Kiss & Go

Durch ungeordnetes und verbotswidriges Zufahren, Halten und Wenden kommt es frühmorgens immer wieder zu gefährlichen Situationen vor Schulen.

© J. Wölfl

Gründe für die Pkw-Bringdienste der Eltern sind vielfältig: Lange Distanzen, Sicherheitsbedenken, Überbehütung oder Bequemlichkeit spielen jedenfalls eine Rolle. Häufig ist das „Elterntaxi“ jedoch nicht notwendig, denn viele Kinder haben einen Schulweg, der mit ausreichend Schulwegtraining problemlos zu Fuß zu bewältigen wäre und in zumutbarer Gehdistanz zum Wohnhaus liegt. Die Eltern-Taxis sollten daher eher die Ausnahme als die Regel sein.

Schulwegpläne, Gehgemeinschaften, Pedibus-Projekte sollen das zu Fuß gehen und die Selbständigkeit von Kindern fördern, Schulwege sicherer machen und schlussendlich auch der Gesundheit und Umwelt dienlich sein.

Kiss & Go statt morgendlichem Chaos

Eine weitere Maßnahme, um das Verkehrschaos zu reduzieren sind Kiss & Go-Zonen im Umfeld von Schulen. Diese wurden schon in zahlreichen Gemeinden in Österreich wie auch in anderen Ländern erfolgreich installiert. Wichtig dabei ist der Ansatz: Falls das Kind schon unbedingt mit dem Pkw in die Volksschule gebracht werden muss, dann nicht bis direkt vor das Schultor.
Im näheren oder weiteren Schulumfeld stellt die Gemeinde markierte und beschilderte Stellplätze zum kurzen Pkw-Halt zur Verfügung, an denen die Kinder gefahrlos aussteigen können. Das letzte Stück wird zu Fuß zurückgelegt. Wesentlich ist, dass die Kiss & Go-Bereiche seitens der Gemeinde so angeordnet werden, dass eine rasche Zu- und Abfahrt gewährleistet ist, ohne dabei andere Personen zu gefährden. Kinder sollen sicher ein- und aussteigen, und das letzte Stück abseits der Fahrbahn weitgehend sicher zu Fuß zurücklegen können. Bodenmarkierungen oder aufgeklebte Fußspuren können dabei unterstützen und den Fußweg zur Schule anzeigen.

Einbindung der Polizei

Um die Akzeptanz der Kiss & Go-Bereiche zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Eltern im Vorfeld über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme zu informieren. Das kann in Form von Elternschreiben oder Elternabenden sein. Die Polizei sollte bei der Einrichtung der Zonen jedenfalls eingebunden sein und auch zu Schulbeginn mittels anfänglicher Überwachung und Aufklärung auf die neuen Haltebereiche hinweisen.