Therapie bei Querschnittverletzungen?

Bei frischen Querschnittverletzungen könnten Stoßwellen vielleicht schon bald als Therapie eingesetzt werden.

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Etwa drei Millionen Menschen leben derzeit weltweit mit einer traumatischen Querschnittsverletzung. Genaue Zahlen liegen nicht vor, auch nicht für Österreich. Schätzungen gehen von 150 bis 200 Betroffenen pro Jahr aus. Die Frage der Akutversorgung ist für spezialisierte Unfallkrankenhäuser wie jene der AUVA interessant: Denn je besser die Behandlung vom ersten Moment an erfolgt, umso geringer können unter Umständen die Folgen einer Querschnittver­letz­ung ausfallen, erläutert Dr. Wolfgang Schaden, stv. Ärztlicher Direktor der AUVA.

Im Rahmen der ASCIS-(Austrian Spinal Cord Injury Study)-Tagung trafen sich kürzlich Experten fast aller wichtigen Zentren für Wirbelsäulenverletzungen in Österreich, um die erste flächendeckende klinische Studie für akut rückenmarkverletzte Patienten unter dem Arbeitstitel „Neurowave“ – zu finalisieren. Im Rahmen der Studie wurde die berechtigte Hoffnung formuliert, dass die Applikation der Stoßwellentherapie innerhalb von 48 Stunden nach dem Trauma einerseits die gefürchteten Sekundärschäden, die immer nach Verletzungen von Nervengewebe auftreten, geringhält und andererseits die Regeneration der Nervenfasern beschleunigt. Damit wäre es erstmals möglich, Patienten mit Rückenmarksverletzungen eine kausale Therapie anzubieten. Im Tiermodell und ersten klinischen Pilotversuchen konnte bereits nachgewiesen werden, dass eine Stoßwellenbehandlung nach einer Rückenmarksverletzung zu einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses führen kann. Nach Zustimmung der zuständigen Ethik-Kommissionen könnte die Studie noch heuer in den ersten Zentren beginnen.