Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

AKTUELL: Berufskrank­heitenliste neu!

 

Am 28. März 2024 wurde das Berufskrankheiten-­Modernisierungs-Gesetz (BGBl. I Nr. 18/2024) ­veröffentlicht.

Mit rückwirkender Gültigkeit ab dem 1. März 2024 wurden vier Krankheiten in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen:

  • Hypothenar- / Thenar-Hammer­syndrom (Lfd. Nr. 5.2.2)
  • Fokale Dystonie bei Instrumental­musikerinnen und -musikern (Lfd. Nr. 5.2.3)
  • Plattenepithelkarzinom, aktinische Keratosen der Haut durch ­UV-Exposition (Lfd. Nr. 7.4.2)
  • Ovarialkarzinom nach Asbest-­Exposition (Lfd. Nr. 7.7.1)

Ziel des Gesetzgebers war es auch, eine „Modernisierung der Berufskrankheitenliste“ vorzunehmen. Daraus resultierten nicht nur die Ergänzungen, sondern auch eine Neustrukturierung der Berufskrankheitenliste sowie die Streichung einer Berufskrankheit. Von der Streichung betroffen war „Erkrankungen durch Thomasschlackenmehl“ mit der alten laufenden Nummer 29. Grund für die Streichung war eine „mangelnde praktische Relevanz“, so das Argument des Gesetzgebers.

Bei der Umgestaltung und Neugestaltung der Liste selbst wurden Krankheiten in Gruppen zusammengefasst und diesen die jeweiligen Berufskrankheiten zugeordnet. Die Berufskrankheiten wurden in folgende Gruppen unterteilt:

  1. Erkrankungen der Atemwege und der Lunge
  2. Erkrankungen der Haut
  3. Infektionskrankheiten, Erkrankungen durch Parasiten, Tropenkrankheiten
  4. Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats
  5. Durch physikalische Einwirkungen verursachte Krankheiten
  6. Durch chemisch Einwirkungen verursachte Krankheiten
  7. Maligne Erkrankungen
  8. Sonstige

Bei den Gruppen 5, 6 und 7 wurde eine weitere Aufgliederung vorgenommen. Zum Beispiel wurde die Gruppe 5 mit der Überschrift „Durch physikalische Einwirkungen verursachte Krankheiten“ in die Untergruppen „Lärm“ (Lfd. Nr. 5.1), „Mechanische Einwirkungen“ (Lfd. Nr. 5.2) und „Strahlen“ (Lfd. Nr. 5.3) aufgeteilt.

Diese Restrukturierung erleichtert den Umgang mit dieser Liste und ihre Lesbarkeit für Personengruppen, die nicht regelmäßig damit zu tun haben. Das macht das Auffinden einer Krankheit als Berufskrankheit leichter. Insgesamt sollte dies einen positiven Einfluss auf das Meldeverhalten haben.

Durch die Einführung einer Gruppierung nach Krankheiten ergibt sich auch, dass bestimmte Berufserkrankungen, unter denen mehrere Krankheiten subsumiert waren, aufgeteilt werden. Das gilt vor allem für die malignen Erkrankungen (bösartige Tumorerkrankungen). Zum Beispiel wird die Berufskrankheit „Erkrankungen durch Chrom oder seine Verbindungen“ (alte lfd. Nr. 8) aufgeteilt in „Erkrankungen durch Chrom oder seine Verbindungen“ (neue lfd. Nr. 6.1.8) und „Bösartige Neubildungen der Lunge durch Chrom VI“ (neue lfd. Nr. 7.1.4).

Auf zwei redaktionelle Versehen des Gesetzgebers sei noch hingewiesen: Die laufende Nummer 5.2.3 wurde zweimal vergeben, einmal für die Berufskrankheit „Fokale Dystonie bei Instrumentalmusikerinnen und Instrumentalmusikern“ und ein weiteres Mal für „Erkrankungen durch Arbeit in Druckluft“. Dabei ist festzuhalten, dass durch die jeweilige Text-Bezeichnung der Berufskrankheit die Eindeutigkeit gegeben ist.
Weiters wurde die laufende Nummer 6.2.11 in der Anlage 1 nicht vergeben. Es ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber diesen Umstand bei der nächsten Gelegenheit korrigieren wird. (go)

Weitere Informationen zum Berufskrankheiten-Modernisierungs-Gesetz auf ris.bka.gv.at

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Gerhard Orsolits, Fachbereich Arbeitsmedizin, AUVA-Hauptstelle, gerhard.orsolits@auva.at

Quelle: Berufskrankheiten-Modernisierungs-Gesetz (BGBl. I Nr. 18/2024)

10-Cecilie_Arcurs-iStock-1147479249.jpg
© Cecile_Arcurs/iStock