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Zecken: klein, aber gefährlich

Durch die klimatischen Veränderungen sind Zecken immer früher aktiv und kommen auch in größeren Höhen vor, als das bisher der Fall war. Wichtige Tipps helfen, einen ­sicheren Aufenthalt im Freien zu gewährleisten.

Gleich vorweg: Einen absoluten Schutz vor Zeckenstichen gibt es nicht. Durch verschiedene Präventionsmaßnahmen lässt sich das Risiko allerdings deutlich reduzieren. Zecken halten sich in Bodennähe auf. Sie mögen die niedrige Vegetation, wo sie auf vorbeikommende Menschen oder Tiere lauern. Von hier aus lassen sie sich abstreifen und klammern sich an ihre „Beute“, wo sie nicht sofort zustechen müssen, sondern nach einem günstigen Hautareal suchend umherwandern können.

Kontakt vermeiden

Die wichtigste Regel ist, den Kontakt mit Zecken so gut es geht zu vermeiden. Bevorzugen Sie demnach den Spaziergang auf einer Waldstraße oder anderen breiten, ausgetretenen Wegen gegenüber dem Weg querfeldein über eine Wiese mit hohem Gras. Wer beruflich in Wiesen und Wäldern unterwegs ist, kann den Kontakt nicht vermeiden, aber: Man sollte es den Zecken zumindest schwer machen, eine geeignete freiliegende Hautstelle zu finden. Dem Tragen geschlossener Kleidung kommt daher große Bedeutung zu. Zusätzlich kann auf freiliegenden Körperstellen Insektenschutzmittel und auf die Kleidung können zusätzliche Repellents aufgetragen werden, um die Zecken abzuwehren.

Nach dem Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz sollten der Körper und die Kleidung auf Zecken untersucht werden. Helle Kleidung hilft, die dunklen Zecken leichter zu erkennen. Anders als bei Gelsen verursacht der Stich einer Zecke zuerst meist keine Schmerzen. Das liegt unter anderem daran, dass die Zecke mit ihrem Speichel eine Art Betäubungsmittel in die Wunde abgibt. So bleibt der Stich lange unbemerkt und sie kann ungestört Blut saugen. Zecken lieben dünne, gut durchblutete Hautstellen. Die finden sie in der Kniekehle, im Intimbereich oder an Hals und ­Haaransatz. Bei Kindern ist es häufig der Kopf.

Borreliose oft spät erkannt

Je nach Alter der Zecke und Dauer des Saugaktes ist die Zecke als kleiner schwarzer Punkt oder als bräunliches Tier mit geschwollenem Hinterleib in der Haut erkennbar. Die Stelle kann gerötet sein. Die Zecke soll möglichst rasch entfernt werden – das verhindert, dass Krankheitserreger durch die Wunde eindringen und sich ausbreiten. Zecken können Krankheiten wie FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Lyme-Borreliose übertragen. Die Zeckenschutzimpfung hilft gegen FSME, nicht aber gegen Borreliose. Letztere Erkrankung wird häufig verzögert diagnostiziert, da die oft unspezifischen Symptome allein schwer einzuordnen sind. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Genickstarre, Muskelschmerzen und schmerzhafte Gelenkschwellungen, aber auch grippeähnliche Anzeichen wie Erschöpfung, Schüttelfrost und Fieber. Ein Zeckenstich in der Anamnese und die typische, rötliche, ringförmig wandernde Hautveränderung um die Stichstelle sind daher für Ärzte:Ärztinnen wegweisend für die Diagnose und weitere Behandlung.

Schutzimpfung zur Verhinderung einer FSME

Zum Schutz vor FSME gibt es eine Impfung. In Endemiegebieten wie Österreich wird die Impfung laut aktuellem, nationalem Impfplan ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen. Sie erfolgt über die Grundimmunisierung mit drei Teilimpfungen und regelmäßigen ­Auffrischungsimpfungen. Sprechen Sie mit Ihrem:Ihrer Hausarzt:Hausärztin darüber.

Da durch Zeckenstich übertragbare Krankheiten wie FSME oder Borreliose als Berufskrankheit anerkannt werden können, gibt es für besonders ge­­­­­­­­­­­­­­­f­ährdete Arbeitskräfte die AUVA-­Impfaktion als Unterstützung für Arbeitgebende. Insbesondere Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft sind hier angesprochen, jedoch auch weitere Arbeitsplätze und berufliche Tätigkeiten in anderen Unternehmen mit ähnlicher Gefährdung. (cd)

Erste Hilfe, wenn es juckt

Ein wichtiger Tipp: nicht kratzen! Bei Stichen ist das oberste Gebot: kühlen, kühlen, kühlen! So lassen sich ­Symptome wie Schwellung und Juckreiz in Grenzen halten. Geeignet sind Umschläge mit Essig­wasser oder kaltem Leitungswasser ebenso wie kühlende Gelkissen.
Wichtig ist nur, dass der kühlende Gegenstand in ein sauberes Tuch gewickelt wird und nicht direkt mit der Haut in Berührung kommt. Hat sich die eingewickelte Kühlhilfe erwärmt, wird der Vorgang wiederholt, bis Linderung eintritt.

Impfaktion der AUVA

Die AUVA-Schutzimpfungsaktion gegen FSME ist eine freiwillige Leistung zur Verhütung von Berufskrankheiten. Die Kosten für den Impfstoff und dessen Zustellung trägt die AUVA.

Wer kann an der Impfaktion teilnehmen?

Die betreffende Person muss bei der AUVA versichert sein.
Die zu impfende Person muss in einem Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sein oder Tätigkeiten ausüben, bei denen ein ähnlich hohes Zeckenstich-Risiko besteht. Die Tätigkeiten müssen überwiegend im Wald- und Wiesenbereich durchgeführt werden (z. B. Lehrer:innen und Schüler:innen an landwirtschaftlichen Schulen, Straßenerhalter:innen, Freileitungsmonteure:-monteurinnen u. a.).

Der Weg zur Impfung:

Bestellung und weitere Informationen unter auva.at/schutzimpfungen

Für Rückfragen:

Tel.: +43 5 93 93-20770, -20768,
HUB-Verrechnung@auva.at

Weiterführende Informationen:

AUVA- Impfaktion:

auva.at/schutzimpfungen

Berufskrankheiten-Information der AUVA:

auva.at/cdscontent/?contentid=10007.671002&portal=auvaportal

Impfplan Österreich 2023/2024

sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html

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