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Haben Haltungswechsel einen Einfluss auf die Gesundheit?

Langes Sitzen ist ungesund, so viel ist sicher. Rund zwei Drittel der Beschäftigten in österreichischen Betrieben arbeiten vorwiegend im Sitzen, meist kombiniert mit der Arbeit vor dem Bildschirm (National Report on MSD, EU-OSHA, 2019). Langes Sitzen gilt als Risikofaktor – warum eigentlich?

 

Lange Sitzperioden ohne Unterbrechung zeigen negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die damit verbundenen Stoffwechseleffekte. Eine Studie (Healy et al., 2011) zeigte, dass Menschen umso eher Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – wie etwa einen größeren Hüftumfang oder niedrigere Werte des „guten“ HDL-Cholesterins – aufwiesen, je mehr Zeit sie im Sitzen verbrachten. Je häufiger die Probanden jedoch aufstanden, wenn auch nur für kurze Zeit, umso schlanker war die Taille und umso besser waren verschiedenste Blutparameter.

Ein Zusammenhang von langen Sitzzeiten und Auswirkungen auf den muskuloskelettalen Bereich, meist Schmerzen im Bereich von Rücken, Schulter und Nacken, ist vorwiegend in Kombination mit anderen Faktoren wie Bewegungseinschränkungen und Vibrationen verbunden.

Wie viel Haltungswechsel ist gesund?

Zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde entsprechen ergonomischen Empfehlungen. Verstellbare Sitz-Steh-Tische können diese Haltungswechsel unterstützen. Sitzen durch Stehen ganz zu ersetzen ist jedoch weder sinnvoll noch zielführend. Lange Sitzzeiten zu unterbrechen, ob durch „Stehungen“ statt Sitzungen oder sanfte Gymnastik beim Telefonat, ist aber auf jeden Fall empfehlenswert. Rituale, wie das „Hochstellen“ des Tisches am Ende des Arbeitstages, um am nächsten Tag die Arbeit stehend zu beginnen, helfen dabei. Auch die Platzierung des Druckers außerhalb des direkten Arbeitsbereiches kann zu mehr Bewegungsreizen beitragen.

Ab sofort in jeder Alle!Achtung! Bewegungsübungen für den Berufsalltag!

Übung 1 „Wadenheber“

Abb. 1 und 2

Die Übung der Wadenheber aktiviert die Venenpumpe und ist zusätzlich eine sanfte Koordinationsschulung des Körpers.
Ausführung: Heben Sie im beidbeinigen, hüftbreiten Stand gleichzeitig die rechte und die linke Ferse vom Boden ab. Verharren Sie in dieser Position und senken sie dann die Fersen wieder ab.

Dauer: 1 Minute lang

Übung 2 „Mobilisierung der Halswirbelsäule“

Abb. 3

Diese Übung erhält die Beweglichkeit in der Hals­wirbelsäule. Wie alle Übungen für die Halswirbelsäule sollte sie langsam und bewusst aus­geführt werden.
Ausführung: Senken Sie im Sitzen oder Stehen das Kinn zur Brust. Drehen Sie den Kopf von der rechten Schulter entlang der Brust zur linken Schulter. Der Kopf weicht nicht nach hinten aus, die Schultern bleiben locker hängen.

Wiederholungen:
5 – 10 Mal pro Seite (3 Serien mit kurzen Pausen)

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© R. Reichhart
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© R. Reichhart
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© R. Reichhart