Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeitsunfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monats­kalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzu­weisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im März stehen Handschuhe und Risiken an Maschinen im Mittelpunkt.

Kalenderblatt März 2020 – Handschuhe und Risiken an Maschinen

Schutzhandschuhe sind nicht immer ein wirksamer Schutz, sondern können bei bestimmten Tätigkeiten auch zu einer Gefahr werden: Rotierende Arbeitsmittel und Handschuhe vertragen sich nicht!

Noch vor einigen Jahren waren Schutzhandschuhe bei Beschäftigten in der metallverarbeitenden Industrie äußerst unbeliebt, da die verwendeten Handschuhmaterialien wie Leder oder Baumwollstoff mit Lederbesatz kein gutes Handling ermöglichten und Gummi- oder Latexhandschuhe die Hände schwitzen lassen. Das änderte sich schlagartig mit dem Aufkommen neuer Handschuhmaterialien wie zum Beispiel Faserstrickmaterial: Die Handschuhe wurden weicher, erhielten das Tastgefühl und schützten durch die Beschichtungen der Finger und Innenhandflächen vor Feuchtigkeit und Verschmutzungen.
In vielen Bereichen des metallverarbeitenden Gewerbes, auch in der mechanischen Bearbeitung und anderen Tätigkeitsbereichen, wurden Schutzhandschuhe immer beliebter. Dabei gerieten die Gefahren durch das Tragen von Handschuhen bei bestimmten Tätigkeiten schnell in Vergessenheit und es kam immer wieder zu Unfällen, die zu vermeiden gewesen wären. Daher sind bei Arbeitsplätzen neben den Gefahren, die durch Späne oder Kühlmittel ausgehen, auch die Risiken zu ermitteln, die beim Erfassen der Handschuhe durch drehende Werkzeuge oder Werkstücke ausgehen. Diesem Risiko wurde auch durch ein Verbot in der PSA-V (Verordnung für persönliche Schutzausrüstung) Rechnung getragen.

Hohes Verletzungsrisiko mit bleibenden Schäden

Würde beispielsweise die Spitze eines laufenden Akkubohrers den Mittelfinger des Handschuhs erfassen, wird das Handschuhmaterial am Bohrer aufgewickelt. Durch die vielen unterschiedlichen Funktionen der Handschuhe reißt das Gewebe des Handschuhs nicht. Damit verengt sich der Querschnitt des Handschuhfingers erheblich. Die Kräfte im Handschuh werden so groß, dass bevor das Handschuhgewebe reißt, der Finger am Gelenk abgetrennt wird. Durch das enge Anliegen der Handschuhe ist die „gefühlte“ Sicherheit trügerisch. Ein ähnlicher Effekt tritt beim Tragen von Schmuck auf. Besonders Ringe haben schon zum Verlust mancher Finger geführt.

Die Argumente, dass zum Beispiel Späne ebenfalls gefährliche Schnittverletzungen nach sich ziehen, müssen durch andere Maßnahmen bekämpft werden. Der althergebrachte Spänehaken und die Spänefangbleche an Maschinen können hier bereits Abhilfe schaffen. Ist der eigentliche Arbeitsprozess selbst beendet, die Maschine im Stillstand und wird die Reinigung anschließend durchgeführt, ist gegen den Einsatz von Handschuhen nichts einzuwenden.