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06.06.2017 20:55 Alter: 21 Tage
Kategorie: Juni 2017

„Gesundheits­kompass“ für Schüler

Gesunde Kinder von heute sind gesunde Erwachsene von morgen – daher fordert Familienministerin Mag. Sophie Karmasin gemeinsam mit der Ärztekammer die Auswertung von schulärztlichen Daten.


Gesundheitsdaten der heranwachsenden Generation sollen besser genutzt werden. © STUDIOGRANDOUEST/iStock

Die Zahlen sind mehr als alarmierend: 24 Prozent der 7- bis 14-jährigen Kinder in Österreich sind übergewichtig. Das bedeutet einen Anstieg von 5 Prozent seit dem Jahr 2008. Bei den 15- bis 30-Jährigen liegt der Anteil aktuell gar bei 26 Prozent. Zudem nehmen auch chronische Erkrankungen wie Neuro­dermitis, Asthma und Diabetes bei Schulkindern deutlich zu: Bereits rund 16 Prozent aller 11- bis 15-Jährigen sind chronisch krank. „Prävention wird vor dem Hintergrund immer wichtiger, denn gesunde Kinder von heute sind gesunde Erwachsene von morgen“, sagt Bundesministerin Mag. Sophie Karmasin. Nach dem Vorbild des Bildungskompasses will Karmasin nun einen „Gesundheitskompass“ einführen, der die Schüler begleitet und ihnen damit ihre Gesundheitsdaten auch nach dem Schulabschluss zur Verfügung stehen. In Österreich fehlt es derzeit an standardisierten und aussagekräftigen Daten über den aktuellen Gesundheitsstatus und die Gesundheitsentwicklung von Schulkindern. „Wir haben ein einzigartiges Schularztwesen, das mit einer anonymen Auswertung der durchgeführten schulärztlichen Untersuchungen optimiert werden könnte. Denn die mit wertvollen Gesundheitsinformationen befüllten Schularztbögen werden derzeit nicht zentral ausgewertet“, so Karmasin.
Seitens der Ärztekammer zeigt sich der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Leiter des ÖÄK-Schulärztereferats, Dr. Karl Forstner, froh über das Engagement des Ministeriums für Familien und Jugend: „Wenn Medizin weitestgehend evidenzbasiert erfolgen soll, können wir es uns nicht leisten, diese Daten der heranwachsenden Generationen brachliegen zu lassen.“