Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeitsunfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monatskalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzuweisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im Juni stehen Tischkreissäge – Formatkreissäge und deren Risiken im Mittelpunkt.

Gefahrenbereich: Einstellungen innerhalb des ­Gefahrenbereiches nur bei Werkzeugstillstand. Im Gefahrenbereich Schiebestock oder Schiebe­lade verwenden. Dies gilt insbesondere auch für das Entfernen von Splittern, Spänen und Abfällen.

Spaltkeilstärke

Spaltkeileinstellung

Überstand des Sägeblattes: Zahngrund ca. 10 – 15 mm über dem Werkstück

Kalenderblatt Juni 2020

Sicherheitsregeln bei Arbeiten an der Tischkreissäge – Formatkreissäge

Gefährliche Maschinen sicher bedienen: Die Kreissäge zählt zu den gefährlichsten Maschinen. Quer durch alle Branchen kommt es immer wieder zu schweren Arbeitsunfällen!

Der AUVA werden pro Jahr im Schnitt 800 Kreissägen-Unfälle (durchschnittliche Krankenstandsdauer 32 Tage) gemeldet: Davon sind rund 150 so schwere Arbeitsunfälle, dass bleibende Schäden (zum Großteil abgetrennte Finger oder abgetrennte Teile der Hand) trotz bestmöglicher medizinischer Versorgung, und damit massive Einschnitte im persönlichen Leben der Verunfallten verursacht werden.

Die größten Gefahren:

  • Zu nahes Heranführen der Hände an das Kreissägeblatt
  • Werkstück wird gefangen. Das passiert besonders oft beim Längsschneiden von Massivholz. Durch die Verwendung des richtigen Spaltkeils bzw. der richtigen Spaltkeilstärke und eines Besäumschuhs kann diese Gefahr vermieden werden.

Gefahren vermeiden – darauf kommt es an

Sicherheitsstandard der Kreissäge:

  • Kreissägen ab Baujahr 1996 müssen über eine CE-Kennzeichnung verfügen.
  • Kreissägen Baujahr vor 1996 ohne CE-Kennzeichnung können weiterverwendet werden, sofern die zum Zeitpunkt ihrer Inverkehrbringung geltenden Normen erfüllt sind und die Kreissägen der Arbeitsmittel-Verordnung (AM-VO) entsprechen.

Auf jeden Fall müssen bei der Kreissäge ein Spaltkeil, eine (abgesaugte) Schutzhaube, ein Wiederanlaufschutz sowie ein Parallelanschlag vorhanden sein.

Für einen sicheren Umgang mit der Kreissäge sind zudem folgende Punkte wesentlich:

  • die richtige Einstellung des Spaltkeils,
  • die richtige Spaltkeilstärke (sie muss dicker als der Grundkörper des Kreis­sägeblattes gewählt werden!),
  • ein möglichst weites Absenken der Schutzhaube (je nach Werkstückdicke),
  • das Fernhalten der Finger aus dem Gefahrenbereich (= 12 cm um das Kreissägeblatt). Hier gilt: Niemals mit den Fingern in den Gefahrenbereich greifen, sondern Hilfsmittel wie z. B. einen Schiebestock verwenden!
  • das Schneiden geeigneten Materials: Nur Holz oder holzähnliche Werkstoffe mit der Kreissäge schneiden, kein Styropor!
  • Die Bedienungsanleitung des Herstellers ist für das richtige und sichere Bedienen unbedingt heranzuziehen, da sie wichtige Informationen darüber enthält, wie Sicherheits- und Gesundheitsgefahren vermieden werden können. Wichtig: Schutzeinrichtungen dürfen nicht außer Funktion gesetzt werden!

Besondere Verwendungsbestimmungen gelten für Jugendliche bzw. Lehrlinge: Jugendliche dürfen gar nicht an Kreissägen arbeiten, Lehrlinge nur ihrem Alter und Ausbildungsstand entsprechend und unter Aufsicht mit den Maschinen arbeiten.

Gut geschützt durch persönliche Schutzausrüstung (PSA), aber KEINE Handschuhe:
Eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) muss verwendet werden, wenn die Gefahren bzw. Belastung nicht durch technische bzw. organisatorische Maßnahmen beseitigt oder ausreichend minimiert wurden.
Für die Kreissäge sind normalerweise Gehörschutz und Sicherheitsschuhe der Schutzstufe (Schutzstufe mind. S1) notwendig. Wegen möglicher Splitter oder Späne wird das Tragen von Schutzbrillen empfohlen.
An Kreissägen gilt wegen der Erfassungsgefahr (gefangen werden) ein Handschuhtrageverbot.