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Oft ist es nur ein Moment

Bei ihren Präventionsanstrengungen setzt die AUVA alles daran, schwere oder gar tödliche Arbeitsunfälle zu verhindern. Leider gelingt das nicht immer. Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Auswirkungen hat.

Es war schon fast halb sieben, als der Partieführer der drei Holzarbeiter einen lauten Knall hörte. Er selbst arbeitete als Maschinist am Prozessorkran und dachte zunächst an einen Defekt im Drehkranz. Doch als er die Seilbahntrasse nach unten blickte, sah er seine beiden Kollegen in rasender Fahrt nach unten stürzen – sie waren verbotenerweise auf einem von ihnen zuvor quer eingespannten Ast bei der letzten Fahrt bergauf gesessen. Bei der Überfahrt einer Stütze wurden sie vom Laufwagen geschleudert – der Notarzt konnte nur mehr ihren Tod feststellen. Eine „Verkettung technischer Mängel“ sollte später auch im Polizeibericht stehen – das Zugseil war gerissen und der ungebremste Laufwagen hatte sehr schnell beschleunigt.

2020 wurden 16,8 Millionen Erntefestmeter Holz ohne Rinde eingeschlagen, 8,9 Millionen davon betrug der Schadholzanteil. Ungefähr zur Hälfte wird der Holzeinschlag von den jeweiligen Kleinwaldbesitzern selbst durchgeführt. Und in jedem der vergangenen zehn Jahre verunglückten zwischen zwanzig und dreißig Personen tödlich bei forstwirtschaftlichen Arbeiten. Sie werden von schweren Stämmen oder sich aus den Hängen lösenden Steinen getroffen, sie werden gegen Fahrzeuge geschleudert, das Gelände ist oft genug äußerst unwegsam und die Sturz- und Absturzgefahr ist auch nicht gering.

Am Ende der Holzernte werden die entlang der Seilbahntrassen beschädigten Bäume ebenfalls gefällt. Bei einem anderen fatalen Arbeitsunfall fiel dabei eine Lärche auf die Materialseilbahn, wodurch ein 15 kg schwerer Tragsattel der Seilbahn aus der Befestigung gerissen wurde. Ebendieser traf dann das Opfer am Kopf. (bm)

Info & Kontakt

Unter www.auva.at/statistik kann eine ausführliche Auswertung zu den Arbeitsunfällen bei forstwirtschaftlichen Arbeiten angefordert werden.