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Smartphone-Nacken und SMS-Daumen geben sich die Klinke in die Hand

Weniger Zeit am Bildschirm würde der Gesundheit in vielerlei Hinsicht gut tun.

Durchschnittlich drei Stunden pro Tag verbringen wir aktuellen Untersuchungen zur Folge am Smartphone – jüngere Menschen noch deutlich mehr. Doch was macht diese über Stunden eingenommene, starre Haltung eigentlich mit unserem Nacken?

Stress für Muskeln, Bänder und Bandscheiben

Je stärker die Vorneigung des Kopfes, umso größer ist die Belastung für den Nacken. Ein Experiment des New Yorker Chirurgen Kenneth Hansraj zeigte, dass bei einer Kopfneigung von 60 Grad die Muskelkräfte im Nacken um das 2,25-Fache erhöht sind, verglichen mit der natürlichen Kopfhaltung. Bei der Nutzung eines Smartphones ist eine Kopfneigung von 45 Grad üblich, die eine rund 1,6-fach erhöhte Belastung bewirkt.
Für die Muskulatur der Halswirbelsäule bedeutet das Schwerstarbeit. Es entsteht dort ein enormer Zug auf Bänder, Gelenkskapseln und Sehnen. Zudem wird die Atmung durch eine verstärkt nach vorne gekrümmte Brustwirbelsäule eingeschränkt.

Nebenwirkungen SMS-Daumen

Die zweite Körperregion, die von einer exzessiven Nutzung des Smartphones in Mitleidenschaft gezogen wird, ist der Daumen. Durch das Tippen und Wischen beim einhändigen Bedienen des Smartphones können sich durch eine verstärkte Abduktion- und Adduktionsbewegung des Daumens schmerzhafte Entzündungen der Sehnenscheide entwickeln, die sich über den gesamten Unterarm ziehen. Dies ist besonders bei der jüngeren Generation zu beobachten.

Kampf dem Krampf – Kopf hoch

Was kann hier Abhilfe schaffen? Am Bildschirmarbeitsplatz lassen sich Monitor und Tisch-Stuhl-System auf die jeweilige Körpergröße einstellen, um die verstärkte Vorneigung des Nackens zu verhindern. Am Smartphone entfällt diese Möglichkeit. Handy-Nutzer müssen sich daher in erster Linie ihrer starren Körperhaltung und dem Risiko, das damit einhergeht, bewusst sein, damit sie gegensteuern können. Eine geeignete Soforthilfe sind Ausgleichsübungen für den Nacken, die die Halswirbelsäule mobilisieren und in ihrer Funktionsfähigkeit erhalten.

Was jedoch am wirksamsten ist, ist die Zeit am Smartphone zu reduzieren, Dringliches vor weniger Wichtiges stellen und sich handyfreie Zeiten gönnen.

Übung 1

Mobilisierung der Halswirbelsäule
Diese Übung dient zum Erhalt der Beweglichkeit der Halswirbelsäule
Ausführung: Nehmen Sie eine aufrechte Körper­haltung ein und senken Sie das Kinn zur Brust. Drehen Sie anschließend den Kopf von der rechten Schulter entlang der Brust zur linken Schulter. Der Kopf weicht nicht nach hinten aus, Schultern bleiben locker hängen.
Wiederholungen: 5 – 10 Mal pro Seite (bis zu 3 Serien)

Übung 2

Dehnung der Unterarme

Diese Übung dient zum Erhalt der Beweglichkeit des Hand-Arm-Bereichs und beugt Verspannungen der Daumenmuskulatur vor.
Ausführung: Strecken Sie den rechten Arm nach vorne und ziehen Sie mit der linken Hand die Finger der rechten Hand nach unten, bis Sie einen Dehnreiz am Unterarm spüren. Gehen Sie während der Einatmung leicht aus der Dehnposition zurück.
Wiederholungen: 3 – 5 Mal, dann Arm wechseln
(bis zu 3 Serien pro Seite)

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© R. Reichhart