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06.06.2017 21:13 Alter: 76 Tage
Kategorie: Juni 2017

Forscher sind der Müdigkeit auf der Spur

Vom aktiven Wachzustand über entspannte Ruhe und Müdigkeit bis zum Schlaf zeigt das Zentrale Nervensystem unterschiedliche Aktivitätszustände. Wissenschaftler sprechen von unterschiedlichen „Arousalniveaus“. Die Regulation dieses Arousals ist überlebenswichtig.


© demaerre/iStock

Im Straßenverkehr oder bei Gefahr muss das Gehirn schneller reagieren und das Arousal hoch gehalten werden, anders in der Hängematte“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN).
Obwohl die Regulation des Arousals von fundamentaler Bedeutung für menschliches Verhalten ist, gab es bisher kein Verfahren, um die Arousalregulation im Wachzustand zu bestimmen. Neurophysiologen des Universitätsklinikums Leipzig haben jetzt eine Methode entwickelt, die dazu beitragen soll, zu erkennen, ob ein müder Patient schläfrig oder erschöpft bei innerer Daueranspannung ist. Mithilfe des sogenannten „Vigilanz Algorithmus Leipzig“ (VIGALL 2.1) erhoffen sich Experten der DGKN, den Zusammenhang zwischen gestörter Wachheitsregulation am Tag und psychischen Erkrankungen besser zu verstehen und so die Behandlung von Betroffenen zu verbessern. Über erste Erfahrungen mit der Software wurde anlässlich der DGKN-Jahrestagung Anfang Mai in Leipzig berichtet.

Quelle: Ulrich Hegerl, Tilman Hensch. The vigilance regulation model of affective disorders and ADHD. Neuroscience an Biobehavioral Reviews 44 (2014) 45-57