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Rehabilitation: Das Leben „vorwärts leben“

Unfälle verändern das Leben schlagartig. Wie das von Gerhard Holnsteiner, der als Außendienstmitarbeiter einen schweren Autounfall erlitt. Mit einer inkompletten Querschnittlähmung konnte er seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben und musste seine Wohnung wechseln.

Der gelernte Hotel- und Touristikfachmann Gerhard Holnsteiner arbeitete als Außendienstmitarbeiter in der „Bäckerei Schmidl“, die auch das berühmte „Wachauer Laberl“ produziert. Im Jahr 2009 erlitt er auf dem Weg zu einem Kunden einen schweren Autounfall. Nach dem Krankenhaus kam er für sechs Monate zur Rehabilitation in das AUVA-Rehabilitationszentrum Weißer Hof in Klosterneuburg in Niederösterreich. Die ersten drei Monate war er vollständig gelähmt. Sensorik und Motorik haben sich durch Training und Physiotherapie erholt. „Ich habe nie mit meinem Schicksal gehadert. Seine Energie in die Vergangenheit zu richten, bringt nichts, weil ich es sowieso nicht mehr ändern kann“, erzählt Holnsteiner von der schwierigen Zeit.

Gemeinsam wird vieles möglich

Der Wachauer Visionär und Freigeist hatte schon bald nach seinem Unfall nach dem Motto „Man kann das ­Leben nur vorwärts leben und rückwärts betrachten“ neue Pläne. Für sein Engagement und seine vorbildliche berufliche Rehabilitation wurde er kürzlich mit dem AUVA-„Back to Life“-Award für Niederösterreich ausgezeichnet. „Ich freue mich, mit Gerhard Holnsteiner ein Wachauer Urgestein auszuzeichnen, das sich nach einem schweren Arbeitsunfall beeindruckend rehabilitieren konnte“, sagt Peter Engelbrechtsmüller, Vorsitzender der AUVA-Landesstelle Wien bei der Preisübergabe. „Vieles ist möglich, wenn alle zusammenhelfen. Als AUVA unterstützen wir Betroffene bestmöglich bei der beruflichen Wiedereingliederung. Denn gerade der Beruf ist eine wichtige Quelle für die seelische und soziale Gesundheit“, ergänzt AUVA-­Landesstellendirektor Reinhard ­Minixhofer. Mag. Johannes Schedlbauer von der Wirtschaftskammer NÖ überreichte einen Warengutschein im Wert von 1.000 Euro, Vizepräsident Thomas Schäffner von der Arbeiterkammer NÖ würdigte den Preisträger mit einem Gutschein für einen Wellnessurlaub.

Soziale und berufliche Rehabilitation

Nach dem Unfall veränderten die körperlichen Einschränkungen alles: Die Wohnung entsprach nicht mehr den Bedürfnissen, der Job konnte nicht mehr ausgeübt werden. Für Holnsteiner die Basis seiner neuen Pläne: Er wollte Menschen mit Behinderungen unterstützen, passende Wohnungen zu finden. So ließ er sich mit Unterstützung der AUVA zum Immobilienmakler umschulen und gründete die Empfehlungsplattform ­WACHAU­ INSIDE, mit Tipps für barrierefreie Aufenthalte in der Weltkultur­erberegion.

Weil er selbst so viel Glück hatte, gründete er gemeinsam mit Werner Rosenberger, der 2018 ebenfalls mit dem AUVA-„Back to Life“-Award ausgezeichnet wurde, den Verein „Chancengleich“, der Menschen mit Behinderungen zum Beispiel mit Rollstühlen oder anderen Hilfsmitteln unterstützt. Mit seinem Schicksal hadert er nicht: „Ich versuche jeden Tag, das Beste aus meinem Leben zu machen“, so Holnsteiner. (rh)

Gruppenbild mit fünf Frauen und vier Männern. Ein Mann im Rollstuhl hält eine gerahmte Auszeichnung ins Bild. Eine Dame daneben hält einen Blumenstrauß.
v. l. n. r.: Mag. Reinhard Minixhofer (AUVA-Landesstellendirektor), DI Dr. Florian Kamleitner (Vizebürgermeister Krems), Mag.a Christiane Teschl-Hofmeister (Landesrätin), DIin Bernadette Laister (Stadträtin Krems), Gerhard Holnsteiner, Daniela Holnsteiner, Mag.a Susanne Rosenkranz (Landesrätin), Barbara Schmidl (Besitzerin Bäckerei Schmidl/Dürnstein), KommR Peter Engelbrechtsmüller (AUVA-­Landesstellenvorsitzender)
© V. Drda