Ist Ihr Betrieb gesundheitskompetent?

Im Rahmen von „GET – Gesunde Entscheidungen treffen für Betriebe“, einem Projekt, das vom Dachverband der Sozialversicherungsträger initiiert wurde, entstand ein Leitfaden, der Betriebe dabei unterstützen soll, eine gesundheitskompetente Organisation zu werden.

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Menschen verbringen viel Zeit in Betrieben. Die Unternehmenskultur, die Struktur der Organisation und die Gestaltung der Arbeitsprozesse haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit jedes einzelnen Mitarbeiters. Ihre Gesundheitskompetenz trägt einerseits dazu bei, dass sie einen gesunden Lebensstil führen und im Alltag gute gesundheitsbezogene Entscheidungen treffen können. Darüber hinaus benötigen Mitarbeiter auch eine spezifische Gesundheitskompetenz, um mit den jeweiligen betrieblichen Gesundheitsrisiken gut umgehen zu können. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Führungskräften kann ein gesundheitsförderndes Führungsverhalten unterstützen. Im Fall von Betrieben, die Produkte oder Dienstleistungen mit gesundheitlichen Auswirkungen anbieten, ist der gesundheitskompetente Umgang mit Kunden besonders wichtig. Was es dazu braucht, sind verständliche und leicht zugängliche Informationen und Schulungsangebote für die Mitarbeiter.

Fortschritte sichtbar machen

Wenn Betriebe ihre Gesundheitskompetenz selbst einschätzen, dann ist das eine gute Basis, um die Ausgangslage zu analysieren und einen Sensibilisierungsprozess für das Thema einzuleiten. So werden bereits erreichte Fortschritte sichtbar und zeigen Handlungs- und Entwicklungsbedarf auf.
Die Selbsteinschätzung im Rahmen von „GET – Gesunde Entscheidungen treffen für Betriebe“ sollte von der Geschäftsleitung beauftragt werden. Je nach Größe des Betriebs wird sie von einem Team von drei bis zehn Mitarbeitern durchgeführt. Jedes Teammitglied bewertet den aktuellen Status zuerst aus persönlicher Perspektive für sich, danach werden die unterschiedlichen Einschätzungen im Team besprochen und zusammengeführt. Gemeinsam wird ein Plan für Verbesserungsmaßnahmen entwickelt und dem Management zur Umsetzung vorgeschlagen. Die Selbsteinschätzung kann nach einer bestimmten Zeit wiederholt werden, um Fortschritte bei der Umsetzung und weitere Verbesserungsmaßnahmen zu identifizieren. Nach abgeschlossener Selbsteinschätzung wird deutlich, in welchen Bereichen der Betrieb bereits sehr oder eher gesundheitskompetent aufgestellt ist und in welchen Bereichen Entwicklungsbedarf besteht. Im Sinne des Qualitätszirkels (Plan – Do – Check – Act) können Maßnahmen entwickelt werden, an denen konkret weitergearbeitet werden soll.

Weiterführende Info

Anregungen zur Implementierung sowie zur Maßnahmenauswahl gibt es auf der Website der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (oepgk.at).
Ein Excel-Tool zur Erleichterung der Dokumentation und Auswertung der Selbsteinschätzung kann per E-Mail an oepgk(at)goeg.at bezogen werden.

Was ist Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Personen, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag gesundheitsförderliche Entscheidungen treffen und Handlungen setzen zu können, die die Lebensqualität erhalten oder verbessern (Sørensen et al. 2012).