Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

Oft ist es nur ein Moment …

Bei ihren Präventionsanstrengungen setzt die AUVA alles daran, schwere oder gar tödliche Arbeitsunfälle zu verhindern. Leider gelingt das nicht immer. Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Auswirkungen hat.

Es war Gabors letzte Fahrt für seinen österreichischen Arbeitgeber, bevor er sich in den Ruhestand begeben wollte – einen Tanker voller Bier hatte er an den Empfänger in Bulgarien geliefert, auf dem Rückweg sollte er in Rumänien Sojaöl abholen. Eigentlich hätten die Wasserstrahlen aus dem sich drehenden Tankwaschkopf alle Oberflächenbereiche im Inneren der Zisternen erreichen und säubern sollen. Gabor war sich dessen nicht sicher und beschloss, mit dem Hochdruckreiniger der Tankreinigungsstelle Reste in der mittleren Zisterne zu entfernen. Er stieg von oben in die Kammer – und war wohl schon bewusstlos, als er unten aufschlug. Denn im Inneren dieser Zisterne gab es keine Luft mehr zum Atmen. Ein junger Helfer auf der Tankstelle kletterte zu Gabor hinunter. Ein Beobachter meldete dem Besitzer der Tankreinigungsstelle, dass zwei Personen nicht aus dem Inneren der Zisterne zurückgekommen waren. Der Vater des Helfers, der ebenfalls dort arbeitete, hörte das auch und stieg umgehend ebenfalls in die Kammer, während der Besitzer einen Notruf absetzte. Die Feuerwehr kam für alle drei zu spät.

Fast jedes Jahr stirbt eine Person bei einem Arbeitsunfall einen Erstickungstod. Beim Versuch, Familienmitglieder zu retten, verunglückten in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Personen – sei es, dass eine Tochter ihren Vater aus einem Brunnenschacht bergen wollte oder ein Sohn seine Eltern in einem Silo fand. Ein einfaches Sauerstoffmessgerät hätte die Lebensgefahr angezeigt, denn alle diese Bereiche stehen mit der Umgebungsluft in geringem Austausch. Im AUVA-Merkblatt M.plus 327 ist ausführlich beschrieben, was man beim Einsteigen in enge Räume und Behälter beachten muss. (bm)

excl.jpg