Vielfalt sichert die Zukunft

Wie gelebte Integration aussehen kann, zeigt der Wiener Holzbaubetrieb Mach. Mit vielfältigen Maßnahmen werden die Fach- und Sozialkompetenzen im Berufs-und Privatleben gesteigert und damit langfristig Arbeitsplätze gesichert.

Gerade im Handwerk und auf Baustellen ist es wichtig, dass durch die Zusammenarbeit von Jung und Alt Wissen und Erfahrung der älteren Generationen weitergegeben werden. © R. Gryc

Mach Holzbau ist wurde im Jahr 1954 von Karl Mach sen. gegründet und wird bis heute als Familienunternehmen in der bereits dritten Generation, geführt. Schon immer wurde großer Wert auf eine durchmischte Personalstruktur im Hinblick auf Alter und Herkunft gelegt, um möglichst breit aufgestellt zu sein. Zahlreiche Maßnahmen für mehr Vielfalt an Fähigkeiten und Kenntnissen, an Kulturen und Sprachen, an Alter und damit zusammenhängenden Erfahrungen bis hin zu besonderen Bedürfnissen werden dazu durchgeführt. Diese wurden bei der „Goldenen Securitas“, einem Sicherheits- und Gesundheitspreis, den die AUVA und die Wirtschaftskammer Österreich alle zwei Jahre vergeben, in der Kategorie „Vielfalt bringt Erfolg“ ausgezeichnet.

Unterweisungen in vielen Sprachen

In der Zimmerei werden ganz gezielt Menschen mit unterschiedlichsten Nationalitäten, die ihr Wissen und Können aus den Tätigkeiten in den jeweiligen Heimatländern nutzbringend in den Betrieb einbringen, beschäftigt. Es ist keine Seltenheit, dass auf Baustellen verschiedene Gewerke zusammenarbeiten müssen und nicht jeder dieselbe Sprache spricht. Mit viel Erfahrung im Umgang mit diesem Umstand wird darauf geachtet, dass zumindest ein Mitarbeiter aus dem Firmenteam mit den Arbeitern anderer Firmen kommunizieren und wichtige Informationen an das eigene Personal weitergeben kann. So wird gewährleistet werden, dass jeder auf der Baustelle versteht, welche Anforderungen bestehen und wie jeder Einzelne sich zu verhalten hat. Somit lernen die Mitarbeiter auch die deutsche Sprache einfacher und es kann gewährleistet werden, dass Unterweisungen verstanden werden. Dies bringt mehr Sicherheit auf der Baustelle und verhindert Arbeitsunfälle.

Erfahrene Handwerker

Gerade im Handwerk und auf Baustellen ist es wichtig, dass durch die Zusammenarbeit von Jung und Alt Wissen und Erfahrung der älteren Generationen weitergegeben werden. Die Zimmermannskunst ist eines der ältesten Handwerke der Welt und nur durch diese Weitergabe von Wissen kann gewährleistet werden, dass sie noch viele weitere Jahrhunderte überdauert. Junge Menschen, die heutzutage oftmals keinen Zugang zum Handwerk haben, erlernen einen Beruf, der sie dazu befähigt, ihre Zukunft positiv für sich zu gestalten. Umgekehrt sorgt die körperliche Leistungsfähigkeit der Jungen oftmals für eine Entlastung der Älteren.

Erfolg durch Vielfalt

Durch gezielte Förderung des Zusammenhalts wurden gemeinsame Werte und eine Betriebskultur geschaffen, was die Motivation und Einstellung der Mitarbeiter zum Beruf verbessert. Durch Anerkennung speziell auch der älteren Generation und Erweiterung des Handlungsspielraums wird das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter gesteigert und die Arbeiter geben diese Energie dem Unternehmen zurück. Bei Mach Holzbau ist man der Meinung, dass auch in Zukunft der Weg zum Erfolg nur über Vielfalt in mehrfacher Hinsicht bei der Belegschaft führt. Nur so können viele verschiedene Erfahrungen und wichtige Impulse in das Unternehmen einfließen, die einen Stillstand verhindern und das Unternehmen und die Mitarbeiter in eine erfolgreiche Zukunft führen. Mitarbeitern mit eingeschränkten körperlichen Möglichkeiten wird die Chance auf einen geeigneten und sicheren Arbeitsplatz gegeben. Konkret wird ein Arbeitnehmer, der nach einem Arbeitsunfall im Montagebereich nicht mehr voll einsatzfähig ist, nunmehr in der Produktionsstätte beschäftigt. Für diesen Bereich wurde zu dieser Zeit dringend jemand gesucht.

Vom Erfahrungsaustausch profitieren

Ein breit aufgestelltes Team bringt für das Unternehmen viele Vorteile, denn das Tätigkeitsfeld im Holzbau ist genauso abwechslungsreich wie die Mitarbeiter selbst. Das Spektrum reicht von Großprojekten für die Stadt Wien über historische Projekte wie den Wiederaufbau des Dachstuhls nach dem Hofburg-Brand im Jahr 1992 bis hin zu kleineren Projekten für einzelne Kunden. Den Mitarbeitern bereitet es große Freude, diese Vielzahl an unterschiedlichsten Arbeitseinsätzen abzudecken.

Es werden nicht nur Experten aus der Holz- und Zimmerei-Branche, sondern auch Handwerker aus anderen Arbeitsfeldern, wie zum Beispiel aus dem Bereich Schlosserei, beschäftigt. So können alle beim Erfahrungsaustausch untereinander profitieren. Große Bemühungen bestehen nicht nur beim Weitergeben der Sprachkenntnisse, sondern auch bei der sozialen  Integration in Hinblick auf Familie und Privatleben. Lehrlinge, deren privates Umfeld oft problematisch war, konnten durch Schaffung eines stabilen Umfeldes im Betrieb auf eine gerade Bahn gebracht werden. Das soziale Engagement wird besonders geschätzt, da die Besonderheit des familienähnlichen Anschlusses am Arbeitsplatz in der Baubranche Seltenheitswert hat.

Arbeitsunfälle reduziert

Seit Einführung dieser Maßnahmen konnten die jährlichen Arbeitsunfälle laut Aufzeichnungen um 50 Prozent reduziert werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass durch die Förderung des starken Zusammenhalts gemeinsame Werte und eine besondere Betriebskultur entstanden sind. Sowohl die Motivation als auch die Einstellung zum Beruf wurden innerhalb der Mitarbeiter verbessert. Durch die Anerkennung wurde der Handlungsspieleraum erweitert und das Selbstwertgefühl der Arbeitnehmer enorm gesteigert. Speziell die ältere Generation reagiert auf diesen Umstand besonders positiv und gibt sehr viel Energie an das Unternehmen zurück. Mitarbeiter mit physischen Einschränkungen finden einen sicheren Arbeitsplatz in für sie geeigneten Bereichen und wissen dieses sehr zu schätzen.

Der Nominierung zur Goldenen Securitas in der Kategorie Vielfalt bringt Erfolg wird in diesem Unternehmen alle Ehre gemacht. Es werden Fach- und Sozialkompetenzen im Berufs-und Privatleben gesteigert, die Integration gefördert, indem langfristig Arbeitsplätze gesichert werden, auch nach körperlicher Einschränkung. Sicherheit und Gesundheit werden verbessert und auch dem Handwerksberuf wird eine Zukunft gegeben. Alles in allem ein Vorzeigebetrieb aus Wien, der in jeder Hinsicht Vorbild für die Holzbranche ist, denn Investitionen in die Mitarbeiter und deren Sicherheit und Gesundheit machen sich immer bezahlt! (as)