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Homeoffice: Mehr Produktivität, mehr Herausforderungen

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung PwC unter dem Titel „Future of Work and Skills” zieht einmal mehr Bilanz zu modernen Arbeitsformen wie Home­office und hybridem Arbeiten.

Es scheint die Produktivität und Leistung von Mitarbeitern:Mitarbeiterinnen während der Pandemie gestiegen zu sein, kulturelle und führungsbezogene Barrieren hindern aber an der Entwicklung innovativer Personalstrategien. So lauten die Erkenntnisse der aktuellen Studie, die die Einschätzungen von fast 4.000 Führungskräften und Personalverantwortlichen aus 26 Ländern und Regionen sowie aus 28 Branchen berücksichtigt.

Schwachstelle: Vertrauen

Homeoffice und hybride Arbeitsformen sorgten für einen kurzfristigen Anstieg der Produktivität in den meisten Unternehmen. So geben 57 Prozent der befragten Führungskräfte an, in den vergangenen zwölf Monaten eine Verbesserung bei den Leistungen der Belegschaft und der Erreichung von Produktivitätszielen in ihren Unternehmen wahrgenommen zu haben. Nur vier Prozent der Befragten berichten von einer Verschlechterung der Produktivität.

„Ein großes Umsetzungsrisiko bei der Führung im Homeoffice besteht in der Etablierung einer wünschenswerten Unternehmenskultur“, kommentiert Nicole Prieller, New World New Skills Leader und Partner bei PwC Österreich, die Studienergebnisse. „Während Unternehmen sich darauf fokussieren, die digitale Transformation ihrer Geschäftsbereiche voranzutreiben, dürfen etwaiges Misstrauen der Mitarbeiter:innen und kulturelle Barrieren gegenüber neuen Arbeitsformen nicht unterschätzt werden. Es braucht integrative Führungsstile, um den veränderten Erwartungen gerecht zu werden.“

Strategische Planung 

Eine effektive Organisations- und Personalplanung zahlt sich für Unternehmen langfristig aus, wie die Studie bestätigt. Entscheidend sind sowohl szenariobasierte Planung, bei der Personalbedarf anhand verschiedener möglicher Zukunftsszenarien antizipiert wird, als auch dynamische Planung, die die Reaktionsfähigkeit der Organisation auf Markt- und Personalveränderungen einbezieht. Unternehmen, die beide Ansätze zur Personalplanung verfolgen, erreichen mit höherer Wahrscheinlichkeit ihre finanziellen und sonstigen Ziele. „Die Pandemie hat den Druck auf Unternehmen weiter erhöht, sich intensiv mit strategischer Personalplanung zu befassen. Aufgrund der zu erwartenden Ungewissheiten unserer Zeit ist die Einführung wirksamer Planungspraktiken in Unternehmen unerlässlich“, so Expertin Prieller.

Personalstrategien ändern

„Menschen sind ein wesentlicher Bestandteil der technischen Gleichung. Für Arbeitnehmer:innen wird es immer wichtiger, auf eine moderne Unternehmenskultur zu treffen, die ihren Zielen und Werten gerecht wird. Führungskräfte sind gefragt, sich verstärkt mit den Anliegen ihrer Teams auseinanderzusetzen, ihnen zuzuhören und auf Probleme und Wünsche einzugehen, um langfristig auf deren Kompetenzen und Motivation bauen zu können“, so Prieller.

Facts & Figures

Produktivität
57 % der Führungskräfte haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Verbesserung der Leistung und Produktivität der Belegschaft wahr­genommen.

Arbeitsauslastung
74 % glauben nicht, dass die gegenwärtige Arbeitsauslastung eine gute Work-Life-­Balance ermöglicht.

Vertrauen
31 % der Führungskräfte sind sicher, dass es zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten ein hohes Maß an Vertrauen gibt.

Portraitfoto Nicole Prieller
Nicole Prieller, New World New Skills Leader und Partner bei PwC Österreich
© PwC Österreich