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Erfolgsformeln aus dem Spitzensport

Wieso sind manche Menschen erfolgreicher als andere? Ist es „nur“ Talent oder steckt ein wenig mehr dahinter? Marketagent und Sports.Selection haben sich auf die Suche nach einer Erfolgsformel begeben und 31 Spitzensportler ­befragt.

Mit der Tinte für Erfolgsrezepte könnte man einen ganzen See füllen, denn nie war die gesellschaftliche Begehrlichkeit, erfolgreich zu sein, höher als jetzt. Doch was liegt näher, als jene zu fragen, die es wissen müssen? Nämlich Weltmeister, Olympioniken und all jene, die es unserer Meinung nach verdient hätten. In einem einmaligen Studienprojekt wurden die ­Ergebnisse von Spitzensportlern jenen der Gesamtbevölkerung gegenübergestellt und so erstmals identifiziert, was einen ganz nach oben bringt“, erklärt Marketagent-Geschäftsführer Mag. Thomas­­­­ Schwabl. Rede und Antwort in diesem Projekt standen erfolgreiche Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Sportarten, wie zum Beispiel Benni und Marlies Raich, Thomas Morgenstern, Andreas Goldberger, Kira Grünberg, ­Michael Konsel, Toni Polster, Felix Gottwald, Lizz Görgl sowie 22 weitere ehemalige Spitzensportler. Ziel war es, deren Erfolgs-Know-how mit jenen Denkweisen der durchschnittlichen Bevölkerung – anhand eines Samples von 500 Personen zwischen 14 und 75 Jahren – zu vergleichen und den Unterschied herauszufinden. Im Mittelpunkt standen die Themen Erfolg, Resilienz und Strategien im Umgang mit Krisen.

Klare Erfolgsfaktoren

Intrinsische Motivation, harte Arbeit, Leidenschaft, Beharrlichkeit und Ehrgeiz sind jene Erfolgsfaktoren, die im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bei den Weltmeistern wesentlich höher ausgeprägt sind. Dasselbe gilt für die Risikobereitschaft. Auffallend ist auch, dass der Motivationsfaktor „Anerkennung“ weit weniger relevant für die Weltmeister (13 Prozent) als den Rest der Bevölkerung (38 Prozent) ist.
Die Erfolgsstrategien und Methoden zur Krisenbewältigung der Spitzensportler sind dennoch nicht zufällig gewählt, sondern beruhen auf eindeutigen Regeln und Prinzipien. So denken beispielsweise 48 Prozent der Gesamtbevölkerung, dass der Faktor „Glück“ einen starken Einfluss auf den persönlichen Erfolg hat. Unter den befragten Athleten sind es hingegen nur 23 Prozent: „Erfolg ist nicht etwas, das einfach passiert – Erfolg wird erlernt, Erfolg wird trainiert. Gewinnen heißt, dass du bereit bist, länger zu laufen, härter zu arbeiten und mehr zu geben als alle anderen“, sagt etwa Kira Grünberg, die ehemalige Stabhochspringerin.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

So lautet das Motto von 87 Prozent der befragten Spitzensportler und unterstreicht zusätzlich die angeführte höhere Risikobereitschaft unter den Athleten, denn im Vergleich stimmen lediglich 57 Prozent der Bevölkerung mit der Aussage überein. Da die Schattenseiten rund um Krisen und Niederlagen ein fundamentaler Teil des Erfolgs sind, lassen sich hier besonders klare Unterschiede zwischen den Sportlern und dem Bevölkerungsschnitt festmachen. So schätzen sich 70 Prozent der befragten Athleten auf dem „Resilienzbarometer“ auf einer Skala von 1 bis 10 als äußerst widerstandsfähig gegen Krisen ein. In der Bevölkerung sind dies lediglich 20 Prozent. Kein Sportler bewertet seine eigene Resilienz darüber hinaus mit weniger als 7 von 10.

97 Prozent der Weltmeister sind zudem optimistisch, Krisen gut überwinden zu können – in der Bevölkerung sind dies nur 68 Prozent. Weiters betrachten 90 Prozent der Athleten Niederlagen als Chancen zur Verbesserung. Dieses Mindset teilen im Vergleich nur 60 Prozent der allgemeinen Bevölkerung. Bemerkenswert ist zudem die Resilienz im Umgang mit Herausforderungen: 30 Prozent der Österreicher geben an, sich leicht aus der Bahn werfen zu lassen, falls etwas nicht nach Plan laufen sollte – unter den Spitzensportlern sind es nur drei Prozent!

Die Quintessenz sei es, stets lernbereit zu sein und gestärkt aus Krisensituationen hervorzugehen: „Zuerst muss man einen Fehler oder Krise eingestehen. Danach objektiv analysieren, warum es dazu gekommen ist. Aus Fehlern lernen und nächstes Mal besser machen. Es gibt auch bei jedem negativem Erlebnis immer irgendetwas Positives. Krisen sollten als Chance gesehen werden“, meint Andreas Goldberger, zweifacher Vierschanzentournee-Sieger im Skispringen.

Gibt es eine Erfolgsformel?

Sofern sich der Schlüssel zum Erfolg in eine Formel gießen lässt, ist diese jedenfalls äußerst komplex und baut auf jahrelangen Erfahrungen. Dazu kommt das nötige Talent als Grundvoraussetzung in Verbindung mit einem klaren Ziel und Plan, Leidenschaft gepaart mit harter Arbeit sowie Disziplin und obendrein noch die richtigen mentalen Strategien sowie ein optimales Umfeld. Zweifellos müssen auf dem Weg zum Erfolg also eine Vielzahl an Faktoren perfekt abgestimmt sein: „Erfolgreich war ich, wenn alle Zahnräder ineinander greifen und das Gesamtsystem nahezu perfekt funktioniert“, erzählt Skispringer und Olympiasieger Thomas Morgenstern.

Krisen gut überwinden können

97 % Spitzensportler
68 % Bevölkerung

Niederlagen als Chancen zur Verbesserung

90 % Spitzensportler
60 % Bevölkerung

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© Patrick Hendry/Unsplash
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