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AUVA-PRÄVENTION „NUR EIN MOMENT ...“

Oft ist es nur ein Moment …

Bei ihren Präventionsanstrengungen setzt die AUVA alles daran, schwere oder gar tödliche Arbeitsunfälle zu verhindern. Leider gelingt das nicht immer. Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Auswirkungen hat.

Boris konnte sich noch genau an den alten Kran erinnern, in dem er zu Beginn seiner Tätigkeit in der neuen Firma gesessen hatte. Noch früher hatte er oft als Helfer gearbeitet und die jeweiligen Lasten eingehängt. Seit über zehn Jahren gab es nun schon den neuen mobilen Zweiträgerdeckenkran mit Fernbedienung, mit dem er – anders als vorher – ganz alleine arbeiten konnte.

Am 3. August 2020 sollte Boris mehrere Drahtseilrollen zur Abholung bereitstellen. Um 10.00 Uhr Vormittag passierte es: Boris wollte die Last ein Stückchen nachheben – die Seilzugflasche stand nicht genau in der Mitte über der mehr als zehn Tonnen schweren Seilhaspel. Als Boris den Kran in Bewegung setzte, bewegten sich diese 10.000 Kilogramm auf ihn zu und schwangen wohl weiter, als er gedacht hatte. „Innere Blutungen nach stumpfer Gewalteinwirkung“ stand später im Erhebungsbericht und dass Boris durch die Quetschverletzungen erstickt war.

Viele Arbeitsunfälle mit Kränen enden tödlich. Oft trifft es Leiharbeiter, aber auch Hoch- und Maschinenbauer oder Metaller. Betrachten wir Arbeitsunfälle mit Decken- und Laufkränen sowie Unfälle mit Autokränen gemeinsam, finden wir viele verletzte Lkw-Lenker, Kranführer, Maschinenschlosser und Industriemechaniker. „Verlust der Kontrolle“ über die Last wird mit großem Abstand als häufigste Unfallursache angegeben. Die Unfälle können da auch durch einen ungeplanten Start ausgelöst worden sein. Zwanzig Mal wurde 2020 das Opfer – genau wie Boris – von einem „Gegenstand in Pendelbewegung“ getroffen. Und an die achtzig Mal wurde das Opfer eingeklemmt oder gequetscht. (bm)