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Österreichisches Paralympisches Committee: Ein Leben ohne Sport? Unvorstellbar!

Der sportbegeisterte Martin Falch verliert bei einem Arbeitsunfall seinen Unterschenkel. Nach einer Reha im AUVA-Rehabilitationszentrum Häring startet er mit eisernem Willen und Ehrgeiz seine Skirennläufer-Karriere im Paralympic Team Austria.

Martin Falch kommt aus einer sportlichen Familie, sein Vater Ernst war in den 1960er-Jahren ein Weltklasse-Skirennläufer. Auch Onkel Helmut Falch, der bei den Paralympischen Spielen 1984 in Innsbruck mit vier Goldmedaillen der erfolgreichste Teilnehmer der Heim-Paralympics war, fuhr einen äußerst schnellen Schwung und erlangte als Skilehrer der Kennedys weltweite Bekanntheit. Und weil der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, war auch Martin von klein auf sportbegeistert – allerdings mit „mehr ­Talent als Ehrgeiz“, wie er sagt.

Die großen sportlichen Ambitionen entwickelte er erst nach einem Schicksalsschlag. Im Jahr 1998 verliert Falch bei einem Arbeitsunfall im Familienbetrieb, einem Sägewerk, seinen Unterschenkel. Er lässt sich davon aber nicht unterkriegen und fasst schnell wieder Mut. Die Reha im AUVA-Rehabilitationszentrum Häring absolviert er von November 1998 bis April 1999 mit eisernem Willen. Was darauf folgt, ist Geschichte: Er beginnt noch vor der Jahrtausendwende, mit einer Prothese Ski zu fahren – und das überaus erfolgreich! Nur vier Jahre nach seinem Unfall steht er bei den Paralympics in Salt Lake City (USA) am Start und gewinnt gleich bei seiner ersten von vier Teilnahmen an Paralympischen Spielen die Bronzemedaille. „Ich habe nach meinem Unfall den Behindertensport in Österreich verfolgt und wollte unbedingt ein Teil des Paralympic Teams Austria sein. Dann in Salt Lake City am Podest zu stehen, war ein unglaublicher Moment, der mir heute noch viel bedeutet“, so Falch.

Der Hunger nach sportlichen Erfolgen war damit aber noch nicht gestillt: Falch entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zum Multi-Sportarten-Athleten, startete auch bei Triathlon- und Duathlon-Bewerben und konnte in beiden Disziplinen Weltmeistertitel gewinnen. 2022 folgte der WM-Coup im Aquathlon, von dem Falch mit einem Weltmeistertitel nach Hause fuhr.

„Dort sind die Experten versammelt!“

Sein sportliches Talent stand schon zuvor fest, im Zuge der Rehabilitation in Häring entwickelte der 56-Jährige jedoch die Motivation, Spitzensportler zu werden: „Die Betreuung in Bad Häring war top, dort sind die Experten:Expertinnen versammelt. Im Rehazentrum wurde mir klar, dass ich Sport ­professionell betreiben möchte – das hat mein Leben verändert!“ Bei der 50-Jahre-Feier des AUVA-­Rehabilitationszentrums Häring wurde dem St. Antoner eine besondere Ehre zuteil. Er war als Redner geladen und teilte seine inspirierende Geschichte: „Man muss aus jeder Situation das Beste machen, sonst kommt man im Leben nicht weiter. Genau diese Botschaft wollte ich bei meiner Rede vermitteln. Ich kann mir ein Leben ohne den Sport nicht mehr vorstellen und ich versuche, andere Menschen in einer ähnlichen Situation zu einem aktiveren Leben zu bewegen!“ (da)

Skirennläufer im Rennanzug und Helm mit Brille und einem angestrengten Gesichtsausdruck bei einem Abfahrtslauf in eine Kurve fahrend.
Im Zuge der Rehabilitation entwickelte sich die Motivation für den Spitzensport.
© ÖPCGEPA-pictures