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28.08.2017 10:51 Alter: 85 Tage
Kategorie: September 2017

Das große Krabbeln

Auf allen Vieren bewegen sich die Trendsportler von 2017. Was auf den ersten Blick lustig, kindlich und gleichzeitig gemütlich wirkt, hat es in puncto Fitness aber in sich!


Crawling ist ein einfaches, aber sehr effektives Ganzkörpertraining. © iStock

Die Idee von „Crawling“ ist einfach: Der Bewegungsablauf des Trainings versetzt den Menschen in die Krabbelphase zurück. Alle Übungen werden auf allen Vieren und in Bodennähe ausgeführt. Aufwendige und teure Trainingsgeräte sind nicht erforderlich, das macht zumindest ortsunabhängig. Den Grundstein legten in den letzten Jahren Fitnesskonzepte wie High Intensity oder Bodyweight Trainings, die die schweißtreibende Arbeit mit dem eigenen Körper(gewicht) in den Mittelpunkt stellen. Nicht anders ist es mit Crawling – das in erster Linie die Rumpfmuskulatur stärkt. Wie es geht, schaut man sich am besten bei Kleinkindern ab: Auf allen Vieren, auf Zehenspitzen, auf den Händen oder den Knien kann gekrabbelt werden. Egal welchen Stil Sie bevorzugen, es stärkt jedenfalls die Oberkörpermuskulatur und mobilisiert Schultern und Hüften. Die Wirbelsäule entspannt sich, Arme, Po und Oberschenkel werden trainiert. Kraft allein ist aber nicht das Ziel, denn die koordinativen Übungen auf allen Vieren sorgen auch dafür, dass die linke und die rechte Gehirnhälfte gemeinsam kräftig gefordert werden. Koordination und Beweglichkeit werden sozusagen nebenbei trainiert. Damit ist Crawling ein einfaches, aber effektives Ganzkörper-Workout.

Gesund in jedem Alter

Babys und Kleinkinder trainieren mit dem Krabbeln ihren Körper und bauen mit ganz natürlichen Bewegungen Muskelkraft auf, schulen ihre Mobilität und legen den Grundstein für eine gesunde Gangart. Nicht anders ist es im Erwachsenenalter, mit dem Vorteil, dass beim Erkunden der Umgebung auf allen Vieren Ecken, Kanten oder Stufen kein Risiko mehr bedeuten. Durch ungesunde Haltung haben viele Erwachsene die Bewegungsabläufe der Kindheit verlernt – Crawling setzt hier an und zeigt, dass es einfach ist, den „Reset-Knopf“ im Kopf zu drücken und sich wieder der natürlichen Bewegungsmuster zu besinnen.
Da die Verletzungsgefahr gering ist, gibt es kaum eine Zielgruppe, für die das Krabbeln nicht das passende Fitnesskonzept ist. Lediglich für Menschen mit Problemen in Knie- oder Handgelenk können sich einige Übungen nicht eignen.

Laufen toppt Krabbeln

Der allerneueste Hype in Sachen Sport kommt aus Australien und ist die Verbindung von Krabbeln und Laufen zu „Crunning“. Auch hier sind Fitnessgeräte nicht erforderlich, jedoch Handschuhe und ein Helm sollten zur persönlichen Schutzausrüstung zählen, denn wer auf allen Vieren flott unterwegs ist, sieht manchmal der Gefahr buchstäblich nicht ins Auge. Dass es der Sport zur olympischen Disziplin schaffen wird, ist auch nicht von der Hand zu weisen, denn in Australien finden bereits „Krabbelrennen“ auf Wettkampfbasis statt.

Tipps und Adressen:
www.johnharris.at
www.crunning-movement.com

So wirkt Crawling

  • Verbesserte Haltung
  • Gestärkte Rumpfmuskulatur
  • Entspannung der Wirbelsäule
  • Straffer Po, Arme und Oberschenkel
  • Verbesserung der Koordination