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Gesund durch die Sommerhitze

Nicht jeder freut sich, wenn die Temperaturen steigen. Wer in der Sommerhitze arbeiten muss, ist erschwerten Bedingungen oder sogar Gesundheitsgefahren ausgesetzt.

Ein Blick auf die Wetterdaten der ZAMG zeigt klar, dass heiße Sommertage mit Temperaturen über 25 °C immer mehr werden. In den letzten 60 Jahren gab es eine Zunahme dieser Tage um mehr als 100 Prozent. Damit steigt auch die körperliche Belastung bei Menschen mit Outdoor-Berufen. Der Markt hat diesen Trend erkannt, und bietet bereits eine Reihe an Kühlsystemen an – vor allem dort, wo Klimaanlagen oder Schattenspender nicht möglich sind. So stehen zum Beispiel Kühlsysteme in Jacken-, Hosen- oder Handschuhform zur Verfügung.

Kleidungsstücke mit Gebläse oder Druckluftanschluss werden angeboten. Manche Systeme funktionieren ausschließlich über Verdunstung von gespeichertem Wasser, andere Systeme werden in Kühl- oder Gefrierschränken aktiviert. Unterschiedliche Systeme eignen sich für unterschiedliche Einsatzbereiche – Arbeitsorganisation, Luftfeuchtigkeit oder Hygienebedingungen beeinflussen die Entscheidung für ein System. Trotz aller technischen Vorteile darf auf den „Faktor Mensch“ nicht vergessen werden: Die unterschiedliche Wahrnehmung des Tragekomforts entscheidet darüber, ob die Angebote überhaupt angenommen werden. Daher ist es wichtig, die Mitarbeiter aktiv in den Auswahlprozess einzubeziehen, um die Tragebereitschaft zu erhöhen.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Wer bei der Arbeit viel schwitzt,  strengt sich nicht automatisch mehr an. Es kann auch ein Hinweis sein, dass der Körper nicht richtig abkühlen kann. Durch Hitze und körperliche Belastung wird Flüssigkeit vom Körperkern an die Hautoberfläche gebracht, wo sie verdunsten kann und dadurch den Körper kühlt. Diese Flüssigkeit – der Schweiß – ist notwendig, um die Körperkerntemperatur zu regulieren. Entscheidend für eine gute Kühlung ist ein Feuchtigkeitsfilm an der Hautoberfläche, der verdunsten kann.

Schon bei einem Flüssigkeitsverlust von mehr als zwei Prozent der Körpermasse in Form von Schweiß kann es zu Einschränkungen der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit kommen, und das Unfallrisiko steigt an.

Der Körper besteht zu 45 bis 75 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser teilt sich auf in intra- und extrazelluläres Wasser. Kommt es zu einem Flüssigkeitsverlust durch Belastung oder Hitze, verändern sich diese Verhältnisse und Krämpfe in der Muskulatur können die Folge sein. Neben dem Flüssigkeitsverlust kommt es auch zu einem Verlust an Elektrolyten – im Wesentlichen an Natrium. Ein Mangel an Natrium kann zu unterschiedlichen Symptomen von Kopfweh und Schwindel bis zum Herzstillstand führen. Dieser Verlust ist während der Belastung möglichst frühzeitig auszugleichen, am besten durch elektrolythaltige Getränke.

Info & Kontakt

Mag. Markus Lombardini
Fachkundiges Organ Ergonomie
Landesstelle Wien – Präventionsabteilung
markus.lombardiniauvaat

Tipps für Outdoor-Arbeitsplätze

  • Arbeitsbeginn nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden vorverlegen.
  • Arbeitsbereich wenn möglich beschatten (z. B. Sonnenschirm, Sonnensegel).
  • Arbeitsorganisation: Intensive körperliche Belastung in der prallen Sonne vermeiden. Verlegen Sie diese Tätigkeiten möglichst an die Tages-Randzeiten.
  • Arbeitspausen: Zusätzliche Pausen einplanen, um bei großer Hitze den Körper im Schatten wieder abkühlen zu können. Kalte Tücher im Nacken, Füße im Wasser­kübel, etc. helfen zusätzlich.
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (alkoholfreie Getränke!) – Tipp: Halten Sie Getränke kühl, z. B. in einer Kühltasche.
  • Kleidung und Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen. Vorteil: Schutzbrillen mit UV-Filter schützen bei der Arbeit zusätzlich vor mechanischen Verletzungen der Augen.
  • Bei Arbeiten im Freien möglichst viel Haut bedecken (Kleidung, Kopfbedeckung, Nackenschutz, Brille).
  • Für ungeschützte Körperstellen Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden und regelmäßig nachcremen.

Tipps für Indoor-Arbeitsplätze

  • Arbeitsbeginn nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden vorverlegen und dabei gut durch­lüften.
  • Während des Tages den Arbeitsbereich wenn möglich durch Vorhänge, Rollos, Jalousien, oder ähnliche Hilfsmittel beschatten. Zusätzliche Wärmebelastung in Form von Wärmestrahlung durch die Sonne wird somit reduziert.
  • Nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten, da diese zusätzliche Wärme erzeugen.
  • Ist es im Arbeitsraum trotz Beschattung zu heiß, sorgen Sie in zusätzlichen Pausen für Kühlung (z. B. Ventilator, Kühlung der Handgelenke mit Wasser, Wasserkübel für die Füße, kalte Dusche, etc.)
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (alkoholfreie Getränke mit möglichst niedrigem Zuckergehalt) – kühlen Sie Getränke bereits bei Arbeitsbeginn im Kühlschrank ein.
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Nicht an jedem Arbeitsplatz kann ein Ventilator oder ein Klimagerät montiert werden.
© juefraphoto/AdobeStock