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03.07.2017 12:03 Alter: 24 Tage
Kategorie: Juli/August 2017

selbst.VERSTÄNDLICH ist nicht selbstverständlich

Aktionen von Unternehmen zur Steigerung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind noch keine Selbstverständlichkeit. Daher wurde die voestalpine Stahl GmbH für ihren Workshop zum Thema selbst.VERSTÄNDLICH kürzlich mit dem Alle!Achtung!-Award ausgezeichnet.


Alle!Achtung!-Award für den Workshop selbst.VERSTÄNDLICH (v. l. n. r.): KommR Friedrich Pöltl (AUVA-Obmann-Stellvertreter), Mag. (FH) Matthias Pastl (Leiter Unternehmenskommunikation voestalpine), Ing. Andreas Huber (Leiter Arbeitssicherheit Steel Divison), Mag. Pauline Seidermann, (Finanzvorständin der voestalpine-Steel Division), Ing. Christian Haider (Prozessverantwortlicher Elektrotechnisches Zentrum), Mag. Marina Pree-Candido (AUVA-Landesstellendirektorin), Ing. Johannes Wegerer (Leiter technische Medien). © R. Reichhart

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz haben bei der voestalpine Stahl GmbH einen hohen Stellenwert. „Wir verstehen uns als hochprofessionelles Unternehmen und wir verhalten uns auch beim Thema Sicherheit wie Profis“, formuliert es Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, Technikvorstand der voestalpine Steel Division.

„Zeit für Sicherheit muss immer sein“

Die sicherheitstechnischen Anforderungen an die Mitarbeiter des Technischen Service sind dabei besonders hoch: Wo immer innerhalb der voestalpine eine Wartung oder Instandhaltung notwendig ist, kommen die Frauen und Männer des Technischen Service zum Einsatz. Täglich sind sie dabei mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Ist es einmal „nur“ der Austausch eines defekten Leuchtmittels in einem Büro, kann es morgen schon die Behebung eines Schadens in unmittelbarer Nähe des Hochofens sein.

So vielfältig die Aufgaben der insgesamt etwa 1.900 Beschäftigte zählenden Truppe, so unterschiedlich können auch die Gefahren sein, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind. Daher sind die Mitarbeiter auch angehalten, vor Aufnahme einer Tätigkeit kurz innezuhalten und sich zu überlegen, welche möglichen Gefahren auf sie zukommen können und ob sie im Vorfeld wirklich alles getan haben, um Risiken zu minimieren. „Zeit für Sicherheit muss immer sein“, ist Zajicek überzeugt.

Mehrere Stationen – ein Ziel

Zur hohen Professionalität gehört es bei der voestalpine auch, den Mitarbeitern die möglichen Gefahren nicht nur beim Eintritt in das Unternehmen vor Augen zu führen, sondern sie regelmäßig zu schulen, um ihnen Risikopotenziale wieder in Erinnerung zu rufen.
Eine solche Schulungsmaßnahme war der Workshop selbst.VERSTÄNDLICH, der im Jänner dieses Jahres durchgeführt wurde: An zehn Arbeitstagen wurden insgesamt 1.616 Personen an mehreren Stationen unterwiesen. Für die Aktion war am weitläufigen Werksgelände sogar ein eigenes beheizbares Materialzelt umgebaut worden, in dem sich die Gruppen von jeweils 45 Personen etwa zwei Stunden aufhielten. Gestartet wurde um 8:00 Uhr morgens, die letzte Gruppe verließ abends gegen 17:00 Uhr das Areal.
Bei der Planung der Aktion hatten die Verantwortlichen ge­­meinsam mit den Mitarbeitern und einem externen Berater detaillierte Überlegungen angestellt, welche Inhalte bei selbst.VERSTÄNDLICH transportiert werden sollten. Herausgekommen ist schließlich ein Konzept mit fünf Stationen, die wiederum thematisch unterteilt waren.
Eine Station widmete sich – in enger Kooperation mit der AUVA – der Vermeidung von Hand-/Fingerverletzungen durch Auswahl der jeweils „richtigen“ Handschuhe, thematisierte aber auch die korrekte Handhabung von Anschlagmitteln für unterschiedliche Aufgaben mit vorheriger Sichtprüfung und Kontrolle der einwandfreien Funktion. Da bei der voestalpine oft scharfkantige Teile zu manipulieren sind, steigt einerseits das Verletzungsrisiko, andererseits kann die Verwendung ungeeigneter Anschlagmittel zu Verletzungen führen, wenn Lasten abstürzen.
Eine weitere Station stand unter dem Motto „Denk ans Gelenk“. In Anlehnung an einen Demonstrationsaufbau der AUVA hatte man bei der voestalpine ein System aufgebaut, das den Mitarbeitern vor Augen führte, wie groß die Belastung auf Gelenke und Wirbelsäule wird, wenn man leichtsinnig über Stufen springt. Veranschaulicht wurde bei dieser Station auch, wie man durch richtiges Heben und Tragen Muskelskelett­erkrankungen vorbeugen kann. Auf einem Wackelbrett mussten schließlich alle ihren Gleichgewichtssinn unter Beweis stellen.
Station Nummer drei setzte sich aus einem Impulsvortrag zum Thema „Wir bleiben gesund“ und einem Improvisationstheater zusammen. Im Rahmen des Vortrags wurden Themen wie Immunsystem und Psyche oder Infektionsgefahren am Arbeitsplatz sowie gesunde Ernährung aufgegriffen. Das Improvisationstheater stand unter dem Motto „Zwei Minuten vor der Arbeit“ und thematisierte die große Bedeutung der richtigen Vorbereitung auf die durchzuführende Tätigkeit.
Das Engagement der voestalpine Stahl GmbH wurde nun auch durch die AUVA gewürdigt: Im Mai durfte Mag. Pauline ­Seidermann, Finanzvorständin der Steel Division, den Alle!Achtung!-Award „Für ein MEHR an Prävention“ aus den Händen des AUVA-Obmann-Stellvertreters Friedrich Pöltl und der AUVA-Landesstellendirektorin Mag. Marina Pree-Candido in Empfang nehmen.

Alle!Achtung! Mit diesem Award holt die AUVA Persönlichkeiten, Unternehmen oder ­Schulen vor den Vor­­hang, die besondere Akzente auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz setzen.
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alle-achtung(at)auva.at