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04.02.2019 14:56 Alter: 11 Tage
Kategorie: Jänner/Februar 2019

Auf großem Fuß

Unter dem Motto „Slow Winter“ hat sich das Schneeschuh­wandern in diesem Jahr zu einem Trend entwickelt. Von der Familienroute bis zur Alpintour gibt es gerade in Österreich ein breites Angebot für alle Könnensstufen.


Schneeschuhwandern ist ein beliebter Ausdauersport mit geringem Risiko. © Jag_cz/Stock

Schneeschuhe sind Rahmen mit Krallen auf der Unterseite, die auf die eigenen Winterschuhe angeschnallt werden und dazu dienen, sich bei Schneelage rasch und trittsicher fortzubewegen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Gewicht der Person wird auf eine größere Fläche als bei herkömmlichen Schuhen verteilt und das verhindert beim Gehen im Schnee zu versinken. In schneereichen Regionen sind Schneeschuhe daher weit mehr als ein Sportgerät und können auch Sportmuffel davon überzeugen, dass die winterliche Bergwelt so einiges zu bieten hat.
Schneeschuhwandern erfordert wenig sportliches Fachwissen und ist eine einfache, gesunde und meist ungefährliche Wintersportart. Wie beim Wandern wird auch beim Schneeschuhwandern einfach ein Fuß vor den anderen gesetzt. Durch die breitere und längere Auflagefläche erfordert es aber einen breiteren Gang. Das Sportgerät ist günstig zu kaufen oder leihen. Für Profis gibt es unterschiedliche Produkte, je nach Steilheit und Schneebeschaffenheit, und diese Qualitätsunterschiede im Hinblick auf Material, Gewicht, Komfort oder Stabilität machen sich auch im Preis bemerkbar.
Dazu gibt es wie beim Langlaufen oder Wandern auch noch Stöcke – und schon kann es losgehen mit laufen, wandern oder bergsteigen – ja nachdem, ob sie sich auf eine einfache Wanderung oder ambitionierte Bergtour wagen.Durch den Einsatz von Stöcken werden die Arme und somit die Rumpf- Schultermuskulatur aktiv mitbewegt und gekräftigt. Der Energiebedarf des Körpers ist außerdem höher als beim Gehen ohne Stöcke. Wer hoch hinaus will oder auf mehrtätigen Schneeschuh-Trekking-Routen geht, sollte die Strecke auf die eigene körperliche Fitness abstimmen und sich auch entsprechend ausrüsten. Vor allem Fragen der Wetter- und Lawinenkunde sind für Schneeschuhwanderer im hochalpinen Raum (über-)lebenswichtig. So sollte zum Bespiel ein LVS-Set (Lawinenverschüttungsgerät, Schaufel, Sonde) ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung sein. Denn im Gegensatz zum Skifahren befindet man sich beim Schneeschuhwandern meist im nicht gesicherten Gelände.

Tipps zur passenden Ausrüstung

  • Bei Schneeschuhen wird zwischen „Originals“ mit Holzrahmen und bespanntem Leder, „Classics“ mit Alurahmen und durchgehender Kunststoffbespannung sowie „Moderns“ aus flexiblem Plastik und Riemenbindungen unterschieden. Für Profis gibt es auch Schuhe mit Steighilfe, Verlängerungen und integrierten Harschkrallen, die das Gehen auf harter Unterlage erleichtern.
  • Die Schuhgröße richtet sich ähnlich wie beim herkömmlichen Schuhkauf nach dem Gewicht, der Schrittlänge und dem Verwendungszweck.
  • Unterschiedliche Varianten von Bindungen erleichtern das Anbringen der Schneeschuhe am eigenen Schuhwerk: Riemenbindungen haben dazu Bänder aus Kunststoff oder Gummi, Ratschenbindungen haben Schnallen, die über Zähne verstellbar sind. Ähnlich wie beim Snowboarden gibt es auch Hebelbindungen für Hartschalen- oder Plastik-Bergschuhe.
  • Feste, gut imprägnierte schnee- und wasserdichte Winterstiefel oder Plastikschalen-Bergschuhe sorgen für die nötige Wärme und Festigkeit.
  • Gamaschen verhindern, dass bei Tiefschnee zwischen Schuhe und Hose Schnee eindringt.
  • Die Kleidung sollte warm, funktionell und wasserdicht sowie der jeweiligen Witterung angepasst sein. Gerade das „Zwiebelprinzip“, eignet sich für Sport im Winter sehr gut.
  • Steigeisen sind im hochalpinen Gelände erforderlich und kommen dort zum Einsatz wo steile, vereiste Hangquerungen
  •     erforderlich sind.
  • Stöcke – am besten Skistöcke mit breiten Schneetellern – helfen Kraft zu sparen und das Gleichgewicht zu halten.
  • Ideal sind Stöcke mit verstellbarer Länge.