Unfälle mit Motorrädern und Motorrollern vermeiden

Nach AUVA-Statistiken sind sieben Prozent aller Verkehrsunfälle Motorradunfälle. In den letzten fünf Jahren ver­unglückten pro Jahr durchschnittlich 650 Motorrad­lenker bei einem Arbeits- oder Weg­unfall als Verkehrsunfall, dabei sind jährlich im Schnitt vier Todesopfer zu beklagen.

Passen Sie den Fahrstil an die Straßenbedingungen an. © KatarzynaBialasiewicz/iStock

Nach einer längeren Unterbrechung in den Wintermonaten sollte man vor allem mit erhöhter Achtsamkeit wieder auf das Motorrad steigen. Ablenkungen wie das Smartphone, das Navigationssystem oder Bluetooth-Kommunikationssysteme sollten grundsätzlich während des Fahrens nicht bedient werden. Auch die Autofahrer sollten ihre Aufmerksamkeit wieder vermehrt auf Zweiräder lenken. Reste von Rollsplit, durch Frost aufgebrochene Asphaltdecken und Nässe erhöhen aktuell die Unfallgefahr. Die Bodenhaftung der Reifen ist bei niedrigen Temperaturen generell schlechter. Die Gummimischungen sind zumeist für sommerliche Temperaturen optimiert. Daher gilt es, den Fahrstil an die Straßenbedingungen anzupassen und auf die Fahrbahngegebenheiten zu achten.

Mach dich sichtbar!

Das Um und Auf, um rechtzeitig wahrgenommen zu werden, ist eine gute Beleuchtung des Fahrzeuges. Auch helle, reflektierende Kleidung oder ein heller Helm verbessert die Sichtbarkeit. Es gilt, vorausschauend und fahrspurbehauptend (in der Fahrstreifenmitte) zu fahren und sich für andere Verkehrsteilnehmer dadurch sichtbar zu machen. Wichtig auch: nicht im „toten Winkel“ aufhalten.

Als Motorradfahrer sollte man – oft mehr als andere Lenker von Fahrzeugen – für die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken und gegebenenfalls Fehler ausgleichen können. Körperliche Fitness ist unabdingbar, da der notwendige Kraftaufwand beim Motorradfahren unterschätzt wird. In der Folge ist der Biker schnell müde und die Konzentration lässt nach. Sinngemäß gilt das auch für die Mitfahrer.

Richtig ausgerüstet sicher unterwegs

Zur Ausrüstung gehören ein Helm mit Prüfzeichen sowie Handschuhe, die ausreichend viel Gefühl für die Bedienung von Gas, Bremse und Kupplung bieten. Motorradstiefel sollten Knöchel und Waden umschließen, eng anliegen und festsitzend sein, dennoch ausreichend Bewegungsfreiheit für die Bedienung des Fahrzeuges bieten. Die Haut wird von geeigneten Motorradjacken und -hosen, vorzugsweise mit Protektoren, geschützt. Rückenprotektoren und ein Nierengurt bieten zusätzlichen Schutz.

Ein technisch einwandfreier Zustand des Motorrads liefert die Basis für eine sichere Ausfahrt. Daher sind die Reifen auf Zustand und richtigen Luftdruck zu prüfen, die Kette zu schmieren und die Beleuchtung sowie Fahrtrichtungsanzeiger und Bremslicht auf Funktion und Reinheit zu kontrollieren. Reparaturen sollten Profis in Werkstätten übernehmen.

Tipps für sicheres Fahren

  • Vorrausschauend fahren und für andere mitdenken!
  • Sichere Blickführung: Wir fahren dorthin, wohin wir schauen!
  • Richtiges Kurvenfahren, Notbremsungen und Ausweichmanöver müssen regelmäßig trainiert werden, damit in einer Gefahrensituation schnell und automatisch reagiert werden kann.
  • Gegenseitige Rücksichtnahme und gesteigerte Aufmerksamkeit erhöhen die Verkehrssicherheit, egal, ob Sie mit Auto, Motorrad, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind!