Gezielte Maßnahmen mit großer Wirkung

Von 2014 bis 2019 wurde im Rahmen von AUVAfit ein Projekt im BFI Burgenland für die Mitarbeiter in den Bildungscentern und in der Verwaltung durchgeführt. Und wie immer, wenn es um Menschen geht, spielten Kooperation und der Umgang mit Gefühlen, Emotionen und Unsicherheiten eine wesentliche Rolle.

v. l.: Anita Holper (BFI Betriebsrätin), Dipl.-Päd. Sabine Swatek-Venus, MA, (stv. Geschäfts­führerin), MMag. Peter Eckerstorfer (AUVA), Rene Höfer (stv. Geschäftsführer). © BFI Burgenland

Bemerkenswert dabei war die enorme Bedeutung der sogenannten sozial-flankierenden und kooperativen Gestaltung von Tätigkeiten sowie der unter diesen Gesichtspunkten erarbeiteten, geeigneten Maßnahmen – sowohl für Mitarbeiter als auch für Klienten.

Komplexe Aufgabenstellung

Dieses umfangreiche, von MMag. Peter Eckerstorfer, MPH, realisierte Projekt erstreckte sich über die Dauer von insgesamt sechs Jahren und unterstreicht die weitreichende (Aus-)Wirkung einer günstigen, sozial-flankierenden Gestaltung von Tätigkeiten auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und – so die Annahme – auch auf jene der Klienten. Es ging darum, sozial-flankierende Tätigkeiten als gleichsam unsichtbare Form der Leistungserbringung explizit(er) und damit hinsichtlich der Arbeitsbedingungen gestaltbar(er) zu machen. Ziel des Projekts war es, das BFI Burgenland dahingehend zu sensibilisieren, zu informieren und in einer gemeinsamen Reflektion mit den Mitarbeitern arbeitsgestaltend zu befähigen sowie gemeinsame Standards dazu zu erarbeiten.

Durchführung des Projekts

Umgesetzt wurde dieses Projekt entlang von drei Mitarbeiterbefragungen, wiederholten qualitativen Analysen und unterschiedlichen Interventionen zu verschiedenen Zeitpunkten, wie etwa einer mehrmonatigen beteiligungsorientierten Arbeitsgestaltung als Maßnahmenentwicklung. Evaluiert wurde das Projekt unter anderem in Form von Berechnungen des ROI nach Sigrun Fritz zu mehreren Interventionszeitpunkten.

Empfehlungen

Wie zu erwarten, zeigte sich unter anderem aufgrund inferenzstatistischer Auswertungen zu unterschiedlichen Erhebungszeitpunkten, vor allem aber bei der Gesamtevaluierung im Jahr 2019, dass es in erster Linie weiche Faktoren sind, die Gesundheit und Wohlbefinden sowie Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Mitarbeiter fördern und unterstützen.

Dabei handelt es sich etwa um mitarbeiterorientierte Unternehmensführung, Wertschätzung und Unterstützung, Möglichkeiten zur Gestaltung (Zugestehen von Handlungsspielräumen), eine gute Konfliktkultur (im Sinne einer Lösungskultur) sowie eine adäquate informative Versorgung.
Dieses aufwendige Projekt veranschaulicht letztlich auch die zentrale Rolle einer sozial-aktivierenden Arbeitsgestaltung. Demnach kommt neben der Gestaltung von Arbeitsaufgaben und -abläufen vor allem auch günstigen sozial-kommunikativen Bedingungen, einer guten Unternehmens- und Führungskultur, angenehmen innerbetrieblichen sozialen Beziehungen, fachlichen und sozial-emotionalen Kompetenzen der Mitarbeiter sowie einer selbstorganisierten Kooperation eine besondere Bedeutung zu (Näheres dazu in der Ausgabe März 2020 von Alle Achtung).

Info & Kontakt:
MMag. Peter Eckerstorfer, MPH Fachkundiges Organ
für Arbeits- und Organisationspsycho­logie sowie für Arbeits- und Organisationssoziologie, peter.eckerstorfer(at)auva.at