Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeitsunfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monats­kalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzu­weisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im Mai stehen Arbeiten an einer Drehmaschine im Mittelpunkt.

Kalenderblatt Mai 2020: Arbeiten mit Drehmaschinen

Zu den am meisten unterschätzten Gefahren zählen das Einziehen an glatten Wellen, an der Zug- und Leitspindel erfasst werden, Verletzungen durch wegfliegende Späne oder die falsche Handhabung von Schmirgelleinen.

Gut ausgebildete Mitarbeiter

Die Ausbildung der Mitarbeiter ist ein zentraler Faktor, um den sicheren Umgang mit Maschinen zu erhöhen. Für die Bedienung von Drehmaschinen gibt es daher eine spezielle Facharbeiterausbildung, in der die Arbeitnehmer für Tätigkeiten an der Drehbank besonders geschult und auf die speziellen Gefahren beim Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Werkstücken hingewiesen werden. Ein gut geschulter Mitarbeiter kann mit einer Drehbank drehen, bohren, fräsen und schleifen.

Auch die Unfallstatistik der AUVA belegt, dass die Drehmaschine unter den Top 3 der „Unfallmaschinen“ in Österreich rangiert. Durch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Drehmaschine ergibt sich das erhöhte Gefahrenpotenzial, das bei Maschinen mit weniger Handhabungsmöglichkeiten nicht so ausgeprägt ist.

Spezielle Gefahren

Zu den speziellen Gefahren an der Drehmaschine zählen etwa Schnittverletzungen oder Verbrennungen durch wegfliegende Späne. Um Schnittverletzungen zu verhindern, ist ein Spanhaken zu verwenden. Die Reinigung der Maschine sollte mit einem Handfeger erfolgen.
Beim Bearbeiten von Bohrungen ist ein Schmirgelholz zu verwenden. Glatte Wellen dürfen nur unter Zuhilfenahme einer Feile geschmirgelt werden. Die Wartung des Schmierstoffes entsprechend der Verwendung an der Drehmaschine und den Herstellervorgaben ist für die Maschinensicherheit verpflichtend.

Um zu verhindern, durch bewegliche Teile an Körperteilen oder an den Haaren erfasst zu werden, ist geschlossene Kleidung zu tragen und eine Schutzbrille zu verwenden. Bei langen Haaren ist ein Haarschutz zu verwenden (Kappe oder Haarnetz). Beim Arbeiten mit der Drehmaschine dürfen keine Handschuhe getragen werden. Auf Schmuckstücke wie Ringe, Halsketten und Armbänder oder Armketten ist beim Arbeiten mit der Drehmaschine zu verzichten.

Drehmaschinen bergen außerdem die Gefahr, dass sich durch die Bewegung Teile von den Werkstücken lösen und wegfliegen. Geeignete Schutzmaßnahmen sind das Abziehen des Spanfutterschlüssels und das richtige Aufspannen der Werkstücke.

Sicherheitstechnische Mindestausstattung

  • Ein Spannfutterschutz mit elektrischer Verriegelung und Bremse. Beim Öffnen bleibt das Spanfuttergebrems stehen, beim Schließen darf das Spannfutter nicht wieder anlaufen.
  • Eine Schutzabdeckung für die Leit- als auch für die Zugspindel, entweder durch feststehende Schutzeinrichtungen wie eine Blechabdeckung oder eine Hülse und einen Faltenbalg.
  • Beim automatischen Vorschub müssen die Handkurbeln stillstehen, ausgenommen
  • Vollräder ohne Kurbel.
  • Der Ein- und Ausschalthebel ist gegen unbeabsichtigtes Betätigen durch eine Zweifach­bewegung zu sichern.
  • Eine spritzwassergeschützte Maschinenbeleuchtung und ein Hauptschalter mit nur zwei Stellungen (Ein-Aus), dieser muss abschließbar ausgeführt sein. Die Maschine muss auch über einen Unterspannungsauslöser verfügen, bei Spannungsausfall darf kein selbstständiges Wiederanlaufen bei Energierückkehr möglich sein.