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03.12.2018 14:05 Alter: 7 Tage
Kategorie: Dezember 2018

Unfallverletzungen – Neue Impulse für die Forschung

800.000 Menschen verunfallen jedes Jahr und werden in österreichischen Krankenhäusern behandelt. Dabei entsteht – auch bei den Betroffenen – ein wertvoller Wissensschatz, der bislang kaum von der Forschung aufgegriffen wurde.


Diesen Umstand hat eine Crowdsourcing-Kampagne der Ludwig Boltzmann Gesellschaft aufgegriffen und Ärzte, Patienten und Therapeuten weltweit gefragt, wo es neue Forschung braucht. Erfahrungen und Expertise zum Thema Unfallverletzungen wurden als Forschungsfrage formuliert und
aus mehreren Perspektiven be­­­leuchtet. Mit einer Open-Innovation-Methode wird versucht, auf diesem Weg neue Forschungsaktivitäten anzustoßen.

Erste Zwischenergebnisse

Von Anfang Mai bis Mitte Oktober 2018 konnten über eine Onlineplattform Forschungsfragen eingereicht werden. Ziel war es, wertvolle Erfahrungen aus der Klinik in die Forschung zu bringen. In Kooperation mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Patient Innovation und der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) sowie einem internationalen Advisory Board wurde die Kampagne in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren und Kliniken beworben. Im Rahmen der Kampagne wurden alle relevanten Social-Media-Kanäle bespielt, 41 Vorträge gehalten und 12 Unfallkrankenhäuser besucht. „Wir sind über diese Kampagne mit Personen in Kontakt gekommen, die wir mit einer traditionellen Herangehensweise nicht erreicht hätten. Das Erfolgsgeheimnis war eindeutig, dass wir die Onlinekommunikation mit Maßnahmen vor Ort verschränkt haben“, fasst Dr. Lucia Malfent, Leiterin des LBG Open Innovation in Science Centers zusammen.

Rund 800 Forschungsfragen

Die Ergebnisse von „Reden Sie mit!“ werden gerade ausgewertet, doch erste Schwerpunkte sind bereits erkennbar, wie etwa Fragen nach dem Zusammenhang von Polymedikation und Stürzen bei geriatrischen Patienten sowie die Bedeutung der psychosozialen Betreuung nach Unfällen. 822 User aus mehr als 20 Ländern haben sich auf der Onlineplattform für das Crowdsourcing registriert. Der Großteil davon stammt aus Deutschland (58 Prozent), Österreich (14 Prozent) und den USA (12 Prozent). Insgesamt wurden mehr als 800 Forschungsfragen eingereicht.
20 Prozent stammen von Experten im Bereich Unfallverletzungen – die meisten davon Pflegepersonal, gefolgt von Ärzten und Physiotherapeuten. Doch der Großteil – nämlich rund 80 Prozent – kommen von Unfallpatienten und deren Angehörigen.

update! Insgesamt wurden 800 Forschungsfragen eingereicht.