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Ohrenschmaus

Spätestens, wenn alle Familien­mitglieder zu Hause sind und der ­Lärmpegel Konzentration oder Entspannung nahezu unmöglich macht, wird der Wert guter Kopfhörer evident.

Lärm aus Küche, Bad oder Kinderzimmer machen es im Homeoffice oft schwer, sich zu konzentrieren und Nebengeräusche auszublenden. Auch im „echten“ Büro kann die Konzentration aufgrund von störenden Umgebungsbedingungen schnell vorbei sein: Hohe Lärmpegel während Telefonaten führen zu Ermüdung und Stress und senken Produktivität und Konzentration. Eine Lösung können hochwertige Kopfhörer sein, die den Berufsalltag erleichtern.

Videokonferenzen, virtuelle Meetings und (Video-) Telefonie werden wohl auch in Zukunft in unserem Alltag erhalten bleiben. Während der Pandemie haben Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die Möglichkeit schätzen gelernt, ohne Kollegen an einem Ort der eigenen Wahl zu arbeiten. Moderne, digitale Audiolösungen sind heute mit und ohne Kabel erhältlich. Das breite Frequenzspektrum sorgt für natürlichere und klarere Gespräche, der in der Hörmuschel des Headsets integrierte Prozessorchip analysiert Anrufe, Nutzer werden über den Bildschirm informiert, wenn der Mikrofonarm nicht optimal positioniert ist, Umgebungslärm wird reduziert. In-Ear-Kopfhörer und kabellose Headsets ermöglichen gleichzeitige Mobilität. Gerade, wenn Audio und Video kombiniert werden, also etwa bei Videokonferenzen, ist hochwertige Technik von Vorteil, um die Termine so authentisch und angenehm wie möglich zu gestalten. Stimmen werden nicht verzerrt, Rauschen und Hintergrundgeräusche werden unterdrückt.

Auswahlkriterien für Kopfhörer und Headset

Gute Kopfhörer sollten sorgfältig ausgewählt werden. Viele Qualitätskriterien wie etwa die Qualität der Sprachübertragung oder die Schalldämmung können aus den Prospekten der Hersteller nicht objektiv auf Grundlage von vergleichbaren Messdaten beurteilt werden. Es empfiehlt sich daher ein Blick auf objektive Vergleichstests.

Anschlüsse: Es wird empfohlen zu prüfen, welche Anschlussmöglichkeiten der Kopfhörer aufweisen sollte. Für die Verwendung am PC – etwa für Videokonferenzen – ist meist ein USB-Anschluss erforderlich. Für die Verwendung am Smartphone wird üblicherweise ein Klinkenstecker benötigt. Je nach Type verfügen nicht alle Smartphones über einen Klinkenstecker und es sind noch zusätzliche Adapter erforderlich, um das Headset mit dem Smartphone zu verbinden. Es gibt auch Adapter für Klinkenstecker zu USB. Damit kann das Headset dann sowohl am PC als auch mit Smartphone genutzt werden.

Kabellos oder kabelgebunden: Headsets sind am Markt sowohl kabelgebunden als auch kabellos verfügbar. Die Verbindung bei kabellosen Headsets erfolgt meist über Bluetooth, wobei es dabei unterschiedliche Profile mit unterschiedlicher Übertragungs­qualität gibt.
Tragekomfort: Wichtig bei stundenlanger Verwendung ist ein hoher Tragekomfort. Der Anpressdruck der Kopfhörer an den Kopf sollte nicht zu stark sein. Die Kopfhörer sollten auch ergonomisch größenverstellbar sein, um diesen gut an die Kopfform anpassen zu können. Hierbei empfiehlt sich, die Kopfhörer probeweise zu testen und den Mitarbeitern mehrere zur Auswahl anzubieten. Praktisch sind auch Knöpfe und Einstellräder, mit denen Einstellungen wie Lautstärke oder Stummschaltung direkt am Kopfhörer vorgenommen werden können.

Schalldämmung des Kopfhörers: Um die Hintergrundgeräusche zu reduzieren, ist eine gute akustische Abschirmung der Kopfhörerkapseln erforderlich. Dafür sind Kopfhörerkapseln erforderlich, die beide Ohren vollflächig umschließen und eine relevante Schalldämmung aufweisen. Ergänzend zu dieser „passiven Schalldämmung“ können mit ANR (active noise reduction) Geräusche im tiefen bis mittleren Frequenzbereich und damit teilweise auch Sprache weiter reduziert werden. Das funktioniert am besten bei einigermaßen konstanten Geräuschen wie zum Beispiel Fluglärm oder im Zug.

Mikrofon: Für den Gesprächspartner ist wichtig, dass hochwertige gerichtete oder mehrere Mikrofone des Headsets und die digitale Signalverarbeitung Störgeräusche reduzieren. Wichtig ist auch eine gleichmäßige Übertragung von Signalen in einem weiten Frequenzbereich damit es nicht zu unnatürlichen Klangverfärbungen kommt.

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Ohren in der Krise

Maskentragen, Online-Meetings, veränderte Geräuschpegel und Arbeitsweisen haben teils überraschende Auswirkungen auf das Gehör.

„Ein Jahr Pandemie hat deutliche Spuren bei unserem Gehör hinterlassen“, sagt Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker. So haben viele Menschen haben überhaupt erst durch das Maskentragen entdeckt, dass ihr Gehör nachlässt. Der Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Masken dämpfen die für die Sprachverständlichkeit wichtigen höheren Frequenzen ab 1,0 kHz aufwärts. Fünf bis zehn Dezibel an Lautstärke fallen durchschnittlich weg. „Zehn Dezibel entsprechen etwa einer Halbierung der Lautstärke“, erklärt Riegler. Wer das Gesagte nicht versteht, kann beim Maskentragen auch nicht darauf ausweichen, die Lippen zu lesen.

Gerade für Menschen mit verminderter Hörleistung können Online-Meetings hilfreich sein, weil sie Kopfhörer verwenden und Störgeräusche ausblenden können. Andererseits hat man dank des Layouts der Meetingsoftware oft bessere Chancen, die Gesichter aus der Nähe zu sehen und die Lippenbewegungen zu erkennen als zum Beispiel bei einem physischen Treffen in einem großen Raum.

Dennoch: Die Gehörempfindlichkeit nimmt zu. „Die Pandemie hat für viele Menschen eine Veränderung ihres täglichen Geräuschpegels bewirkt. Wer plötzlich viel allein ist, bei dem passt sich das Gehör an. Lärmsituationen, die bisher gar nicht aufgefallen sind, werden plötzlich als unangenehm und überfordernd erlebt“, weiß Riegler.

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© deagreez/AdobeStock