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Die Rahmenbedingungen ­ändern sich, die Gefahr bleibt

Seit mittlerweile 70 Jahren treffen sich die Sicherheitsfachkräfte der österreichischen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) zu regelmäßigen Arbeitstreffen. Ende September findet ihre 100. Arbeitstagung in Kärnten statt. Zu besprechen gibt es immer genug: Auch wenn sich die Rahmenbedingungen und gesetzlichen Vorschriften ändern, die Gefahr bei der Arbeit im EVU bleibt.

An Aktualität hat die Arbeitstagung der Sicherheitsfachkräfte der österreichischen Elektrizitätswirtschaft (ASE) seit dem ersten Treffen im Jahr 1952 nicht verloren, wie Ing. Martin Kronabitter, der Vorsitzende der ASE, mit einem Blick auf die jüngere Vergangenheit betont. Im Nachkriegs-Österreich und insbesondere in der nach der Besatzungszeit einsetzenden „Wirtschaftswunderzeit“ stieg die Nachfrage nach elektrischer Energie stark an. Damit verbunden war eine rege Bautätigkeit mit zahlreichen neuen Kraftwerken und einem Anstieg der Beschäftigten in der E-Wirtschaft. Diesen mussten entsprechend sichere Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Zur Energieversorgung zählen nicht nur der Bau und die Wartung des Versorgungsnetzes. Je nach Kraftwerkstyp hat man es mit Sicherheitsrisken zu tun, die sich aus dem Prozess der Energiegewinnung ergeben. Ein Windkraftwerk erfordert andere Präventionsmaßnahmen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als eine Photovoltaikanlage, ein Lauf- und Schwellwasserkraftwerk bzw. ein Speicher- oder Pumpkraftwerk. Wiederum gänzlich andere Voraussetzungen haben thermische Kraftwerke, bei denen z. B. auch die Bestimmungen der VEXAT (Verordnung explosionsfähige Atmosphären) zu beachten sind.

Fachprogramm und Preisverleihung

Ist die VEXAT seit 2004 in Kraft, so sorgte davor der EU-Beitritt Österreichs bereits in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre durch verschiedene gesetzliche Veränderungen bis in die späten 2000er-Jahre für neue Herausforderungen bei den „Sicherheitsingenieuren“ der EVUs – der Begriff Sicherheitsfachkräfte hielt erst 2009 Einzug in den Namen der Arbeitstagung.

Die Sicherheitsfachkräfte der österreichischen Elektrizitätswirtschaft werden überwiegend durch AUVA ausgebildet. Mit der AUVA, aber auch mit dem Technischen Arbeitnehmerschutz des Zentral Arbeitsinspektorates, verbindet die ASE eine enge Zusammenarbeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ­regelmäßig Vertreter:innen dieser beiden Institutionen an den Arbeitstagungen aktiv teilnehmen, Vorträge halten und sich auch intensiv am „Networking“ der bis zu 80 Teilnehmern:Teilnehmerinnen beteiligen. Neben dem klassischen Fachprogramm der Tagung gibt es im September auch einen besonderen Programmpunkt: Die Veranstalter:innen der Tagung werden am 29. September aus den Händen eines AUVA-Vertreters einen ALLE!ACHTUNG!-Award in Empfang nehmen können. Diesen Preis vergibt eine Jury der AUVA für herausragende Leistungen auf dem Gebiet Prävention zur Steigerung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Daten & Fakten: Die heimische E-Wirtschaft

Energieversorger in Österreich: 180
Kraftwerkstypen und ihre Leistung
Windkraftwerke 12 MW
Photovoltaikanlagen 408 MW
Lauf- und Schwellwasserkraftwerk 2.615,2 MW
Speicher- oder Pumpkraftwerk 660,4 MW
Thermische Kraftwerke 172,07 MW
Überregionales Übertragungsnetz: knapp 7.000 km Stromleitungen
Umspannwerke: 9

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© somchaisom/iStock