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So halten Neujahrsvorsätze: Tipps aus der Hirnforschung

Zu Jahreswechsel nehmen wir uns gerne viel vor: Vor allem schlanker und gesünder zu leben rangiert in der Hitliste der guten Vorsätze weit oben.

Dr. Marcus Täuber ist promo­vierter Neurobiologe, Buchautor und Lehrbeauftragter an der Universität Wien sowie der
Donau Universität Krems.

Der Jänner ist traditionell der Monat, in dem die meisten Menschen mit dem Rauchen aufhören und mit Sport oder Diäten anfangen. In neun von zehn Fällen ist dieses Ansinnen zum Scheitern verurteilt. Wie es doch gelingt, weiß Autor und Neurobiologe Dr. Marcus Täuber.

Druck vermeiden!

„Das Gehirn tickt anders, als wir glauben. Unser Wille kann sehr schnell nach hinten losgehen“, so Täuber. Wer sich unter Druck setzt, begünstigt den Rückfall. So zeigt eine Studie aus den USA: Frauen, die trotz Diät naschen und dabei Schuldgefühle entwickeln, neigen eher zu weiteren Rückschlägen als Frauen, die sich das Naschen verzeihen können.

Mental kontrastieren!

Studien der deutschen Psychologin Prof. Dr. Gabriele Oettingen belegen, dass pures positives Denken in die Falle führt. Besser: mental kontrastieren. Konkret bedeutet das, sich nicht nur das Ziel wie eine Wunschfigur vorstellen, sondern die Widerstände auf den Weg dorthin. Und im Kopf eine Lösung basteln, wie wir mit diesen Hindernissen umgehen.

Wenn-dann-Verknüpfungen

Gewohnheiten werden durch Reize ausgelöst. So greifen beispielsweise viele Menschen zum Glimmstängel, wenn sie gestresst sind. Sogenannte Wenn-dann-Verknüpfungen helfen, das Gehirn neu zu programmieren. So können wir uns vorstellen, Atemübungen zu machen, wenn wir gestresst sind. Diese neue Konditionierung ersetzt mit der Zeit das alte Muster.

Schritt für Schritt

Was passiert, wenn wir unsportlich gleich mit einem Dauerlauf von fünf Kilometern starten? Wir empfinden es als zu anstrengend, kriegen Seitenstechen und verlieren rasch die Lust. Besser: Es mit dem neuen Verhalten nicht übertreiben. Langsam starten, langsam steigern. So schleichen sich neue Gewohnheiten Schritt für Schritt ins Gehirn.

Rhythmus ist Macht

Wer regelmäßig Sport betreiben möchte, sollte auf die Macht der Rhythmik setzen. Also besser Montag, Mittwoch und Freitag um 18 Uhr laufen gehen statt zu unterschiedlichen Zeiten. Gewohnheiten sind gespeicherte Rituale.

Buchtipp

M. Täuber, Gedanken als Medizin. Wie Sie mit den Erkenntnissen der Hirnforschung die mentale Selbstheilung aktivieren. Goldegg Verlag, Berlin/Wien 2020, ISBN 978-3990601525

Gewohnheiten werden durch Reize ausgelöst. Sogenannte Wenn-dann-Verknüpfungen helfen, das Gehirn neu zu programmieren.
Gewohnheiten werden durch Reize ausgelöst. Sogenannte Wenn-dann-Verknüpfungen helfen, das Gehirn neu zu programmieren.
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