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28.08.2017 11:28 Alter: 85 Tage
Kategorie: September 2017

Sicherheitswissen für die Führungskräfte von morgen

An der HTL Imst werden in den Fachrichtungen Bautechnik und Innenarchitektur die Führungskräfte von morgen ausgebildet. Dabei legt man großen Wert auf die Vermittlung von theoretischem und praktischem Fachwissen rund um die Arbeitssicherheit. Ein Grund, die HTL Imst mit dem ALLE!ACHTUNG!-Award auszuzeichnen.


Die Preisverleihung zum ALLE!ACHTUNG!-Award. V. l. n. r.: Dr. Stefan Mascher (Vorsitzender des Kuratoriums, Leiter der Bezirksstelle Imst der WKO Landesstelle Tirol), DI Werner Mungenast (HTL Imst, Abteilungsvorstand Innenarchitektur), MMag. Elena Bremberger, LL.M. (designierte Leiterin der Bezirksstelle Imst der WKO Landesstelle Tirol), OSR Ewald Baumann (HTL Imst, Werkstättenleiter), Ing. Thomas Holzknecht (AUVA-Außenstelle Innsbruck), Dr. Stefan Walch (Direktor der HTL Imst), Dipl. Ing. (HTL) Reinhard Schuller (stv. Direktor der AUVA-Landesstelle Salzburg), Ing. Martin Schretthauser (stv. Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Salzburg), DI Markus Lentsch (HTL Imst, Abteilung Bautechnik, Bauhofleitung). © W. Hawlik

Jeder Arbeitsunfall ist ein Unfall zu viel. Unser Ziel muss es daher sein, die Schüler im Bereich der Arbeitssicherheit zu sensibilisieren, damit sie Gefahren erkennen und evaluieren sowie Risikobeurteilungen vornehmen können. Damit wird ein sicheres und unfallfreies Arbeiten möglich“, so Dr. Stefan Walch. Für den Direktor der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Imst/Tirol hat die Vermittlung von Wissen zum Thema Sicherheit einen hohen Stellenwert. „Viele unserer Schüler werden nach ihrer Ausbildung Karriere machen und mit Führungsaufgaben betraut werden. Ein wesentlicher Aspekt beim Führen ist, Verantwortung für die Beschäftigten zu übernehmen, wofür der bewusste Umgang mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unumgänglich ist.“

Angebot geht weit über den Lehrplan hinaus

Diese Meinung teilt Dir. Walch auch mit seinen Kollegen in der fachtheoretischen und fachpraktischen Ausbildung, wie Werkstättenleiter OSR Ewald Baumann und Bauhofleiter DI Markus Lentsch im Rahmen von Impulsreferaten bei der Verleihung des ALLE!ACHTUNG!-Awards an die HTL Imst ausführten: Das Angebot bzw. die vermittelten theoretischen und praktischen Kenntnisse gehen dabei weit über die im Lehrplan festgelegten Inhalte hinaus:
Die Schüler beschäftigen sich bereits in den ersten Jahren im Werkstättenunterricht mit Fragen der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Der Theorieunterricht ergänzt dieses in der Praxis erworbene Know-how mit Lehrinhalten zu den gesetzlichen Vorgaben wie zum Beispiel ArbeitnehmerInnenschutzgesetz oder Bauarbeiterschutzverordnung.
Im vierten Jahrgang erfolgt dann in der Fachrichtung Bautechnik in drei Blockveranstaltungen mit Unterstützung durch die AUVA die Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson. Bauhofleiter DI Markus Lentsch unterstreicht: „Viele unserer Absolventen werden in Betrieben tätig sein, die ständig mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen und damit verpflichtend eine Sicherheitsvertrauensperson benötigen. Die Absolventen bringen die erforderliche Qualifikation bereits mit, eine berufsbegleitende Zusatzausbildung kann entfallen.“ Bereits seit zehn Jahren bietet die HTL Imst derartige Kurse für Sicherheitsvertrauenspersonen an und hat damit sehr positive Erfahrungen sammeln können.

„Sicherheit“ als Diplomarbeit

Damit das erlernte Wissen nicht verloren geht, erfolgt in den fünften Jahrgängen eine Wiederholung und Vertiefung der Lehrinhalte zur Arbeitssicherheit. Zudem wird den Schülern die Möglichkeit geboten, ihr Sicherheitswissen auch beim Verfassen von Diplomarbeiten zu nutzen. Zwei Schüler haben sich beispielsweise umfassend mit der Umsetzung des Bauarbeitenkoordinationsgesetzes und dessen Anwendung in einem konkreten Fallbeispiel auseinandergesetzt. Mit Unterstützung der AUVA kam auch eine spezielle Software für die Erstellung von Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumenten zum Einsatz. Ebenfalls an einem konkreten Beispiel ging eine andere Diplomarbeit auf das Thema Absturzsicherung und persönliche Schutzausrüstung näher ein. Im Software-Zweig der Schule haben Studierende des IT-Kollegs Imst eine Software zur Unterweisung von Arbeitnehmern entwickelt.

Multiplikatoren schulen Multiplikatoren

Auch in der fachpraktischen Ausbildung ist die Beachtung von Sicherheitsregeln und die Vermeidung möglicher Gefahren ein Schwerpunkt. Dies beginnt bei Weiterbildungsmaßnahmen der AUVA, die von den Lehrern regelmäßig besucht werden und die die Grundlage für die Weitergabe des Wissens an die Schüler bilden.
Der Lehrkörper der HTL Imst tritt dabei nicht nur als Multiplikator des Wissens an die Auszubildenden heran, sondern ist auch selbst im Bereich der Multiplikatorenschulung tätig: In Imst finden immer wieder Weiterbildungskurse für Werklehrer aus Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen für das „sichere Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen“ statt. Dass die dabei zum Einsatz kommenden Maschinen sämtlichen gesetzlichen Vorschriften entsprechen und ihr einwandfreier Zustand regelmäßig mithilfe von Checklisten überprüft wird, versteht sich von selbst, wie Werkstättenleiter Ewald Baumann ausführt.

Alle!Achtung! Mit diesem Award holt die AUVA Persönlichkeiten, Unternehmen oder ­Schulen vor den Vor­­hang, die besondere Akzente auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz setzen. Bewerben auch Sie sich unter alle-achtung(at)auva.at

„Jeder Arbeitsunfall ist ein Unfall zu viel. Unser Ziel muss es daher sein, die Schüler im Bereich der Arbeitssicherheit zu sensibilisieren, damit sie Gefahren erkennen und evaluieren sowie Risikobeurteilungen vornehmen können. Damit wird ein sicheres und unfallfreies Arbeiten möglich.“
Dr. Stefan Walch, Direktor der HTL in Imst/Tirol