen Kindergärten deutlich unter 0,1 mg/m³ und damit zumindest im durchschnittlichen Bereich. Lediglich vier Messwerte waren geringfügig erhöht. Erst wenn Werte über 1 mg/m³ liegen kann von Auffälligkeiten gesprochen werden. Jene flüchtigen organischen Verbindungen, die gefunden wurden, stammen nicht von der Innenausstattung wie Möbeln, Fußboden oder Wandfarben, sondern sind hauptsächlich den flüchtigen Substanzen aus Reinigungs- und Desinfektionsmitteln zuzuordnen. Aufgrund der sehr niedrigen VOC-Werte kann man hier jedoch nicht von Auffälligkeiten sprechen.

Am häufigsten ließen sich Substanzen aus der Gruppe der Alkohole nachweisen. Hier konnte ein direkter Zusammenhang zu dem eingesetzten Reinigungs- und Desinfektionsmittel hergestellt werden. Auch der Formaldehydgehalt lag in allen Kindergärten deutlich unter 0,06 mg/m³, das ist jener Wert, der seitens der WHO sowie des österreichischen Arbeitskreises für Innenraumluft als Richtwert festgelegt ist. Bei jenen Kindergärten, bei denen die Belüftung der Räume durch eine natürliche Belüftung über Fenster erfolgt, ist festzustellen, dass der Kohlendioxidgehalt während der Messphase über 1.500 ppm liegt. In jenen Kindergärten, in denen die Zu- und Abluft über eine Belüftungsanlage gesteuert wird, liegen die Kohlendioxidwerte deutlich niedriger. Die CO2-Werte zeigen, dass zum Zeitpunkt der Messung in allen jenen ­Kindergärten, die über Fenster belüftet werden, erhöhte Werte auftreten. Ausreichend lüften behebt das Problem.