Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeits­unfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monats­kalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzu­weisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im Juli und August der Sicherheitsserie stehen formschlüssige und kraftschlüssige Exzenterpressen im Mittelpunkt.

Kalenderblätter Juli und August

Arbeiten mit formschlüssigen und kraftschlüssigen Exzenterpressen

Pressen gehören zu den gefährlichsten Arbeitsmaschinen, da Arbeitnehmer bei der händischen Beschickung bzw. bei der händischen Entnahme des Werkstückes aus der Presse sich sehr nahe am Gefährdungsbereich aufhalten.

In diesem Zusammenhang muss besonders auf Exzenterpressen mit formschlüssiger Kupplung besonders hingewiesen werden. Bei diesen Pressen wird der Arbeitshub meistens über einen sogenannten verstellbaren Drehkeil hergestellt. Mittels einer Auslöseeinheit wird der Drehkeil so verdreht, dass er in das Schwungrad eingreift und ein Hub ausgelöst wird. Nach einem kompletten Hub wird der Drehkeil wird in die ursprüngliche Lage zurückgedreht und so die Bewegung gestoppt.

Das große sicherheitstechnische Risiko besteht darin, dass der Drehkeil gebrochen ist und nicht in seine Ausgangslage gelangt. Dadurch führt die Presse weitere Hübe durch. Weitere gefährliche Zustände entstehen dadurch, dass das Element für die Hubauslösung (Sperrorgan) einen Grat aufweist oder verschlissen ist.

Dadurch ist ein Hub ausgelöst, die Presse steht aber und kann jederzeit einen Hub durchführen. Befinden sich nun zu diesem Zeitpunkt die Hände im Gefahrenbereich, kann es zu schweren Körperverletzungen kommen.

Gesetzliche Grundlagen Arbeitsmittelverordnung – AM-VO

Weil es leider immer wieder sehr schwere Pressenunfälle gab, hat sich der Gesetzgeber entschlossen diese formschlüssige Exzenterpressen in die Bestimmungen der AM-VO aufzunehmen.

Gerade die Zweihandschaltung als alleinige Schutzmaßnahme ist bei Exzenterpressen mit formschlüssiger Kupplung nicht mehr erlaubt, da die Möglichkeit besteht, dass es zu einem ungewollten Hub kommen kann.

In dieser Verordnung wird auch sehr großes Augenmerk auf die technische Sicherheit dieser Pressen gerichtet. Aus diesem Grund wurden umfangreiche Prüfbestimmungen aufgenommen. Mit Hilfe dieser Prüfungen sollen Mängel frühzeitig gefunden und Unfälle vermieden werden.
Die AUVA unterstützt diese Anforderungen der Prüfungen mit der Erstellung von Prüfbüchern. Die Prüfbücher sind bereits teilweise fertig gestellt und werden demnächst in gedruckter Form verfügbar sein.

Zu einem sicheren Pressenarbeitsplatz gehört auch die ergonomische Gestaltung der Arbeitsbedingungen dazu. Besonders hinweisen möchten die Experten derAUVA darauf, dass an Steharbeitsplätzen auf die Arbeitshöhe des jeweiligen Arbeitnehmers Rücksicht genommen wird und an Sitzarbeitsplätzen ein geeigneter Arbeitsstuhl zur Verfügung gestellt wird.

Da eine gute Sicht an Pressenarbeitsplätzen von hoher Bedeutung ist, ist darauf zu achten, dass die Beleuchtungsstärke nicht unter 300 lx liegt.
Der Geräuschpegel an Exzenterpressen beträgt weit mehr als 85 dB. Aus diesem Grund ist an diesen Maschinen jedenfalls ein Gehörschutz zu verwenden. Eine entsprechende Persönliche Schutzausrüstung muss vom Arbeitgeber bereitgestellt und vom Arbeitnehmer auch verpflichtend verwendet werden.

Sichere Betriebsarten formschlüssiger Pressen

Grundsätzlich gibt es zwei Betriebsarten, die zu unterscheiden sind. Den Einzelhub mit Handbeschickung und den Automatikbetrieb.

Der Einzelhub mit händischer Zufuhr und/oder Entnahme des Werkstücks ist sicher in Kombination mit:

  • einem sicheren Werkzeug: Diese sind aufgrund ihrer Bauart oder durch feste trennende Schutzeinrichtungen gesichert, sodass ein Eingreifen in die Gefahrenstellen nicht möglich ist.
  • oder niedrigem Hub: Dieser entspricht 6mm vom oberen Totpunkt bis zum unteren Umkehrpunkt.

Im Automatikbetrieb wird die Sicherheit hergestellt durch:

  • •    einem sicheren Werkzeug
  • •    oder niedrigem Hub
  • •    oder einer feststehenden trennenden Schutzeinrichtung für den gesamten Werkzeugbereich, die so gestaltet ist, dass ein Eingreifen in den Werkzeugbereich verhindert wird und somit die Gefahrenstellen nicht erreichbar sind.

Sichere Betriebsarten kraftschlüssiger Pressen

Kraftschlüssige Exzenterpressen sind wesentlich sicherer, weil die gefahrbringende Senkbewegung gestoppt werden kann. Eine Reibungskupplung – wie bei einem PKW – macht dies möglich. Die moderneren Pressen sind mit entsprechenden Sicherheitssteuerungen ausgestattet. Trotz dieser sehr guten sicherheitstechnischen Ausstattung kann es zu sehr schweren Handverletzungen kommen, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird. Dieser kann nur mit Hilfe des Nachlaufweges überprüft werden. Daher ist die Nachlaufmessung ein wichtiger Punkt bei der jährlichen Pressenprüfung.
Grundsätzlich gibt es auch hier zwei Betriebsarten, die zu unterscheiden sind. Den Einzelhub mit Handbeschickung und den Automatikbetrieb.

Beim Einzelhub mit händischer Zufuhr und/oder Entnahme des Werkstücks wird die Sicherheit hergestellt durch Kombination mit:

  • einem sicheren Werkzeug: Diese sind aufgrund ihrer Bauart oder durch feste trennende Schutzeinrichtungen gesichert, sodass ein Eingreifen in die Gefahrenstellen nicht möglich ist.
  • oder niedrigem Hub: Dieser entspricht 6mm vom oberen Totpunkt bis zum unteren Umkehrpunkt
  • oder einer Zweihandschaltung
  • oder einer beweglich trennenden Schutzeinrichtung: Diese ist so gestaltet, dass im geschlossenen Zustand ein Eingreifen in die Gefahrenstellen nicht möglich ist.

Automatikbetrieb ist realisierbar durch:

  • ein sicheres Werkzeug
  • oder niedrigem Hub
  • oder einer beweglich trennenden Schutzeinrichtung
  • oder einem Lichtgitter/Lichtvorhang