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03.07.2017 10:21 Alter: 24 Tage
Kategorie: Juli/August 2017

Gelsenalarm!

Gelsenstiche sind meist unan­genehm, aber selten gefährlich.


© Refluo/iStock

Viele Geschichten kursieren um die Frage, was Gelsen magisch anzieht und was daher das beste Rezept wäre, die surrenden Tiere davon abzuhalten, zu stechen. „Süßes Blut“ ist es jedenfalls nicht. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung wirken das ausgeatmete Kohlendioxid und Körperdüfte wie Fettsäuren oder Ammoniak als Magneten. Das kann auch je nach Art der Stechmücke variieren – die Gelbfiebermücke etwa liebt den Geruch von Milchsäure.

Vom Einstich zum Juckreiz

Gelsen benutzen für eine Blutmahlzeit einen sogenannten Stechrüssel. Durch zwei Kanäle wird einerseits Speichel abgegeben und anderseits Blut gesaugt. Der Stich selbst ist meist kaum spürbar, doch kurz danach tritt oft eine auf die Einstichstelle begrenzte allergische Reaktion auf – verbunden mit einem mehr oder weniger starken Juckreiz. Beides ist bedingt durch Proteine, die die Stechmücke einspritzt, um die Gerinnung des Blutes zu verhindern. Körpereigenes Histamin lässt dann in vielen Fällen Quaddeln entstehen.
Lokales Erhitzen der Einstichstelle hilft gegen die Schwellung und den Juckreiz, da die Proteine durch die Erhitzung denaturieren. Eine ganze Reihe weiterer Hausmittel wird empfohlen, das reicht von Essig bis Zwiebeln, und einen Versuch sind diese Tipps wohl allemal wert. Nicht jeder Mensch reagiert mit großen roten Quaddeln, die oft tagelang stark jucken. Manche Menschen reagieren lediglich mit kleinen roten Punkten an den Einstichstellen.

Mechanische Abwehr

Wie so oft in der Medizin gilt auch hier: Vorbeugen ist besser als heilen. Die mechanische Abwehr in Form von Fliegen- bzw. Mückennetzen vor Fenstern oder Terrassentüren ist ideal. Gerade wenn man im Garten oder auf dem Balkon sitzt und ab und zu ins Haus geht, sollte die Tür durch ein Netz geschützt sein oder immer wieder geschlossen werden. UV-Lampen stellen ebenfalls effiziente Lösungen da, töten aber auch andere Tiere wie etwa Schmetterlinge.
Gelsen haben eine Abneigung gegen manche Pflanzen, die – neben Sitzplätzen gepflanzt – eine gute Hilfe darstellen: Tomaten, Thymian, Katzenminze, Lavendel. Ebenfalls auf Duftstoffe setzen Lösungen wie Wasserschalen mit stark riechenden Ölen wie Zitronella, Nelken-, Eukalyptus- oder Lavendelöl. Minze, Sandelholz, Zimt oder Anis sind ebenfalls keine Favoriten von Stechmücken. Auch Duftkerzen schaffen Abhilfe. Die Hautcreme mit ein paar Tropfen ätherischem Öl zu vermischen und wie gewohnt aufzutragen, kann ebenfalls effizient sein – zuviel davon reizt allerdings die Haut. Grundsätzlich sind helle Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen, oftmaliges Duschen und Wechseln der Kleidung, vor allem der Socken, ebenfalls sanfte Abwehrmethoden.

Hausmittel

rohe Erdäpfelscheibe, rohe Zwiebel, Lavendel-, Teebaum-, Johanniskraut-, Nelkenöl, Topfen, Honig, Zitrone, Melissen- oder Spitzwegerichblätter, Essig, Eiswürfel, Spucke, Salzbrei aus Salz und wenig Wasser

Alternativen

Salben und Gele aus der Apotheke bzw. auf Verordnung des Arztes, Hitze, zum Beispiel in Form eines Insektenstichheilers oder Thermostifts aus der Apotheke oder als erhitzter Löffel

Vorbeugung

Pflanzen zur Abwehr, Fliegen-/Mückennetz, Licht abdrehen, Gelsenstecker nur in Ausnahmefällen, Wasserschalen mit Duftölen, Duftkerzen, lange, helle Kleidung, häufig duschen, UV-Lampen, Repellents

Wissen

Weltweit existieren mehr als 3.500 Arten von Stechmücken (Gelsen, Moskitos), 104 Arten kommen auch in Europa vor, fast alle davon in Österreich. Das beim Blutsaugen von den Weibchen aufgenommene Eiweiß und Eisen ist für die Eierproduktion erforderlich, ansonsten halten sich Stechmücken eher an Nektar und andere zuckerhaltige Pflanzensäfte. Die Eier werden bevorzugt in stehenden Gewässern abgelegt, es reichen aber schon kleinste Wassermengen.