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AUVA-PRÄVENTION: Oft ist es nur ein Moment …

Bei ihren Präventionsanstrengungen setzt die AUVA alles daran, schwere oder gar tödliche Arbeitsunfälle zu verhindern. Leider gelingt das nicht immer. Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Auswirkungen hat.

Silvio fuhr die Stützfüße der Raupenbühne aus, stieg in den Bühnenkorb und fuhr damit hoch – direkt in die Hochspannungsleitung hinter seinem Rücken. In der Unfallmeldung wurde noch vermerkt, dass sich die Kunststoffplatten, die unter die Füße gelegt werden hätten sollen, auch im Korb befanden und dass es – weil Silvio auf den Platten stand – zu keinem Erdschluss kam. Der 40-Jährige erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verbrennungen.

Das österreichische Stromnetz umfasst 258.907 Kilometer, ungefähr ein Drittel davon entfällt auf die Mittel- und Hochspannungsebene. 2019 gab es in Österreich eine traurige Anhäufung von sehr schweren Stromunfällen. Insgesamt verliefen da neun Unfälle mit Elektrizität tödlich – fünf davon wurden als Arbeitsunfälle von der AUVA anerkannt. Auch zwei weitere Opfer standen auf Teleskoparbeitsbühnen und wurden in die Stromleitungen gehievt. Ein Mitarbeiter prüfte Schaltkästen vor der Auslieferung – und starb beim Anschließen ans Stromnetz.

Meine Großmutter hat mir noch erzählt, wie der Alltag vor 100 Jahren in einem abgelegenen Bergdorf verlief. Niemand mag sich mehr heute ein Leben ohne Strom vorstellen und die Summe der anerkannten Arbeitsunfälle, bei denen es direkten Kontakt mit Elektrizität gab, ist mit etwas über 200 pro Jahr sehr klein. Der Anteil der tödlichen ist mit 1,27 % über die letzten zehn Jahre allerdings erschreckend hoch. (bm)