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04.12.2017 07:40 Alter: 324 Tage
Kategorie: Dezember 2017

Gastbeitrag: Am Ziel vorbei

Kaum Unfälle, reichlich Gesundheits-, ausgewogene und kostengünstige Essensangebote, Vorgesetzte, die „gut“ führen und Mitarbeitern krankmachenden Stress von den Schultern nehmen. Was kann ein Musterschüler in Sachen Betrieblicher Gesundheitsförderung noch besser machen?


© istock

Auf der einen Seite investieren Unternehmer in Betriebliche Gesundheitsförderung, auf der anderen Seite sind die Zahlen alarmierend: Österreicher werden immer dicker und kränker, Mitarbeiter fühlen sich ausgepowert, Rückenschmerzen sind zur Volkskrankheit geworden. Mitarbeiter gehen krank zur Arbeit, gleichzeitig steigen die Krankenstände in einigen Betrieben dramatisch. Doch wie kann das sein, wenn sich fast alle Betriebe auf die Fahne schreiben, in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren und Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) anzubieten?

Gesundheit für Gesunde?

Gesundheit ist ein vielschichtiges Thema und geht weit über die Klassiker von Rückenschule und Fitnessstudioangeboten hinaus. Für den Gesundheitsexperten, der Angebote im Betrieb konzipiert, ist es „tägliches Brot“, auf Gesundheit zu achten, über Ernährung Bescheid zu wissen, den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten und Stress zu vermeiden. Manchmal schaffen es aber genau diese Experten nicht, auch andere Perspektiven einzunehmen. Die Folge: Die angebotenen BGF-Maßnahmen sind auf gesunde Mitarbeiter zugeschnitten, die meist ohnehin schon einen gesunden Lebensstil führen.
Der größte Sportmuffel, der, der am wenigsten auf seine Ernährung achtet, der, der abgeschlagen innerlich gekündigt hat: Genau dieser Mitarbeiter muss die Zielgruppe sein. Es gilt, hier herauszufinden, welches Angebot genau dieser Mitarbeiter braucht, an welcher Bewegung er Spaß hat, was ihm Stress bereitet, was ihn motiviert, was ihm alternativ zu Ungesundem auch noch schmeckt. Das erfordert Mut und die Unterstützung von Chefetage und Betriebsrat, um die ausgetretenen Wege zu verlassen!

Für jeden das Richtige

Angebote müssen zielgruppengerecht und out of the box sein, um da zu wirken, wo sie oft nicht ankommen, wo sie aber dringend gebraucht werden. Die Klassiker der Gesundheitsförderung werden uns nur bedingt weiterhelfen, sie werden schon bei vielen Firmen angewendet und beziehen einen großen Teil der Mitarbeiter nicht mit ein. Sie vergrößern allzu oft die Spanne zwischen gesunden und ungesunden Mitarbeitern. Und diese gilt es zu verkleinern. Flächendeckend müssen Angebote für verschiedene Zielgruppen geschaffen werden.

Der Österreichische Betriebssport Verband ist sich sicher, dass es für jeden Mitarbeiter die richtige Bewegungsform gibt. Und diese herauszufinden, hat sich der ÖBSV auf die Fahne geschrieben. Dabei verfolgt er gleichzeitig Top-down- und Bottom-up-Ansätze, untersucht mit qualitativen und quantitativen Methoden und hat den Mut für außergewöhnliche Ideen, die bei denen ankommen, die noch nicht über ihre Gesundheit nachgedacht haben oder bestehende Angebote ablehnen.

Florian Ram, ÖBSV

Info & Kontakt:
Österreichischer Betriebssportverband
T: +43 1 512 81 22, projekte(at)betriebssport.at, www.betriebssport.at