Was motiviert Arbeitnehmer?

Eine aktuelle Studie untersucht, wie Unternehmen in Zukunft exzellente Mitarbeiter finden, halten und motivieren können.

Werteorientierung ist eine zentrale Rolle für nachhaltigen Unternehmenserfolg mit einem klaren Fokus auf die Mitarbeiter, sozialer Verantwortung sowie einen guten menschlichen Umgang.

Quelle: www.marketagent.com, © DNY59/istpock

Ausbildung, Know-how und Erfahrung der Mitarbeiter waren für Unternehmen immer schon wichtig – aber seit die Digitalisierung die Anforderungen an die Qualifikationen der Arbeitnehmer deutlich erhöht hat und noch weiter erhöhen wird, haben diese Themen deutlich an Bedeutung gewonnen. Eine aktuelle Studie zum Thema „Mitarbeiter Magnetismus“ von Leitbetriebe Austria und Marketagent.com ist die bisher umfassendste und detaillierteste Erhebung, warum sich qualifizierte Personen für oder gegen einen Arbeitgeber entscheiden. Sie untersucht außerdem, wie Mitarbeiter gehalten werden können, was sie zu einem Wechsel bewegt und was notwendig ist, damit sie über viele Jahre hinweg engagiert bleiben.

Es ist noch viel zu tun …

Interviewt wurden mehr als 2.000 berufstätige Personen zwischen 20 und 65 Jahren. Anhand von
55 Fragen konnte ein sehr genaues Bild erstellt werden. „Die Studie hat gezeigt, dass man mit althergebrachten Strategien zu Mitarbeitergewinnung und -bindung in Zukunft nicht mehr weiterkommt“, erklärt Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent.com. „Die heimischen Unternehmen sind zwar engagiert und auch im internationalen Vergleich gut unterwegs, aber es bleibt noch viel zu tun, um auch im digitalen Zeitalter als Arbeitgeber zu den globalen Leadern zu gehören“, ergänzt Leitbetriebe-Austria-Geschäftsführerin Mag. Monica Rintersbacher.

Wenig überraschend an erster Stelle steht nach wie vor das Gehalt – gearbeitet wird, um Geld zu verdienen. Bemerkenswert ist hingegen, dass das Motiv „Karriere und Erfolg“ nicht einmal halb so wichtig ist wie Freude an der Arbeit. Die Aussicht auf Beförderung und einen höheren Platz in der Hierarchie motivieren kaum noch, fasst Patek zusammen: „Wichtig sind der Arbeitsinhalt und ein positives Arbeitsumfeld.“

Nur gut die Hälfte der Befragten beurteilt den Führungsstil in ihrem Unternehmen als kooperativ, welcher von beeindruckenden 93 Prozent als gut oder sehr gut empfunden wird. Ein Drittel ortet hingegen einen autoritären Führungsstil, den nur gut 30 Prozent positiv sehen. Ein autoritärer Führungsstil wird von Mitarbeitern, von denen Eigenverantwortung, Motivation und Kreativität erwartet wird, immer weniger akzeptiert.

Digitalisierung als Chance

Im Mittel sind die heimischen Berufstätigen laut eigener Einschätzung zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit tatsächlich produktiv. Bemerkenswert sind dabei die Unterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten: Während sich 32 Prozent der Vollzeitbeschäftigten als sehr ausgelastet betrachten, sind es nur 20 Prozent der Teilzeitkräfte. Dafür kann ein rund doppelt so hoher Prozentsatz der Teilzeitbeschäftigten den Wunsch nach Arbeit im Home-Office auch tatsächlich realisieren.
Die oft beklagte mangelnde Trennung zwischen Berufs- und Privatleben gibt es in der Realität kaum: Diese ist 79,7 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig und 78,3 Prozent bestätigen, dass ihnen diese Trennung auch sehr gut oder gut gelingt.

„Die Digitalisierung wird von Österreichs Arbeitnehmern als Chance betrachtet, nur wenige betrachtet die Entwicklung mit Sorge“, erklärt Patek. 77 Prozent bewerten Digitalisierung generell positiv, 66 Prozent sehen ganz konkret eine Erleichterung für ihre eigene Arbeit. Hingegen sehen nur 16 Prozent darin eine Gefahr für ihren Arbeitsplatz. Die Österreicher sind keine Technikmuffel, sondern stehen Innovationen durchaus positiv gegenüber.