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03.07.2017 18:47 Alter: 82 Tage
Kategorie: Juli/August 2017

Digital Detox: Verordnete Auszeit

Für viele von uns steht der Urlaub vor der Tür und die meisten wünschen sich Erholung, Ruhe und Entspannung vom stressigen Arbeits- und Lebensalltag. Bücher über Langsamkeit, Loslassen oder Zur-Ruhe-kommen haben Hochsaison. Und dennoch beherrscht der „Lärm des Tempos“ immer mehr unseren Alltag.


© Steve Debenport/iStock

Investitionen müssen sich rasch rechnen, Vorträge sollen nicht länger als zehn Minuten dauern, E-Mails wollen sofort beantwortet werden und wer ein Youtube-Video anklickt, will keine 60 Sekunden warten, bis die Werbeeinschaltung vorbei ist, darum geht es mit dem Button „Überspringen“ gleich weiter zum Wesentlichen. Doch was ist wesentlich in einer Zeit, in der Tempo und Beschleunigung die zentralen Werte geworden sind? Und ist der Mut, eine Entscheidung auch einmal langsam zu treffen, zu überdenken und abzuwiegen heute schon Luxus geworden? „Slow ist Management mit Zukunftspotenzial“, ist Harry Gatterer, Geschäftsführer vom Zukunftsinstitut und New Living-Experte, überzeugt. Er bringt in der Studie „Slow Business“ eine Reihe von Beispielen, dass auch das „Langsamsein“ durchaus Qualitäten in die Arbeitswelt bringen kann, die ohnehin schon viel an Flexibilität, Mobilität und permanenter Aufmerksamkeit und Erreichbarkeit fordert.

Mobilität und Stress

Eine vom deutschen Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung erstellte Studie hat die Stressbelastung auf dem Weg zur Arbeit untersucht. Der Weg zur Arbeit ist für viele Berufstätige ein belastender Stressfaktor, vor allem bei Pendlern, die mitunter mehr als 50 Kilometer oder eine Stunde pro Wegstrecke täglich auf sich nehmen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Unabhängig, ob das mit dem eigenen Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln geschieht – entscheidend, so die Studienergebnisse, ist die Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Im Auftrag des deutschen Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) wurde von der Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Verkehrsmedizin und Verkehrspsychologie auch die Stressbelastung von Pendlern untersucht und zeigt eine statistisch bedeutsame Abhängigkeit zwischen der Dauer des Arbeitsweges und der Höhe des Blutdrucks sowie der Herzfrequenz. Unfallgefahr, Stau und ständige Konzentration belasten den Organismus schon in frühen Morgenstunden und sorgen für einen durchaus ungesunden Start in den Tag. Viel besser als im eigenen Auto ist es in den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum, denn hier tragen ein hoher Lärmpegel in engen Räumen, schlechte Luft, fehlende Sitzplätze und unverschuldete Verspätungen dazu bei, dass schon am Morgen die gute Laune in den Keller sinken kann. Der Arbeitstag beginnt daher oft schon aufgrund der Anreise mit Konzentrationsschwächen, Verärgerung, Ermüdung und dem Gefühl, sich erst wieder sammeln zu müssen.

Slow: Vom Essen bis zum Urlaub

Der Gedanke, alles ein wenig langsamer anzugehen, kommt also nicht von ungefähr. Ob Slow-Food- oder Slow-Travel-Bewegungen – im Mittelpunkt steht immer ein Plus an Qualitätszeit, die uns Menschen scheinbar im Alltag immer mehr verloren geht. In Europa zählt Italien zu den Vorreitern der „Slow“-Bewegung. „Slow Food“ wurde dort im Jahr 1989 gegründet und zählt mittlerweile 100.000 Mitglieder in mehr als 150 Ländern. Gefordert wird hier im Wesentlichen das Recht auf den Genuss guter, sauberer und fairer Lebensmittel für alle Menschen. Die Mitglieder engagieren sich für eine nachhaltige Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung oder Schutz der biologischen Vielfalt. Was vom Essen ausging, hat mittlerweile viele Lebensbereiche erfasst, wie etwa den Tourismus, die Mobilität, das Gärtnern oder ganze Städte. Die Slow-City-Bewegung will Städte wieder lebenswerter machen, indem sie Fast Food, Autos oder Supermärkte aus dem Stadtbild verbannt und kleinräumigen Strukturen wieder den Vorzug gibt. Während also die einen Städte danach trachten, überall „free WLAN“ zur Verfügung zu stellen, geht es zum Beispiel in Slow-City-Städten auch darum, nicht „always on“ zu sein.

