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Unfallmeldungen in Bildungseinrichtungen

Unfallmeldungen werfen viele Fragen auf. Nachfolgend wichtige Erklärungen zum richtigen Melden der Unfälle von Kindergartenkindern im verpflichtenden Kindergartenjahr, Schülern und Studenten.

Im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz ASVG § 363 (4) ist klar geregelt, was im Falle eines Unfalls in einer Bildungseinrichtung zu tun ist: „Die […] genannten Schulen, Lehranstalten, Universitäten und institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen haben jeden Unfall […] durch den eine […] unfallversicherte Person getötet oder körperlich geschädigt worden ist, längstens binnen fünf Tagen dem zuständigen Träger der Unfallversicherung […] zu melden.“ Der Beratungsalltag der AUVA-Mitarbeiter hat jedoch gezeigt, dass bei diesem Gesetzestext viele Fragen offenbleiben. Nachfolgend ein Überblick zu den wichtigsten Antworten. Detailliertere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.auva.at

Wer muss den Unfall melden?

In der Praxis wird diese Aufgabe gemäß den Vorgaben häufig von der Leitung der Bildungseinrichtung übernommen. Grundsätzlich ist die Meldung des Unfalls aber an keine bestimmte Person gebunden und kann nötigenfalls von jedem durchgeführt werden, also von Elementarpädagogen, Lehrern, mit der Sicherheit beauftragten Personen, Eltern oder auch von den Verunfallten selber.

Bis wann hat die Unfallmeldung zu erfolgen?

Die im ASVG angegebene Frist von fünf Tagen muss im Regelfall eingehalten werden. Falls eine fristgerechte Weiterleitung jedoch aus gewissen Umständen nicht möglich ist, soll eine ehestmögliche Nachmeldung des Unfalls erfolgen. Es gibt keine Frist, nach deren Ablauf die Meldung nicht mehr angenommen wird.

In welcher Form sollen die Unfälle gemeldet werden?

Die ausgefüllten Unfallmeldeformulare können per Post, E-Mail oder Fax an die zuständige Landesstelle der AUVA gesendet werden. Die E-Mail-Adressen der Landesstellen, weitere Kontaktdaten wie Telefonnummern und Adressen sowie das Unfallmeldeformular für Personen in Bildungseinrichtungen finden Sie auf unserer Homepage.
Übrigens: Unfälle der Beschäftigten melden Sie bitte anhand der Unfallmeldung für Erwerbstätige an den zuständigen Versicherungsträger (AUVA, BVAEB).

Wessen Unfälle müssen gemeldet werden?

Die Unfälle von Kindern im verpflichtenden Kindergartenjahr sowie von Schülern und Studenten müssen der AUVA gemeldet werden. Versichert sind Schüler sowie Studierende an allgemein bildenden Pflichtschulen und Hochschulen, an berufsbildenden Schulen und Akademien, an pädagogischen Hochschulen, an Universitäten und theologischen Lehranstalten sowie an Fachhochschul-Studiengängen. Ausnahmen kann es für Personen aus einem EU-/EWR-Staat, der Schweiz oder sogenannte Drittstaatsangehörige geben (siehe Versicherteninformation der AUVA).

Welche Unfälle müssen gemeldet werden?

Die Meldepflicht gilt nicht nur für jene Verletzungen, bei denen sofortige ärztliche Hilfe benötigt wird. Es muss – wie im oben zitierten Sozialversicherungsgesetz definiert – jeder Unfall gemeldet werden, bei dem es zu einer körperlichen Schädigung gekommen ist.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht nur auf Unfälle, die während des Unterrichts oder des Kindergartenaufenthalts passieren, sondern auch auf Unfälle außerhalb des Normalbetriebs wie der Durchführung von Wandertagen, Exkursionen, Skikursen oder berufsbildenden Praktika. Zusätzlich steht der Weg zur und von der Bildungseinrichtung unter dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz. Diese Versicherung existiert unabhängig davon, wie der Weg zurückgelegt wurde (beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Skateboard) und gilt auch für Fahrgemeinschaften.

Warum müssen die Unfälle gemeldet werden?

Neben der gesetzlichen Verpflichtung ist der wichtigste Grund, dass die Versicherungsleistungen nur dann erbracht werden können, wenn der Unfall auch gemeldet und von der AUVA anerkannt wurde. Ein Unfall im Rahmen der Ausbildung kann zu deutlich umfangreicheren Leistungen führen als ein sogenannter Freizeitunfall. Diese Leistungen reichen von der Unfallheilbehandlung über die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation, die Unterstützung bei prothetischer Versorgung und prothetischen Hilfsmitteln bis hin zu finanziellen Leistungen. Eine – im Zusammenhang mit einer körperlichen Verletzung einhergehende – beschädigte Brille wird beispielsweise im Bedarfsfall ersetzt. Umgekehrt kann ein nicht gemeldeter Unfall Kosten verursachen, die möglicherweise privat übernommen werden müssen.

Die gemeldeten Unfälle leisten einen erheblichen Beitrag zur Unfallvermeidung. Die AUVA bekommt dadurch einen guten Einblick in das laufende Unfallgeschehen der verschiedenen Altersstufen bei unterschiedlichen Tätigkeiten und kann dadurch präventive Maßnahmen wie Workshops, Unterrichtsmaterialien und andere Medien entwickeln, die den Bildungseinrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang eine genaue Beschreibung des Unfalls. So können beispielsweise bei den Angaben zum Unfallhergang aus der Bemerkung „beim Turnunterricht verletzt“ keine konkreten Schlüsse gezogen werden. Ein häufigeres Auftreten von Meldungen mit genaueren Beschreibungen wie etwa „der Schüler versuchte, beim Volleyballspielen den Ball mit ausgestreckten Fingern aufzufangen“ dient als maßgebliche Unterstützung in der Präventionsarbeit. So wurden zum Beispiel Sicherheitsworkshops für Elementarpädagogen oder die Broschüre „Bleib am Ball“ mit Methoden zur richtigen und sicheren Ballspieltechnik für die 5. bis 8. Schulstufe entwickelt und bereitgestellt.

Info & Kontakt

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Oberösterreich LLA-DEauvaatv
Salzburg, Tirol und Vorarlberg SLA-DEauvaat
Wien, Niederösterreich und Burgenland WLA-DEauvaat

Verletzung am Arm
Verletzung am Arm
© R. Slupetzky