Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeitsunfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monats­kalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzu­weisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im Februar stehen handgeführte Maschinen im Mittelpunkt.

Kalenderblatt Februar 2020: Handgeführte Maschinen

Handgeführte Maschinen sind zum Beispiel Handbohrmaschinen oder Trenn- und Winkelschleifer. Sie alle sind der europäischen Maschinenrichtlinie unterworfen und müssen seit 1995 vom Hersteller mit dem CE-Kennzeichen versehen werden. Neben der EG-Konformitätserklärung für Maschinen muss dem Gerät auch eine Betriebsanleitung in deutscher Sprache beiliegen

Wer handgeführte Maschinen verwendet, muss auch selbst für die Arbeitssicherheit sorgen. Dazu zählt zum Beispiel die optische Kontrolle, um Beschädigungen zu erkennen, oder eine Funktions­­­kontrolle Wird ein Mangel festgestellt, darf der Arbeitnehmer die Maschine nicht in Betrieb nehmen. Eine Verwendung ist nur nach einer Reparatur bzw. Instandsetzung durch einen Fachmann zulässig. Zusätzlich ist auch eine mindestens einmal jährliche Überprüfung durch einen Elektrofachkundigen – entsprechend der Elektroschutzverordnung 2012 – erforderlich.

Genauso wichtig wie eine für die jeweilige Arbeitsaufgabe geeignete Maschine ist auch die Verwendung eines passenden Werkzeuges. Dieses Werkzeug darf so wie die Maschine keinerlei Beschädigungen oder unzulässige Abnützungen aufweisen. Weiters müssen auch die auftretenden Betriebsbedingungen, wie zum Beispiel die Umfangsgeschwindigkeit bei Schleifscheiben oder die Temperatur der Schneiden von Spiralbohrern, den zulässigen Vorgaben der Werkzeughersteller entsprechen.

Wann sind Schutzhandschuhe erforderlich?

Grundlage für die Beurteilung ist neben dem ASchG die „Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmer/innen durch persönliche Schutzausrüstung“ (Verordnung Persönliche Schutzausrüstung – PSA-V; BGBl II Nr. 77/2014), wo unter anderem gefordert wird, dass Arbeitgeber bei der Ermittlung und Beurteilung der für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bestehenden Gefahren gemäß § 4 ASchG auch die Belastungen, die den Einsatz persönlicher Schutzausrüstung erforderlich machen, berücksichtigen und gemäß § 5 ASchG dokumentieren müssen.

Arbeitgeber müssen Arbeitnehmern Schutzhandschuhe zur Verfügung stellen, wenn mechanische Gefahren wie zum Beispiel durch den Kontakt mit Schneiden oder Sägen oder anderen spitzen oder scharfen Gegenständen oder solchen mit reibender, schleifender Wirkung bestehen. Durch das Tragen von Schutzhandschuhen erhöht sich aber auch die Gefahr in der Nähe von bewegten oder drehenden Teilen: Ein nicht eng genug anliegender Handschuh kann vom Werkzeug erfasst und eingezogen oder aufgewickelt werden. Daher werden beim Verwenden von handgeführten Bohrmaschinen keine Schutzhandschuhe getragen, da sich im Regelfall nicht immer beide Hände an der Maschine befinden. Das Tragen von Schutzhandschuhen in Verbindung mit handgeführten Winkelschleifern ist hingegen angebracht, wenn beide Hände des Maschinenführers immer die Griffe der Schleifmaschine umfassen.