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1×1 für heiße Sommertage

Sonnenstrahlen unterstützen den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Sie bedeuten aber auch Stress für den Körper. Mit einfachen Tipps behalten Sie auch bei Hitze einen kühlen Kopf!

Nicht jeder Mensch empfindet Hitze als gleich angenehm oder unangenehm. Das hängt unter anderem mit dem Körperbau, der Beschaffenheit der Haut oder der Körperbehaarung, aber auch mit der Umgebung zusammen, in der wir leben. So sind zum Beispiel Menschen der nördlichen Hemisphäre hitzeempfindlicher als jene, die in südlichen Ländern aufgewachsen sind. Studien belegen, dass Mitteleuropäer Temperaturen von 21 bis 24 Grad als am angenehmsten empfinden, je weiter wir in den Norden gehen, desto tiefer sinkt die individuelle Wohlfühltemperatur. Meist haben wir im Urlaub auch eine höhere Hitzetoleranz als im stressigen Alltag.

Kühlsystem Körper

Die inneren Organe und das Gehirn funktionieren am besten, wenn die Körperkerntemperatur möglichst konstant auf 36 bis 37 Grad gehalten wird. Der Körper setzt alles daran, sie auch bei Hitze unter Kontrolle zu halten. Die Schaltzentrale für diese körpereigene Wärmeregulierung ist das Gehirn. Sensoren, die im Körper verteilt sind, messen laufend die Temperatur und melden sie nach oben. Die Zentrale vergleicht sie mit dem Sollwert. Droht Überhitzung, setzt das Gehirn die körpereigenen Kühlmechanismen in Gang. Als Erstes weist es das vegetative Nervensystem an, die Blutgefäße zu erweitern und die Haut stärker zu durchbluten, also das Blut vermehrt an die Körperoberfläche zu leiten.

An der Oberfläche gibt der Körper überschüssige Wärme ab. Damit die Umverteilung möglichst perfekt funktioniert, pumpt das Herz das erwärmte Blut rascher durch den Körper, statt fünf sind es bis zu 15 Liter pro Minute. Mit dieser Strategie leitet das System immer wieder erwärmtes Blut von innen nach außen, dort kühlt es ab und fließt im stetigen Kreislauf wieder ins Körperinnere zurück.

Das funktioniert nur, solange die Umgebungstemperatur unter der Körpertemperatur liegt. Kritisch wird es auch dann, wenn es draußen selbst nachts nicht deutlich kühler wird. Dann muss das Herz rund um die Uhr auf höherem Niveau arbeiten. Je höher die Außentemperatur, desto weniger reicht die Umverteilung des Blutes aus, um den Körper auf Idealtemperatur zu halten. Jetzt heißt es: Schwitzen! Denn sobald der Schweiß auf der Haut verdunstet, wird dem Körper Wärme entzogen. Ein Erwachsener kann im Schnitt zwei Liter pro Stunde schwitzen. 

So werden Sie hitzefest

  • Wählen Sie die passende Kleidung
    Hitzeerprobte Kulturen wissen, dass lange flatternde Gewänder aus Naturmaterialien ideal sind. Sie hüllen den Körper leicht ein und bieten zugleich einen kühlen Luftzug. Haut an Gesicht und Händen soll zusätzlich mit passender Sonnencreme geschützt werden. Hüte oder Tücher am Kopf spenden Schatten und schützen vor Sonnenbrand und Sonnenstich.
  • Tragen Sie Sonnenbrillen
    Sie schützen die Augen vor Blendung durch das grelle Licht der Sonne und vor der schädlichen, unsichtbaren UV-Strahlung. Idealerweise hat eine Sonnenbrille große Brillengläser, die am Rand leicht gewölbt sind, damit die Strahlung auch seitlich abgeschirmt wird.
  • Viel trinken, leicht essen
    Ist es heiß, essen wir ohnehin meist weniger, um die Verdauung nicht zu belasten und damit weiter Wärme zu produzieren. Mediterrane Kost hat auch hierzulande Tradition, sodass gerade im Sommer mehr Obst und Gemüse, kühlende Suppen, Salat, Reis, leichte Eintöpfe und Fisch auf den Teller kommen.
    Genug Flüssigkeit sollte nicht nur im Sommer selbstverständlich sein: Viel trinken heißt die Devise, jedoch nur stilles Wasser oder lauwarme, ungesüßte Kräutertees. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten auf dem Plan stehen.
  • Wohnen auf Sparflamme
    Häuser und Wohnungen werden in heißen Ländern von vornherein dem Klima angepasst. Materialien, die Hitze abhalten, beispielsweise Lehm oder Naturstein werden kombiniert mit kleinen Fensteröffnungen und Lüftungssystemen. Im Inneren ist es dunkel, dorthin ziehen sich die Menschen in den heißesten Tagesstunden zurück. Hierzulande ist der Baustil noch nicht an hohe Temperaturen angepasst, dennoch kann mit Jalousien oder Markisen für Schatten gesorgt werden. Lüften Sie morgens, wenn es noch nicht zu heiß ist, und lassen Sie tagsüber die Fenster geschlossen.Ein Ventilator kühlt Luft nicht, bringt sie aber zum Zirkulieren. Am besten stellen Sie ihn ans Fenster, und zwar so, dass er aus dem Raum hinausbläst und die heiße Raumluft nach draußen wirbelt.
    Reduzieren Sie Wärmeproduzenten: Elektrische Geräte am besten vollständig ausschalten. Am meisten Wärme erzeugen Geräte, die Wasser erhitzen, also beispielsweise der Geschirrspüler und die Waschmaschine. Nach Möglichkeit erst abends bei geöffneten Fenstern in Betrieb nehmen. Der Wäschetrockner heizt am stärksten, am besten hängen Sie die Wäsche im Freien auf.
  • Abkühlen zwischendurch
    Um sich vor dem Schlaf noch einmal abzukühlen, lauwarm duschen, nicht abtrocknen und das Wasser auf der Haut verdunsten lassen. Wann immer Sie von der Hitze wach werden, bringt ein feuchter Waschlappen Linderung.
    Erfrischungstücher nach japanischer Tradition können ebenfalls helfen: Dazu legen Sie ein kleines Handtuch in Eiswasser, gut auswringen und klein zusammenrollen. Wer keine Eiswürfel zur Hand hat, kühlt die Handgelenke eine Minute lang unter fließendem kalten Wasser. Wenn einem die Hitze zu Kopf steigt, Schläfen, Gesicht und Nacken wiederholt mit kaltem Wasser benetzen. Ein feucht­kaltes Handtuch in den Nacken gelegt bringt auch Erleichterung.

Buchtipp

Ilse König, Ulrike Zika. Hitzefest. Bei Hitze cool bleiben. Kneipp Verlag.
ISBN 978-3-7088-0802-4

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© jamielawton/iStock, Freepik