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Packen wir’s weiter an!

Die Vorbeugung von arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen stand eineinhalb Jahre im Mittelpunkt der AUVA-Aktivitäten. Kürzlich ging der AUVA-Präventionsschwerpunkt „Packen wir’s an!“ zu Ende. Ein Resümee und ein Ausblick.

Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sind eine der häufigsten Ursachen für Krankenstände in Österreich. Es handelt sich dabei um Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, wie etwa von Wirbelsäule und Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern, die rund ein Fünftel der jährlichen Krankenstandstage ausmachen. Etwa 40 bis 50 Prozent der MSE sind mit der Arbeit assoziiert. Damit verbunden sind nicht nur individuelle Leidenswege der Betroffenen, sondern auch hohe wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten. Diese können basierend auf Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO auf rund 1,6 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt werden. Das sind 16 Prozent der jährlichen Kosten des arbeitsbedingten Krankheits- und Unfallgeschehens insgesamt.

Vielfalt von MSE im Kontext von Arbeit

Egal, ob Bildschirmarbeit, Pflege, Lieferdienste oder Fließbandarbeit, MSE betreffen beinahe alle Berufsgruppen und Tätigkeiten. Die Ursachen sind vielfältig und komplex. Bestimmte Bedingungen der Arbeit wie etwa langes Sitzen, das Heben und Bewegen von schweren Lasten oder häufig wiederholte Hand- und Armbewegungen tragen wesentlich zur Entwicklung von MSE bei. Auch Einwirkungen des unmittelbaren Arbeitsumfelds wie etwa Zeitdruck, schlecht ausgestattete Arbeitsplätze oder unzureichende Arbeitsorganisation erhöhen das Erkrankungsrisiko. Soziostrukturelle und individuelle Faktoren wie Geschlecht, Bildung oder Vorerkrankungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die gute Nachricht ist: Muskel-Skelett-Erkrankungen sind vermeidbar! Um Unternehmen bei diesem Ansinnen zu unterstützen, rief die AUVA im Frühjahr 2021 den Präventionsschwerpunkt „Packen wir’s an!“ ins Leben. Damit wurde an die Europäische Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“ angeknüpft. Ziel war die Vorbeugung von arbeitsbedingten MSE sowie von Arbeitsunfällen in Zusammenhang mit physischen Belastungen. Fachkräfte der AUVA entwickelten zahlreiche einschlägige Informationen und setzten Beratungs- und Trainingsangebote in Betrieben um. Der Fokus lag auf der Vermittlung von Wissen zur MSE-Prävention, auf der Etablierung von ergonomisch und arbeitsorganisatorisch gut gestalteten Arbeitsbedingungen sowie auf der Entwicklung von gesunden Arbeitsroutinen. Am 20. Oktober 2022 fand der feierliche Abschluss des Schwerpunktes gemeinsam mit der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in Wien statt. Viele Schritte wurden getan, einiges liegt noch vor uns.

Interaktive Angebote

Im Rahmen von zwölf Veranstaltungen für Betriebe und Fachleute der Prävention vermittelte die AUVA grundlegendes Wissen und praktische Lösungsmöglichkeiten zur Vorbeugung von MSE. Die Themenpalette reichte von Arbeitsplatzgestaltung, Pflege und Lastenhandhabung über Vibrationen bis hin zu Arbeit im Homeoffice und digitalen Innovationen in der Ergonomie. Die im Kampagnenzeitraum vergünstigten AUVA-Seminare, Webinare und Workshops dienten der Vertiefung dieses Wissens, griffen aber auch weitere Themen wie die Arbeitsplatzergonomie im Pkw, MSE-Prävention in der Ausbildung oder Bewegungsförderung auf. Fortbildungen zu den neuen Leitmerkmalmethoden fanden besonders großen Anklang. 

Die kostenlosen Beratungen gingen einen Schritt weiter: Die Fachberater:innen der AUVA knüpften an die jeweilige betriebliche Situation an und konzipierten gemeinsam mit ihren betrieblichen Ansprechpersonen adäquate Lösungen. Im Rahmen der geförderten AUVA-Programme AUVAfit und baufit setzten Unternehmen darüber hinaus maßgeschneiderte Projekte zur MSE-Prävention um.

Umfassendes Informationsangebot

Ein mannigfaltiges Informationsangebot begleitete das interaktive AUVA-Angebot. Das Merkblatt „M.plus 024 Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen“ wurde speziell für den Schwerpunkt entwickelt. Zehn weitere Merkblätter sowie Erklärvideos, Poster und Apps behandeln unterschiedliche Aspekte der MSE-Prävention. Die AUVA-Medien SICHERE ARBEIT und ALLE!ACHTUNG! berichteten regelmäßig über wichtige Themen rund um MSE. Die Sonderausgabe SICHERE ARBEIT 2/2021 widmete sich exklusiv der MSE-Prävention. Advertorials in Fachmedien adressierten Angehörige diverser Berufsgruppen mit branchenspezifischen Informationen.
Das Anliegen bleibt auch künftig wichtig: Über die Laufzeit hinaus können Unternehmen auf die Unterstützung der AUVA in Sachen MSE-Prävention zählen. Kostenlose Betriebsberatungen zur Reduktion ergonomischer und psychosozialer Risikofaktoren für MSE bleiben ebenso im Programm wie die vielfältigen Weiterbildungsangebote zur Thematik. Dabei kommen auch moderne digitale Tools wie sensorbasierte Video- und Bewegungsanalysen und Virtual-Reality-Anwendungen zum Einsatz. Die bereits etablierten geförderten Präventionsprogramme AUVAfit und baufit sind weiterhin über die AUVA buchbar und beinhalten umfangreiche ergonomische, arbeitsorganisatorische und psychosoziale Aktivitäten zur Arbeitsplatzoptimierung. (mj)

Informationen und Kontakt

www.auva.at/mse

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© Cecilie_Arcurs/iStock