Auszeit per App

Für alle, die hier noch Unterstützung benötigen, hat sich ein Berliner Start-up gerade das Smartphone zunutze gemacht. Wer sich leicht im digitalen Alltag verliert und mehr Zeit als nötig vor einem Bildschirm verbringt, für den gibt es jetzt auch eine passende App, die beim Abschalten unterstützt. Mit „Offtime“ sollen Fokus und Kontrolle in einer hypervernetzten Welt zurückgewonnen werden. „Insgesamt wurden dadurch schon über 750 Jahre unabgelenkte Zeit ermöglicht – und über 525.600 Minuten kommen jeden Tag hinzu“, freuen sich die Entwickler und wollen dabei unterstützen, bewusst Grenzen zu neuen Medien zu ziehen und diese auch einzuhalten. Offtime hilft, angepasste „Zeit-Räume“ zu schaffen, ohne gleich komplett abschalten zu müssen, und unterstützt damit auch jene Menschen, die sich ohne permanente Erreichbarkeit rasch isoliert und ausgeschlossen fühlen. Je nach Profil – Zeit für den Partner, konzentriertes Arbeiten oder störungsfreie Freizeit – kann definiert werden, was in der Offtime erlaubt ist und was nicht. Dabei können Ausnahmen wie Familie oder Mehrfachanrufe, die auf einen Notfall hinweisen könnten, definiert werden. Denn: „Es kommt weniger auf eine eingeschränkte als auf eine bewusstere Smartphone-Nutzung an“, haben die Entwickler anhand einer Studie belegt. Nachgewiesen wurde, dass Menschen, die diese App nutzen, ihre Smartphonezeit einschränken. Individualisierbare Abwesenheitsbenach­richtigungen sorgen dafür, dass nichts unbeantwortet bleibt, aber dennoch der Druck ständiger Erreichbarkeit minimiert wird.

Buchtipp

Trendstudie Zukunftsinstitut: Slow Business Wie aus Achtsamkeit eine neue Wertschöpfung entsteht, Herausgeber: Christian Rauch, Juli 2016, 112 Seiten, ISBN 978-3945647-29-5

Info & Kontakt:

Genauere Details hierzu finden sich im AUVA-Folder „Wer darf was“.
Die AUVA bietet über die Schulungsbroschüre eigene Seminare zum Thema „Arbeiten unter Spannung“ an – Kontakt andreas.pohnitzer(at)auva.at.

Sicherheitsregeln für elektrotechnische Laien

  • Überzeugen Sie sich vor der Benutzung elektrischer Geräte oder elektrischer Anlagen von deren einwandfreiem Zustand.
  • Informieren Sie sich über allfällige besondere Sicherheitsmaßnahmen.
  • Bedienen Sie nur die dafür bestimmten Schalter und Stelleinrichtungen.Verändern Sie nicht die Einstellungen an Sicherheitseinrichtungen.
  • Verwenden Sie keine nassen elektrischen Geräte und bedienen Sie keine nassen elektrischen Anlagen wenn diese nicht dafür vorgesehen sind.
  • Verwenden Sie elektrische Geräte und bedienen Sie elektrische Anlagen nur mit trockenen Händen.
  • Schalten Sie bei Störungen das Gerät ab oder ziehen Sie den Stecker.
  • Melden Sie Störungen oder Schäden an elektrischen Geräten oder Anlagen der Elektrofachkraft und verwenden Sie bis zur Behebung der Störung oder des Schadens das Gerät oder die Anlage nicht.
  • Öffnen Sie niemals Schutzabdeckungen an elektrischen Geräten und Schaltanlagen bzw. nicht berührsicheren Verteilerkästen. Diese sind mit einem Blitzsymbol auf gelbem Hintergrund gekennzeichnete oder so verschlossen, dass sie nur mit Werkzeug geöffnet werden können.