Oft ist es nur ein Moment

Bei ihren Präventionsanstrengungen setzt die AUVA alles daran, schwere oder gar tödliche Arbeitsunfälle zu verhindern. Leider gelingt das nicht immer. Oft ist es nur ein Moment der Unachtsamkeit, der fatale Auswirkungen hat.

Werner stellte seinen Gabelstapler ab – eine kurze Pause hatte er sich längst verdient. Seine Schicht hatte um 6 Uhr morgens begonnen und vor der Werkshalle war es vier Stunden später immer noch nicht besonders warm. Dass er vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen, merkte er recht schnell – der Stapler rollte die steile Zufahrtsstraße hinunter. Werner geriet in Panik – er musste das Fahrzeug anhalten, sonst käme es mit immer mehr Schwung weit hinaus auf die Bundesstraße.

Er rannte zurück und stand schon keuchend neben dem Fahrzeug, als eines der Hinterräder auf die Böschung geriet. Der Stapler kippte auf seinen Fahrer und die Fahrerkabine drückte Werners Brustbereich ein. Es half nicht mehr, dass seine Kollegen den Stapler anheben und ihn bergen konnten – Werner erlag seinen schweren inneren Verletzungen.

Zwei der 940 Arbeitsunfälle mit Staplern aus dem Jahr 2019 verliefen tödlich. Das andere Opfer wurde durch einen abrupten Stopp aus der Fahrerkabine geschleudert und starb beim Aufprall nach einem Sturz aus mehr als acht Metern Höhe. Auch 2020 gab es bereits über fünfhundert Staplerunfälle. Jeder davon einer zu viel – aber wenigstens war noch kein tödlicher dabei. Wie bei allen Fahrzeugen ist das Unfallopfer auch nicht immer der Lenker – die eingeschränkte Sicht des Fahrers sollte auch von allen in der Nähe Befindlichen immer mitbedacht werden. (bm)