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28.08.2017 11:35 Alter: 27 Tage
Kategorie: September 2017

Sicheres Arbeiten in der Höhe

Elektrizitätswerk Gösting V. Franz, Graz Eine gute Arbeitsumgebung, Zusammenhalt im Team und laufende Verbesserungen im Sicherheits- und Gesundheitsschutz machen sich im E-Werk FRANZ in mehrfacher Hinsicht bezahlt.


Fotos: © R. Gryc

Seit mehr als 100 Jahren unterstützt der größte private Stromversorger Österreichs – E-Werk FRANZ in Graz – überall dort, wo Energie im Spiel ist, mit professioneller Beratung, bedürfnisorientierter Planung, Umsetzung von Rohinstallationen bis zur Komplettierung und zum Service. Die über hundertjährige Geschichte und umfassende Erfahrung des E-Werks FRANZ wird heute von erneuerbarer Energiegewinnung und nachhaltigem Denken geprägt: FRANZ setzt daher auch auf Sonnenenergie, auf den Firmendächern des E-Werks – und auch bereits bei vielen Kunden – wurden Fotovoltaikanlagen installiert.
Nicht nur die Umwelt, sondern auch Sicherheit und Gesundheitsschutz stehen für das Unternehmen mit dem Sicherheitsverantwortlichen Thomas Unger an oberster Stelle. Aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr eine große Schwerpunktaktion zum Thema „Persönliche Schutzausrüstung für Arbeiten in der Höhe“ und andere Schulungsmaßnahmen gestartet.

PSA: Wünsche des Teams im Fokus

Der Auslöser für die Schwerpunktaktion im E-Werk war die Erkenntnis, dass die im Betrieb bestehenden Sicherheitsgurte nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. Aus diesem Grund entschied die Geschäftsführung, Beratung durch eine externe Firma in Anspruch zu nehmen, die auf diese Tätigkeiten und die neuesten Produkte spezialisiert ist. Im ersten Schritt wurden in einem Gremium, bestehend aus Sicherheitsfachkraft, Sicherheitsvertrauensperson, Arbeitsmediziner, Einkaufsleiter, Betriebsleiter und Obermonteur, die Arbeitsschritte für Arbeiten in der Höhe und in Arbeitskörben diskutiert sowie eruiert, welche Materialien beziehungsweise Produkte das Arbeiten in der Höhe technisch erleichtern, sicherer machen und gleichzeitig eine Zeitersparnis bringen. Anschließend wurden unterschiedliche Anbieter, die persönliche Schutz-
ausrüstung (PSA) herstellen, die das Arbeiten in der Höhe und das sichere Bergen eines Mitarbeiters sicherer und leichter gestalten, gesucht und gefunden. Hier wurde speziell auf die technischen Anforderungen, aber gleichzeitig auch auf die Ergonomie und den guten Tragekomfort für den Nutzer Wert gelegt.
Die Monteure durften die favorisierten Produkte testen und mitbestimmen, welche PSA angenommen und verwendet wird. Bei der Auswahl stand nicht der Preis im Vordergrund, sondern die Wünsche der Mitarbeiter. Das Zubehör wie Helme, Handschuhe oder Bekleidung wurde ebenfalls erneuert und auch hier durften die Mitarbeiter mitentscheiden, welche Teile beschafft werden sollten.
Zeitgleich wurde mit einer externen Firma ein spezielles Schulungsprogramm festgelegt, das insbesondere den Anforderungen des E-Werkes entspricht und über das gesetzliche Maß hinausgeht. In dieser Schulung wurde das Arbeiten am Strommast, auf Dächern oder in Arbeitskörben gezeigt. Einen wichtigen Bestandteil des Trainings stellte das Bergen eines verunfallten und verletzten Teammitgliedes dar. Dafür wurden spezielle Bergungssysteme angeschafft, damit eine rasche und sichere Rettung vorgenommen werden kann. Im Zuge dessen absolvierten die Mitarbeiter auch den Auffrischungskurs für Ersthelfer.

Vom Wissen zum Handeln

Durch die erfolgreiche Anwendung des S-T-O-P Prinzips (Substitution – Technik – Organisation – Personenbezogen), das eine Reihenfolge für Maßnahmen zur Gefahrenverhütung festlegt, ist es gelungen, das Arbeiten in der Höhe kürzer und vor allem sicherer zu gestalten. Durch die umgesetzten Maßnahmen im Bereich der Produkte und der PSA ist das Arbeiten in der Höhe und in Arbeitskörben an den Stand der Technik angepasst worden. Damit die Tätigkeiten mit größter Sicherheit ausführt werden können, ist es nicht nur notwendig, die verschiedenen Sicherheitstechniken zu beherrschen, sondern auch, über geeignetes Material zu verfügen, dessen ordnungsgemäßer Zustand regelmäßig kontrolliert und das bei Bedarf sofort getauscht wird. Darüber hinaus müssen und werden die Mitarbeiter laufend geschult und unterwiesen. „Unsere Mitarbeiter waren mit vollem Enthusiasmus bei der Auswahl der richtigen persönlichen Schutzausrüstung dabei und haben wertvolle Beiträge geleistet. Das hat den Teamgeist gestärkt und auch die Schulungsmaßnahmen wurden gerne angenommen“, berichtet Geschäftsführerin Ingrid Seidl begeistert.
Wen wundert es, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Betrieb so wohl fühlen, liegt das E-Werk doch inmitten eines Pflanzenparadieses. Das E-Werk fasziniert mit ganz speziellem Flair und nachhaltigem Denken. Wie es dazu kam? Dies lässt sich einfach durch einen Blick in das hauseigene E-Werk-Museum ergründen, das zeigt, dass Geschichte durchaus lebendig sein kann. Das beliebte Museum wird gerne von Schulklassen besucht. Dabei erfahren interessierte Kinder unter anderem, dass die Anfänge des E-Werks FRANZ weit zurückreichen, nämlich bis ins Jahr 1903, als die Bewilligung zum Bau eines Kraftwerkes samt zugehöriger Leitungsanlage erteilt wurde. Wo einst eine Jesuitenmühle stand, gründete die Familie Franz zuerst ein Eiswerk, dann das Elektrizitätswerk Gösting. Das Grundstück selbst erhielt Viktor Franz von seinem Vater Carl, einem erfolgreichen Unternehmer, in dessen Fußstapfen auch der Sohn treten sollte. Neben seinem guten Geschäftssinn pflegte Viktor Franz schon damals eine große Leidenschaft für die Umwelt, die sich heute noch in der Philosophie des nachhaltigen Schaffensgeistes manifestiert und sich auch in der Vielfalt botanischer Pflanzen rund um das E-Werk FRANZ eindrucksvoll widerspiegelt.

Auszeichnung für Engagement

Eine gute Arbeitsumgebung, Zusammenhalt im Team und laufende Verbesserungen im Sicherheits- und Gesundheitsschutz machen sich in mehrfacher Hinsicht bezahlt. Teamgeist, sinkende Krankenstandstage und weniger Arbeitsunfälle tragen zu einem positiven Arbeitsklima bei. Die erfolgreich eingeführten Präventionsmaßnahmen im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung für Arbeiten in der Höhe wurden vergangenes Jahr mit einer Nominierung für die „Goldene Securitas“, einem Preis, den die AUVA und die Wirtschaftskammer Österreich alle zwei Jahre ausschreiben, in der Kategorie „Sicher und gesund arbeiten“ ausgezeichnet. Mit ihr werden jene Klein- und Mittelbetriebe vor den Vorhang geholt, die auf dem Gebiet der Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten vorbildliche Maßnahmen gesetzt haben.