Nichts ist mehr, wie es war

Als Technologie- und Erfinderunternehmen von Staubsaugern, Haarfön oder Hände­trockner hat sich Dyson einen Namen ­gemacht. Nun hat das Unternehmen eine globale Studie zum aktuellen Thema „Händewaschen“ durchgeführt. Gleich­zeitig nimmt das österreichische Unternehmen Hagleitner die Pandemie zum Anlass, um Hygiene und Digitalisierung auf einen Nenner zu bringen.

© Svetlana Shamshurina/iStock

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Wie in so vielen Bereichen hat Corona auch in puncto Händehygiene buchstäblich die Welt verändert. So zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Dyson-Studie, dass sich die Menschen seit Beginn der Pandemie der Bedeutung der Händehygiene deutlich bewusster sind. Immerhin geben nur mehr acht Prozent der Befragten zu, dass sie einen Sanitärraum verlassen, ohne sich die Hände zu waschen. 42 Prozent der Menschen sind im Vergleich zum Vorjahr viel ängstlicher, wenn sie einen öffentlichen Sanitärraum aufsuchen.

Abtrocknen nicht vergessen

Die Botschaft führender Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowohl während als auch nach der Pandemie zeigt deutlich, wie wichtig es ist, sich häufig und richtig die Hände zu waschen. Und welche entscheidende Rolle dabei gründlich getrocknete Hände spielen. Nicht neu, aber offensichtlich jetzt erst bewusst ist die Tatsache, dass nicht richtig gewaschene Hände Keime übertragen können und dass eine gute Händehygiene eine der wirksamsten Möglichkeiten ist, die Verbreitung von Bakterien und Viren, die zu Infektionen führen können, zu reduzieren.

Führende Gesundheitsorganisationen empfehlen dringend, die Hände mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife zu waschen und die Hände richtig abzutrocknen. Die Studie ergab, dass seit dem Ausbruch der Pandemie nur 40 Prozent der Menschen die Hygiene als Hauptargument für das Händewaschen angaben. Für einige war es nur eine Gewohnheit (14 Prozent), andere mögen einfach das Gefühl sauberer Hände (elf Prozent). Gibt es im Sanitärraum keine funktionierenden Händetrockner oder Papierhandtücher, lassen einige der Befragten ihre Hände an der Luft trocknen (25 Prozent) oder wischen sie an ihrer Hose oder ihrem Oberteil ab (15 Prozent). Dr. Salome Giao, leitender Mikrobiologe und Wissenschaftler bei Dyson, erklärt: „Diese Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Informationen zum Thema Händehygiene. Wir wissen, dass feuchte Hände bis zu 1.000 Mal mehr Bakterien übertragen können als trockene Hände, während das Abwischen der Hände an der Kleidung die gerade gewaschenen Hände wieder kontaminieren kann, wenn dort Bakterien sitzen.“

Nur gucken, nicht anfassen

Die globale Studie zeigte auch: Ungepflegte Sanitärräume sind eine häufige Ursache für Frustrationen. Vor allem unsaubere Toiletten (70 Prozent), Mangel an Toilettenpapier (51 Prozent) und unsaubere gemeinsam genutzte Bereiche (48 Prozent) verärgern die Nutzer. Im Vergleich zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres war ein Teil der Befragten ängstlich bei der Benutzung von Händetrocknern. Aber einige der größten Hygienebedenken im Zusammenhang mit der Benutzung von Händetrocknern waren das Drücken physischer Knöpfe (27 Prozent) und das Trocknen der Hände mit unsauberer Luft (33 Prozent). 58 Prozent wählten die berührungslose Aktivierung eines Händetrockners als eines der Merkmale, die sie bei der Benutzung eines Händetrockners beruhigen würden, und weitere 47 Prozent der global Befragten gaben an, dass Filter, die die Trocknungsluft reinigen, ihre Bedenken bei der Benutzung eines Händetrockners zerstreuen würden.

Hygienepraxis neu denken

Mit digitalen Daten und ansprechendem Design will die österreichische Firma Hagleitner Krankheitserregern zu Leibe rücken. Auch sie hat sich zum Ziel gesetzt, Desinfektion sowie Händewaschen noch beliebter machen und möchte mit einem Technologiesprung die Hygienepraxis aufwerten: Geräte werten standardmäßig digitale Anwendungsdaten aus, die via Smartphone abrufbar sind. „Hygiene erfordert Achtsamkeit“, ist Firmeninhaber und Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner überzeugt. „Einen Hygienespender vor sich zu haben, ist das eine, ihn zu betätigen, das andere. Es zählen die tatsächlichen Verhältnisse. Angenommen, ein Geschäft verfügt über zwei Zugänge und beide weisen etwa gleich starke Besucherfrequenzen auf. An der einen Tür wird viel desinfiziert, an der anderen wenig. Das kann nun unterschiedliche Gründe haben: Der Spender kann an der einen Tür leer, ohne Strom oder einfach nicht gut genug sichtbar sein. Deshalb hilft es, die Fakten zu kennen und sie digital auszuwerten. Hieraus lassen sich sinnvolle Schlüsse ziehen. Gleichzeitig ist Hygiene dokumentiert, bei amtlichen Überprüfungen bedeutet das eine starke Stütze.“

Acht verschiedene Spendertypen sind nun verfügbar, die mit Smart-Technologie ausgestattet sind, die zum Beispiel Abgabemenge, Füllstand und Energiestatus anzeigt. Dass Hygiene durchaus auch schön sein darf, belegen die rund 1.000 Designs, die jeden von den neuen Spendern einkleiden können. Für die Profi-Hygiene sind nun auch Spender mit mehreren Energieoptionen im Programm: per Netzteil, im Akku oder via „Energybox“. Letztgenannte will Batterieleistung bündeln, um den Automaten mit Strom zu versorgen – die Energybox werde nach Ablauf ihrer Lebenszeit zurückgenommen, laut Herstellerangaben lässt sich das Utensil dann wiederverwerten.