Sicheres Arbeiten mit Maschinen

Noch immer ereignen sich viele Arbeitsunfälle bei der Bedienung von Maschinen aller Art. Diese Rubrik nimmt die zwölf Themen des Monats­kalenders zum Anlass, um auf einzelne Gefahrensituationen näher hinzu­weisen und die Arbeitswelt sicherer zu gestalten. Im Oktober stehen hydraulische Werkstattpressen im Mittelpunkt.

Kalenderblatt Oktober  2020: Hydraulische Werkstattpressen

Hydraulische Werkstattpressen sind in vielen metallverarbeitenden Betrieben und Reparaturwerkstätten zu finden. Damit werden vorwiegend Ein- und Ausdrück- sowie Richtarbeiten an Metallteilen durchgeführt. Die Hauptbestandteile dieser Maschinen sind das Pressengestell, der Pressenstempel, der Pressentisch, die elektrische und hydraulische Steuerungseinheit sowie die Bedieneinrichtung.
Aufgrund der durchzuführenden Tätigkeiten mit dieser hydraulischen Werkstattpresse und des dafür erforderlichen Werkzeuges besteht eine erhöhte Unfallgefahr, zum Beispiel durch das Herausschleudern von Werkstücken oder Teilen davon, durch die Zwangshaltung beim Stehen oder Sitzen sowie die Verwendung von Gefahrstoffen wie Ölen und andere Schmiermitteln.

Folgende Schutz- bzw. Sicherungsmaßnahmen sind daher wichtig:

  • Fußsicherheitsschalter in Kombination mit langsamer Schließgeschwindigkeit ≤10 mm/s: Das Fußpedal hat einen Dreipositionsschalter (0-1-0) und dient zur Steuerung gefährlicher Bewegungen.
  • Auslöseeinrichtung mit selbstständiger Rückstellung: Ein Fußschalter, Hebel oder Taster startet die Zylinderbewegung. Durch das Loslassen wird die Zylinderbewegung gestoppt.
  • Zweihandschaltung: Nur durch das Drücken beider Hebel/Taster innerhalb von 0,5 Sekunden wird der Hub ausgelöst.
  • Zweipersonenbedienung: Bei der Zweipersonenbedienung muss jeder Bediener mit einer Schutzeinrichtung z. B. Zweihandschaltung oder Fußsicherheitsschalter ausgestattet sein.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen

Besteht die Gefahr, dass Teile herausgeschleudert werden können, müssen geeignete Schutzeinrichtungen allseitig montiert werden (Polycarbonatscheibe).  Besonders bei gehärteten Werkstoffen besteht die Gefahr, dass Teile absplittern und herausgeschleudert werden können. Auf der Bedienerseite sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie seitlich angebrachte feststehend trennende Schutzeinrichtungen anzubringen. Die Aufstellung ist so auszuwählen, dass keine weiteren Personen durch wegfliegende Teile gefährdet sind. Die Hydraulikleitungen im Bedienbereich sind abzusichern. Die an der Presse durchzuführenden Arbeiten müssen der bestimmungsgemäßen Verwendung der Betriebsanleitung des Herstellers entsprechen. Für das Werkstück müssen geeignete Auflagen und Aufnahmen, die sicher am Pressentisch befestigt sind, vorhanden sein.  Bei der Zweipersonenbedienung muss jeder Bediener mit einer Schutzeinrichtung ausgestattet sein.    

Neben diesen Schutzmaßnahmen besteht für jugendliche Arbeitnehmer ein Beschäftigungsverbot bzw. eine Beschränkung bei der Verwendung von hydraulischen Werkstattpressen, die in der Verordnung über Beschäftigungsverbote und -beschränkungen für Jugendliche (KJBG-VO) enthalten ist.  So sind für Jugendliche ohne Lehrverhältnis bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Arbeiten an Pressen verboten.  Für Lehrlinge sind diese nach 18 Monaten Lehrzeit unter Aufsicht erlaubt oder nach 12 Monaten Lehrzeit unter Aufsicht mit Gefahrenunterweisung im Rahmen des Berufsschulunterrichts an Pressen.

Darüber hinaus besteht bei hydraulischen Werkstattpressen eine wiederkehrende Prüfpflicht gemäß den Anforderungen des § 8 der Arbeitsmittelverordnung (AM-VO).  Bei der Überprüfung durch fachkundige Personen können auch interne Betriebsangehörige Personen für die Prüfung herangezogen werden. Für diese wiederkehrende Prüfung ist vom Prüfer auch ein entsprechender Prüfbefund zu erstellen.